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Känguru zwischen Eiweiler und Bosen gesichtet

Kostenpflichtiger Inhalt: Tierische Entdeckung : Känguru zwischen Eiweiler und Bosen gesichtet

Zwei Freundinnen entdecken das hüpfende Beuteltier auf einer Wiese. Wo es sich zurzeit herumtreibt, ist unklar.

Ist das möglich? Mandy Zierhut und Michelle Schneider trauen ihren Augen kaum: Plötzlich hüpft neben ihrem Auto ein braunes Känguru herum. „Wir haben es am Montagmorgen um 7.10 Uhr zwischen Eiweiler und Bosen entdeckt“, berichtet Zierhut. Das Beuteltier hoppelt über eine Wiese, legt immer mal wieder eine kurze Pause ein und schaut sich neugierig um.

Die Freundinnen halten an, kurbeln das Seitenfenster runter und zücken ihre Smartphones. Sie filmen das für diese Breiten ungewöhnliche Lebewesen, schießen einige Fotos. Die sind zwar etwas verwackelt, da das Känguru recht schnell unterwegs ist. Doch kein Problem: Hauptsache, die nicht alltägliche Begegnung ist im Kasten. „In welche Richtung es danach weitergelaufen ist, kann ich leider nicht sagen“, erzählt Zierhut.

Känguru hüpft zwischen Eiweiler und Bosen

Auch die Polizei hat keine Ahnung, wo sich das Tier aktuell herumtreibt. Bislang habe es keine Mitteilungen über Känguru-Sichtungen in dem Bereich gegeben. Das bestätigt sowohl ein Sprecher der Inspektion Nordsaarland als auch der St. Wendeler Dienststelle. Allerdings liegt eine Vermutung nahe: Das Tier könnte aus dem Naturwildpark in Freisen ausgebüxt sein. „Das ist ausgeschlossen“, antwortet der Betreiber Matthias Broszeit auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung. In dem Gehege seien alle Tiere vollzählig. Allerdings seien in der Gemeinde Nohfelden schon häufiger solch hüpfende Einwanderer gesichtet worden. „Sie laufen bereits seit einigen Jahren frei herum“, weiß Broszeit.

 Dieses Känguru haben Mandy Zierhut und Michelle Schneider gesehen, als sie mit dem Auto in Richtung Bosen unterwegs waren.
Dieses Känguru haben Mandy Zierhut und Michelle Schneider gesehen, als sie mit dem Auto in Richtung Bosen unterwegs waren. Foto: Michelle Schneider

Eiweiler statt Australien – fühlen sich die Beuteltiere hier überhaupt wohl? Es handele sich um sogenannte Bennett-Kängurus, die wohl aus einem Privatbesitz entlaufen seien. „Diese Art stammt aus Tasmanien“, erklärt der Wildpark-Betreiber weiter. Auf der Insel vor Australien sind die Temperaturen gar nicht mal so anders als in Deutschland. Im Winter bewegt sich die Anzeige des Thermometers im Schnitt zwischen null und zehn Grad, im Sommer zwischen neun und 19 Grad. „Die Kängurus können also auch bei uns in freier Natur überleben“, erläutert Broszeit. Sie einzufangen, sei äußerst schwierig. Denn die Beuteltiere sind ziemlich scheu und flink.

Wer ein Känguru gesichtet hat, kann sich bei der Polizeiinspektion Nordsaarland melden, Tel. (0 68 71) 9 00 10.