1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nohfelden

Fußball: Spitzenspiel SG Neunkirchen-Selbach gegen SG Nohfelden-Wolfersweiler

Fußball-Landesliga : Wenn die Achillesferse zum Trumpf wird

Gipfeltreffen in der Fußball-Landesliga Nord: Am Sonntag empfängt Spitzenreiter SG Neunkirchen-Selbach den Verfolger SG Nohfelden-Wolfersweiler. Beide Teams sind in dieser Saison gewohnt offensivstark – bei deutlich verbesserter Defensive.

Tore satt scheinen garantiert, wenn an diesem Sonntag um 15 Uhr das Top-Spiel der Fußball-Landesliga Nord steigt: Spitzenreiter SG Neunkirchen-Selbach, der bislang 36 Treffer in zwölf Begegnungen erzielte, empfängt das einzige Team, das noch treffsicherer war – den Tabellenzweiten SG Nohfelden-Wolfersweiler (43 Saisontreffer). Vor der Partie liegt Neunkirchen-Selbach vier Punkte vor dem kommenden Gegner.

Überraschenderweise sehen die Trainer des Führungs-Duos aber nicht die Offensive, sondern die Defensive als Grundstein für die bislang erfolgreiche Saison. „Wir haben in den letzten sechs Spielen fünf Mal kein Gegentor kassiert“, freut sich SG-Trainer Frank Backes und ergänzt lachend: „Das ist Neuland für Neunkirchen-Selbach.“

Die Defensive war nämlich in den vergangenen Jahren stets die Achillesferse der SG. In den zurückliegenden Spielzeiten hätte das Motto der SG „Vorne hui, hinten pfui“ lauten können. In der Saison 18/19, der letzten, die vor der Corona-Pandemie noch zu Ende gespielt wurde, lautete das Torverhältnis der Spielgemeinschaft am Runden-Ende 113:77.

Auch danach endeten Begegnungen von Neunkirchen-Selbach eher 5:4 als 1:0. „Die Hurra-Ergebnisse der letzten Jahre scheinen nun abgestellt. Wir sind froh, dass es uns gelungen ist, die Abwehr stabiler zu machen“, erklärt Backes.

In der aktuellen Runde hat Neunkirchen-Selbach erst elf Gegentreffer in zwölf Begegnungen kassiert. Das ist der zweitbeste Wert der Liga. Die wenigsten Gegentore musste bislang Nohfelden-Wolfersweiler hinnehmen (zehn).

Auch das ist ein deutlich besserer Schnitt als in der Spielzeit 18/19, als die Torhüter des TuS Nohfelden 84 Mal den Ball aus dem Netz holen mussten. Entsprechend erfreut ist Nohfeldens Trainer Peter Krämer über die Fortschritte seines Teams.

Dass die Abwehr stabiler steht, dafür sieht der Übungsleiter auch die Gründung der SG zwischen dem TuS Nohfelden und dem SV Wolfersweiler vor der aktuellen Spielzeit mit verantwortlich. „Mit Dimitri Michel und Patrick Schmitt haben sich in der Abwehr zwei Akteure einen Stammplatz erobert, die vergangene Saison noch in Wolfersweiler spielten“, sagt Krämer. „Dadurch, dass wir defensiv besser stehen, hat auch die Offensive mehr Möglichkeiten, sich zu entfalten.“

Auf zwei seiner wichtigsten Offensivkräfte muss Krämer im Spitzenspiel allerdings verzichten: Steffen Backes (14 Saisontreffer) zog sich am Samstag beim 0:1 beim VfL Primstal II eine Muskel-Verletzung zu. Aufgrund einer ähnlichen Blessur fehlte bereits dort Leon Diehl (acht Saisontreffer). Auch an diesem Sonntag wird er nicht zur Verfügung stehen. Immer noch außer Gefecht ist zudem Routinier Fabian Scholler, der sich Anfang September einen Bruch der Augenhöhle und der Nase zugezogen hatte (wir berichteten).

Bei Neunkirchen-Selbach bangt Trainer Backes noch um den Einsatz eines Trios. Abwehrchef Jonas Dostert hat eine Erkältung erwischt. Lukas Dewes und sein Bruder Elias plagen sich mit Zerrungen herum.

Der SV Überroth hat am Mittwoch sein Nachholspiel gegen den SV Holz-Wahlschied mit 3:0 gewonnen. Noah Junker brachte den Tabellenzehnten in Führung, danach traf Paul Kirsch doppelt. Das erste Aufeinandertreffen beider Clubs war am 26. September nach einer schweren Verletzung von Überroths Kapitän Jan Schuster (Schien- und Wadenbeinbruch) abgebrochen worden.