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Show mit Chris de Burgh am Bostalsee: "Lady in Red" durfte nicht fehlen

Konzert am Bostalsee : Chris de Burgh präsentiert neue Songs, vergisst aber seine „Lady in Red“ nicht (mit Bildergalerie)

Der Ire Chris de Burgh präsentierte sich am Mittwochabend am Bostalsee nicht nur in Spiellaune, sondern plauderte auch munter drauf los. So berichtete er unter anderem von seiner Stippvisite in St. Wendel und einem besonderen Fan-Wunsch.

Anfang des Monats hat Routinier Chris de Burgh sein 27. Studioalbum mit dem Titel „The Legend of Robin Hood“ veröffentlicht. Die Idee dazu resultierte aus der Mitarbeit des Iren an dem Musical „Robin Hood“, das pandemiebedingt auf den kommenden Sommer verschoben werden musste. Knapp 500 Fans haben sich am Mittwochabend auf den Weg an den Bostalsee gemacht, um den Sänger und Songwriter unter Einhaltung der Coronaregeln aus ihren Strandkörben live zu erleben.

In schwarzer Hose, weißem Hemd und schwarzem Blouson mit roten Umschlägen betritt der weltbekannte Barde um 19.30 Uhr die mehr als 15 Meter hohe Bühne in Bosen. Aber nein, Chris de Burgh wähnt sich weder in St. Wendel – so steht es auf den Tickets – noch in Bosen, sondern an einem ganz anderen Ort: „Ich habe erfahren, dass wir hier in Neunkirchen und nicht in St. Wendel sind“, sagt er, nachdem er sein Publikum in deutscher Sprache begrüßt hat. Auch einige weitere Vokabeln gibt er zum Besten: „Herr Ober, wo ist die Damentoilette?“ sorgt beim Publikum für allgemeines Gelächter. Zudem macht er dem Land, in dem er sich befindet und dessen Bürgern ein großes Kompliment, leitet er doch mit den Worten „Deutschland, I`ve been missing you“ einen seiner großen Hits aus den 80er-Jahren „Missing you“ ein.

Absolviert der 72-Jährige die ersten Songs noch mit Gitarre, so wechselt er danach ans Klavier. Eine Band begleitet ihn nicht, jedoch sind einige Songs mit Musik unterlegt, was sich offenbart, als der Pianosound weiterhin zu hören ist, obwohl Chris de Burgh untätig neben dem Instrument steht. Mit „Natasha dance“ und „Moonlight and Vodka“ macht der Musiker einen klanglichen Ausflug nach Russland, ehe es mit „Sailing away“ und „Sailor“ ans Meer geht. Den letztgenannten Song spielt der Musiker auf besonderen Wunsch: „Als ich heute Morgen durch St. Wendel ging und dabei einiges über euren Heiligen erfuhr, habe ich auch den Dom bewundert“, erzählt er. Und weiter: „Eine Frau sprach mich an und sagte: „Sie sind Chris de Burgh.“ Ich antwortete: „Ich weiß.“ Sie berichtete mir dann noch, dass sie am Abend zu meinem Konzert komme und wollte wissen, ob ich etwas für sie spielen könnte. Und dann hat sie sich „Sailor“ gewünscht.“

Überhaupt ist der Künstler zwischen den einzelnen Liedern zum Plaudern aufgelegt und lässt seine Zuhörer an der Entstehungsgeschichte verschiedener Werke teilhaben. So stehe „Shine on“ in Verbindung mit einem Hauskauf in Dalkey bei Dublin, in dessen Folge man ein Foto der verstorbenen Vorbesitzerinnen gefunden habe, die diese in der Kindheit zeigten. Dieses Foto inspirierte den irischen Sänger dann zu dem Song, der davon handelt, dass wir alle zwar irgendwann für immer weg sind, aber dennoch weiter leuchten. „A Child is born“ – eigentlich ein Weihnachtslied – bietet den Sangesfreudigen unter den Gästen die Gelegenheit zum Mitsingen.

Mit „Live Life, live well“ präsentiert De Burgh die erste Auskopplung aus dem neuen Album. Der Text der Single trifft die Aussage, dass das Abenteuer, das sich Einlassen auf das Leben und die Liebe, der einzige Weg zu einem erfüllten Leben sei. Am Bostalsee wird der Song bereits vielfach mitgesungen, er ist allerdings auch ein wahrer Ohrwurm, weist große Ähnlichkeit mit den Folksongs vergangener Tage auf. Chris de Burgh, der bekennt eineinhalb Jahre ungeduldig darauf gewartet zu haben, wieder auftreten zu dürfen, interpretiert mit „The Tale of Robin Hood“ und „She`s only a Child“ noch weitere Lieder seines neuen Albums, immer mit entsprechender Erklärung des Kontexts. Dabei halten auch mittelalterliche Klänge Einzug auf der Festwiese. Beim ebenfalls neuen „We`ve got the Money“ hat das Publikum seinen Einsatz, denn es muss an passender Stelle immer mit „Oh why“ antworten, was die Anhänger des Sängers nur zu gerne tun.

Bei aller Promotion für die Neuerscheinungen dürfen aber auch die Tophits vergangener Tage nicht fehlen. Neben „Say goodbye to it all“, „The Lady in Red“ und „Don`t pay the Ferryman“ präsentiert der 72-jährige Ire auch den Klassiker „High on Emotion“ aus dem Jahr 1984. Der gegen 20.45 Uhr einsetzende starke Regen kann die Spielfreude des Musikers nicht stoppen, er amüsiert das Publikum sogar mit einem kurzen Intro des Beatles-Hits „Here comes the Sun“. Leider hält sich das Wetter nicht an diese Ansage. Um 21.10 Uhr verabschiedet sich der Künstler von seinen Fans, die um eine Zugabe bitten. Chris de Burgh erhört seine Anhänger und kehrt auf die Bühne zurück. Den letzten Song des Abends „The Words I love you“ kündigt er mit den Worten an: „I can`t wait to come back to Neunkirchen“. Danach endet das Konzert des irischen Sängers, der noch immer begeistern kann und seine Zuhörer treten den Heimweg an.

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