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Begegnungsplatz in der Metzelbergstraße in Furschweiler eingeweiht

Begegnungen in Furschweiler : Nach dem Projekt ist vor dem Projekt

Begegnungsplatz in Furschweiler ist eingeweiht worden. Aber im Frühjahr soll es weitergehen.

„Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.“ Ein Schild mit diesem Spruch wird künftig den neuen Platz um den Metzelbergbrunnen in Furschweiler zieren. Und der Spruch passt. Begegnungen haben dazu geführt, dass dieser Platz überhaupt erst entstanden ist. Und Begegnungen sind es auch, die ihn künftig mit Leben füllen werden.

Aus einer Bierlaune heraus, während eines typischen Nachbarschaftsgrillens, haben die Bewohner der Metzelbergstraße beschlossen, einen Brunnen zu bauen, gibt Patrick Stoll, der Sprecher der Truppe, einen Einblick in die Entstehungsgeschichte. Das war im Frühjahr 2020. „Seitdem ist hier oben Einiges passiert“, sagt er. Denn der Plan, einen Brunnen zu bauen, erweiterte sich Stück für Stück (wir berichteten). Als am Samstag die offizielle Einweihung des Metzelbergbrunnens über die Bühne geht, sehen die geladenen Gäste nicht nur das in der Sonne blau schimmernde Wasser, sondern drumherum  auch einen gepflasterten Platz, eine Grillstelle, Blumenbeete, Sitzgelegenheiten und sogar einen Fahnenmast. Dort wird sogleich die Furschweiler Fahne hochgezogen, die Ortsvorsteher Thomas Rein zum Fest mitgebracht hat.

Rein zeigt sich begeistert von dem ehrenamtlichen Engagement in dem Straßenzug: „Hier hat jeder seinen Beitrag geleistet“. 14 Personen bringen  insgesamt 520 Arbeitsstunden zusammen, listet Stoll auf. Das habe sich gelohnt, sagt der Ortsvorsteher: „Ich komme immer gerne hier her“. Zumal es weitergehe. Mit der Einweihung sei die Arbeit noch nicht zu Ende. Denn der Artikel in der Saarbrücker Zeitung über das Projekt habe Wellen geschlagen, erzählt Rein. Bis ins Ministerium. „Ein Mitarbeiter der Staatskanzlei rief an und fragte, wo noch Unterstützung gebraucht werde.“ Also erzählte er von dem Wunsch der Metzelberger, einen behindertengerechten Zugang zu bauen. „Das wird das nächste Projekt sein“, sagt Rein. Im Frühjahr soll es weitergehen.

Von diesem Tatendrang ist auch Landrat Udo Recktenwald (CDU) beeindruckt. „Hier arbeitet nicht jeder für sich, hier ist das Miteinander wichtig“, sagt er im Gespräch mit der SZ. Dieses Gemeinschaftsgefühl hebt auch Namborns Bürgermeister Sascha Hilpüsch (SPD) hervor. Und weiter: „Hier ist nicht nur ein Brunnen entstanden, sondern eine Begegnungsstätte.“ Für Bürger des Ortes, aber auch für Wanderer, die auf dem Schmugglerpfad unterwegs sind. Das bestätigt Franz Rudolf Klos, einer der Metzelberger. „Eigentlich haben wir hier schon immer gegrillt, aber seit den Bauarbeiten haben wir uns noch öfter getroffen.“ Dann werde eine Sammelnachricht übers Handy verschickt. Lust auf ein Bier? „Und plötzich sitzen sechs, sieben Leute hier.“ Bei hohen Temperaturen werden auch schon mal die Füße ins Wasser gestreckt; während der Einweihungsparty  springt die neunjährige Emilia gar samt Kleid hinein. Mutig: Denn wenn das Wasser in den Brunnen fließt, habe es konstant eine Temperatur von sechs Grad.

 Gruppenbild nach der Einweihung mit Landrat Udo Recktenwald, Bürgermeister Sascha Hilpüsch, Ortsvorsteher Thomas Rein und Pater Ignasius Maros: Die Metzelberger hatten sich extra für diesen Tag einheitliche Shirts machen lassen.
Gruppenbild nach der Einweihung mit Landrat Udo Recktenwald, Bürgermeister Sascha Hilpüsch, Ortsvorsteher Thomas Rein und Pater Ignasius Maros: Die Metzelberger hatten sich extra für diesen Tag einheitliche Shirts machen lassen. Foto: Franz Rudolf Klos Foto-Design- K/Franz Rudolf Klos
 Die mutige Emilia testet, wie kalt das Wasser ist.  Mit sechs Grad kommt es aus dem Brunnen, mittlerweile hatte es sich etwas aufgewärmt.
Die mutige Emilia testet, wie kalt das Wasser ist.  Mit sechs Grad kommt es aus dem Brunnen, mittlerweile hatte es sich etwas aufgewärmt. Foto: Franz Rudolf Klos Foto-Design- K/Franz Rudolf Klos
 Die ehemalige Metzelbergerin Tina Mörsdorf (rechts) überreicht Patrick Stoll und Kathrin Klos eine Schiefertafel mit einem passenden Spruch.
Die ehemalige Metzelbergerin Tina Mörsdorf (rechts) überreicht Patrick Stoll und Kathrin Klos eine Schiefertafel mit einem passenden Spruch. Foto: Franz Rudolf Klos Foto-Design- K/Franz Rudolf Klos

Selbst Menschen, die nicht oder nicht mehr direkt etwas mit der Metzelbergstraße zu tun haben, seien mit dem Projekt verbunden. So beispielsweise Rosi und Manfred Dillinger. Ihnen gehört das Grundstück oberhalb des Platzes. Von deren Quelle aus werde der Brunnen, der immerhin 2,7 Kubikmeter fasst, gespeist. „Für sie war es kein Thema, als wir sie gefragt haben“, so Klos.  Und auch das Schild für den Begegnungsplatz stammt von außerhalb; von einer ehemaligen Metzelbergerin: Tina Mörsdorf hat es aus Urweiler zur Einweihung mitgebracht.