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Hebammgemeinschaft Zauberhaft besorgt um Geburtsstandort St. Wendel

Marienkrankenhaus : Hebammen besorgt um Geburtsstandort St. Wendel

Der Hebammengemeinschaft Zauberhaft bereitet die Situation der Geburtshilfe in St. Wendel schlaflose Nächte. Das vergangene Jahr sei in vielerlei Hinsicht kein einfaches gewesen.

Die Pandemie, die Zusammenlegung mit Ottweiler, ständige Umbaumaßnahmen und schlechte Außenwirkung hätten dazu geführt, dass die Geburtenzahlen zurückgegangen seien. „Vor Corona waren wir bei 600 Geburten im Jahr, jetzt sind wir bei knapp 530“, sagte Hebamme Selina Buchner während der Kreistagessitzung. Sie befürchtet, dass durch den Wegfall der Operativen Gynäkologie die Attraktivität des Standortes weiter sinke – auch für die Ärzte.

„Jeder Arzt möchte operieren und wird sich für eine Klinik entscheiden, in der er sich in allen Bereichen weiterbilden kann“, betonte Hebamme Anika Scholl. Das mache es für ein kleines Haus wie in St. Wendel schwierig, Mediziner zu finden. Dabei würden sich viele Schwangere bewusst für kleine Kliniken entscheiden. Hier könnten sich die Hebammen noch mehr Zeit nehmen und auf die individuellen Bedürfnisse der werdenden Eltern eingehen. „Frauen sollten die Möglichkeit haben, frei zu wählen, ob sie zu Hause, in einem großen oder kleinen Krankenhaus entbinden möchten“, sagte Buchner.

Ein weiterer Grund, der gegen eine Schließung der Geburtshilfe in St. Wendel spreche. sei die Anfahrtszeit. „Seit Beginn der Pandemie ist die Zahl der Geburten in Rettungswagen und Autos gestiegen, weil die werdenden Eltern möglichst wenig Zeit im Krankenhaus verbringen möchten“, hat Buchner beobachtet. Wenn es in St. Wendel keine Geburtshilfe gäbe, würden es noch mehr Frauen nicht rechtzeitig ins Krankenhaus schaffen.