Kinderhaus Alsweiler : Zweites Zuhause für Kinder ist gewachsen

Kinderhaus in Alsweiler ist ausgebaut. So lief die Einweihungsfeier am Freitagnachmittag.

Mit einer festlichen Einweihung ist am späten Freitagnachmittag der Ausbau des Alsweiler Kinderhauses der Gemeinde Marpingen gefeiert worden.

Ein afrikanisches Sprichwort sagt: Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf; will heißen: Kinder brauchen nicht nur ihre Eltern, sondern auch die Gemeinschaft, um gut aufwachsen zu können. Diese Gemeinschaft, die – neben den Familienangehörigen – auf die Kinder aufpasst, sie erzieht, ihnen spielerisch Dinge beibringt, sie begleitet, betreut und versorgt, ist durch den Ausbau des Betreuungsangebotes in Alsweiler gewachsen. Andreas Mayer, seit August 2020 Leiter des Kindergartens, erläutert, dass der Hort dafür in Container ausgelagert worden sei, wobei sich das schäbiger anhört als es ist, denn tatsächlich ist in diesen Räumen alles vorhanden, was für eine hochwertige Tagesbetreuung der Grundschüler gebraucht wird. So konnte in den Gebäuden neuer Platz geschaffen werden für weitere zwei Krippen- und eine Kindergartengruppe(n). Mit nun 180 Kindern in Krippe und Kindergarten und rund 250 Kindern in Freiwilliger Ganztagsschule und Kinderhort ist so eine der größten Kinderbetreuungseinrichtungen des Saarlandes entstanden.

Eigentlich war für die Einweihung ein großes Fest im Freien geplant,  mit den Kindern, mit den Eltern und mit dem gesamten Team. „Daraus wurde leider nichts“, erklärte Henrik Nagel, der die Gesamtleitung der kommunalen Betreuungseinrichtungen innehat.

 Das Team der Kinderbetreuung sitzt in einem der neu gestalteten Räume des Kinderhauses Alsweiler.
Das Team der Kinderbetreuung sitzt in einem der neu gestalteten Räume des Kinderhauses Alsweiler. Foto: Katja Janoschek

Aufgrund des drohenden Regens und der strengen Corona-Maßnahmen könne nun leider nur in kleinem Rahmen gefeiert werden. „Wegen anhaltend hoher Geburtenzahlen in unserer Gemeinde und weil immer mehr Eltern unsere Kinderbetreuungseinrichtungen in Anspruch nehmen, hatte das Kinderhaus in Alsweiler seine räumlichen Kapazitätsgrenzen erreicht“, erklärte Bürgermeister Volker Weber (SPD). „Um die hohe Qualität der Betreuung im Kinderhaus zu halten, haben wir mit einem modularen Zusatzgebäude und Umbauarbeiten in unserem Kinderhaus neuen Raum geschaffen.“ Er bedankte sich bei allen Geldgebern: „Nur so war es uns möglich, schnell auszubauen und weiterhin allen Familien der Gemeinde einen qualitativ hochwertigen Betreuungsplatz anbieten zu können.“

Rund 650 000 Euro hat die Gemeinde Marpingen bisher in den Ausbau ihres kommunalen Kinderhauses investiert. Finanziert wurde er durch eigene Mittel der Kommune, vor allem aber durch Förderprogramme des Landes und der Bundesregierung.

In seinem kurzen Grußwort bedankte sich auch Ortsvorsteher Theo Neis (SPD) bei allen Geldgebern, nannte die Institution „die wichtigste kommunale Einrichtung im Ort“ und überreichte einen Scheck im Wert von 500 Euro – nicht ohne augenzwinkernd auf sein Vorrednerrecht vor Jan Benedyczuk (SPD), saarländischer Staatssekretär für Bildung und Kultur, zu pochen, welcher diese Geste gelassen schmunzelnd akzeptierte.

Dieser verwies in seiner Rede darauf, dass Kinder das wichtigste Gut seien, das wir haben und ihre Betreuung und ganzheitliche Bildung, sowie auch die qualitativ hochwertige Ausbildung der Fachkräfte höchst wichtige Faktoren seien – auch für die Wirtschaftskraft. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass der Betreuungsanteil von Kindern, vor allem im Alter bis drei Jahren, weiterhin steigt, weil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer wichtiger wird.

In einem Punkt waren sich alle Redner einig, nämlich dass das Erzieher-Team herausragende Arbeit leiste – und das unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie. Eine Arbeit, die nicht nur pädagogisch, sondern auch gesellschaftspolitisch von großer Bedeutung sei.

Landrat Udo Recktenwald (CDU) hob in seiner Ansprache hervor, dass die Betreuungsinstitutionen für die Kinder ein zweites zu Hause seien und dass die sozialen Kontakte für die Kleinen trotz strenger Coronakonzepte unbedingt erhalten bleiben müssten. Um die Erzieher besser ausbilden zu können sei auch geplant, das Berufsbildungszentrum in St. Wendel auszubauen.

Die festliche Einweihung des neu gestalteten Kinderhauses schloss mit einer ökumenischen Einsegnung der Räume durch die evangelische Pfarrerin Christine Unrath und den katholischen Pfarrer Wolfgang Breininger. Nach den Umbauarbeiten plant die Gemeindeverwaltung in einem dritten Schritt den weiteren Ausbau des Kinderhauses Alsweiler. Ein zusätzlich angebauter Gebäudeflügel soll noch mehr Platz schaffen für Gruppen- und Funktionsräume. Geplant sind hier weitere Investitionen in Höhe von zwei bis drei Millionen Euro.