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Petition gegen Erweiterung des Steinbruchs in Oberlinxweiler gestartet

Vorsorglich auf den Weg gebracht : BI startet Petition gegen Steinbruch-Erweiterung

Bürgerinitiative will mindestens 500 Unterschriften sammeln, um eine befürchtete Ausweitung des Abbruchgeländes in Oberlinxweiler zu stoppen. Was die BI den Betreibern vorwirft...

Die Bürgerinitiative (BI) „Wir gegen die Erweiterung des Steinbruchs St. Wendel“ hat eine Online-Petition gegen gestartet – eben gegen eine mögliche Erweiterung des Steinbruchs in Oberlinxweiler. Das teilt die Initiative mit. Damit wendet sie sich schon jetzt gegen eine eventuellen Ausweitung des Steinbruchgeländes (wir berichteten mehrfach). Denn noch wird laut BI-Sprecherin Uta Sullenberger kein Genehmigungsverfahren angestrebt. Das habe sie in einem Telefonat mit dem Betreiber Südwestdeutsche Hartsteinwerke, eine Zweigniederlassung der Basalt-Actien-Gesellschaft (BAG) mit Sitz in Kirn, erfahren.

„Die Nachbohrungen sind seit Wochen abgeschlossen, noch fehlen Details, um das Gelände für uns als Lagerstätte zu beurteilen“, teilt indes Peter Dickmeis, der technische Leiter der Basalt AG, auf SZ-Anfrage mit. Derzeit sei ein Ingenieurbüro mit der Auswertung der Kernbohrungen beauftragt. „Wenn wir erste Erkenntnisse haben, werden wir diese öffentlich machen“, kündigt Dickmeis an.

Bei einer Erweiterung des Steinbruchs, so befürchtet BI-Sprecherin Sullenberger, werde dem ein ökologisch wertvoller Hochwald mit zwei Quellen, einem Biotop mehreren bedrohten oder auf der roten Liste stehenden Tierarten zum Opfer fallen. „Ein ausgeschriebenes Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiet im Naturpark Saar Hunsrück mit einem alten, ökologisch wertvollen Hochbuchenwald und vielen bedrohten Tierarten wie Feldlerchen, Fledermäuse, Uhus, Rotmilane oder Bussarde ist in Gefahr“, gibt die Sprecherin zu bedenken. Die Auflistung der Tierarten findet Dickmeis interessant: „Wir wissen noch nicht, was für Tiere drin sind, weil wir von den Experten noch keine Rückmeldung bekommen haben.“

Des Weiteren werde aus BI-Sicht bei einem Ausbau des Steinbruchs die Wohnqualität der Anwohner und Erholungsuchenden im nahen Krankenhaus massiv beeinträchtigt und zudem würden Wander- und Radwege zerstört. „Vertraglich festgelegte Renaturierungs- und Rekultivierungsmaßnahmen an einem zerstörten Waldlehrpfad und ein Sicht- und Immissionsschutzwall wurden nie umgesetzt“, wirft Sullenberger dem Betreiber vor.

Den Vorwurf will Massimo Döbell, der beim Betreiber für die Liegenschaften und Naturschutz zuständig ist, so nicht stehen lassen: „Wir befinden uns abbaubedingt erst in der Phase eins des Rekultivierungsplanes, sodass große Teile der dort beschriebenen Rekultivierung auf noch als Betriebsflächen genutzten Teilflächen für Abbau, Lagerung, Aufbereitung, Bauschuttaufbereitung, Fahrwegen noch nicht umgesetzt sein können.“

Die BI bemängelt weiter, dass eine nachträglich errichtete Benebelungsanlage gegen die Staubbelästigungen ununterbrochen defekt gewesen sei. „Fast täglich finden zum Teil heftige Sprengungen statt, welche zu Häuserschäden führten und führen“, legt Sprecherin Sullenberger noch nach. Ebenso sei ein vorgeschriebener, sechswöchiger Abbaustopp während der Laichzeit nie eingehalten worden.

„Im Vertrag stand, dass landschaftsschonend vorgegangen werden muss, sodass der Erholungswert nicht verloren geht. Leider wurde dies nicht eingehalten“, moniert die BI-Aktivistin. Dazu meint der technische Leiter Dickmeis: „Die Vorwürfe müssen uns ja nicht gefallen. Wir werden aber nicht weiter darauf eingehen. Wichtig ist für uns die Kommunikation mit den Genehmigungsbehörden.“

Der Betreiber will jetzt abwarten, was die Auswertungen bringen. „Erst dann können wir was auf den Tisch legen. Wir werden das dann transparent machen, weil wir uns auch in der Verpflichtung sehen“, betont Dickmeis.

 Dieses Archivfoto zeigt unter anderem die Sprecherin der Bürgerinitiative, Uta Sullenberger, während einer Sitzung, in der die Basalt-AG über den aktuellen Stand informiert hatte.
Dieses Archivfoto zeigt unter anderem die Sprecherin der Bürgerinitiative, Uta Sullenberger, während einer Sitzung, in der die Basalt-AG über den aktuellen Stand informiert hatte. Foto: Frank Faber

500 Unterschriften müssen laut BI gesammelt werden, um sie dem St. Wendeler Bürgermeister Peter Klär (CDU) übergeben zu können, damit das Anliegen in einem Gremium behandelt werden kann. 1000 Signaturen sind für Übergabe an Landrat Udo Recktenwald (CDU) nötig, weitere 500 für die Landesregierung.