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So war das Konzert mit Gentleman am Bostalsee

Ausverkauftes Gentleman-Konzert : Ein Hauch Karibik am Bostalsee

Sonne, Strandkörbe, Reggae-Sound – diese Kombination gab es am Dienstagabend. Lange schon war das Konzert von Gentleman ausverkauft. Begeistert von der Location, bot er seinen Fans knapp zwei Stunden Programm auf Deutsch und Englisch.

Ja, es lag was in der Luft am Dienstagabend. Und das war neben energiegeladener Reggae-Musik – Liebe. Zur Vorbereitung auf das zweite Strandkorb-Konzert am Bostalsee startete Moderator Luciano Falsetti (Radio Salü) einen Kuss-Wettbewerb. Eine Kamera wählte per Zufall einen Strandkorb aus und übertrug das Bild auf die LED-Wände an der Bühne. Für das Paar, das sich darauf entdeckte, hieß es: bitte knutschen. Und das möglichst leidenschaftlich. Denn per Applaus wählte das Publikum den schönsten Kuss. Für das Siegerpaar gab es als Belohnung „Sympathie und ein Konzert mit Gentleman“, sagte Falsetti.

Punkt 20 Uhr machte der Reggae-Star seinem Künstlernamen alle Ehre und überließ die Bühne zunächst Background-Sängerin Patricia Treesha Moore. Sie begeisterte unter anderem mit einem Cover von Rihannas Song „Rehab“. Nach einem musikalischen Intro, in dem die Band The Evolution einige Hits anspielte, betrat Gentleman, alias Tilmann Otto, die Bühne. Mit dem Uptempo-Stück „Warn dem“ ließ er keinen Zweifel: Die Party konnte beginnen.

Vor dem Auftritt verriet der Künstler im SZ-Gespräch, dass er die Strandkorb-Konzerte schätze, aber den direkten Kontakt zu den Fans vermisse. „Wenn der Funk überspringt, dann wird es schön.“ Und er sprang über. Bei dem Song „Time out“, der auf Gentlemans erstem deutschsprachigen Album „Blaue Stunde“ erschienen ist, sang das Publikum mit. „Ihr seid so weit weg und doch so nah“, sagte Gentleman. „Und ihr habt so schön gesungen.“ Für einen Moment hielt er inne und fasste mit der Hand auf sein Herz. „Es ist gerade eine merkwürdige Zeit. Ich danke euch für euer Kommen, euren Support und eure Liebe“, sagte Gentleman.

Bei seinem Hit „Superior“ kam er seinen Fans zumindest ein bisschen näher. Vor der Bühne ist eine Art Balkon angebracht. Diesen betrat der Künstler und sang einige Zeilen gemeinsam mit dem Publikum.

Seine englischsprachigen Titel wie „Uprising“ und „Red Town“ vermischten sich mit Liedern in Deutsch wie „Ahoi“, „Garten“ oder dem Staubsauger-Song. Zu letzterem gab  es auch die passenden Tanzbewegungen, die ließen sich auch im Strandkorb sitzend gut mitmachen. „Ich liebe es zu staubsaugen“, gestand der Sänger. Bei dem Song geht es aber mehr um die Metapher als um die Leidenschaft fürs Saubermachen. Einfach mal allen Mist zur Seite packen, so Gentlemans Rat an seine Fans.

Voller Energie hüpfte und tanzte er auf der Bühne. Immer wieder ließ er die Besucher wissen, wie froh er ist, dass sie da sind. Dass er wieder mit seiner Band Musik vor Menschen machen darf. Beeindruckt haben ihn zwei Konzerte in der Schweiz. Dort durften 8000 Leute, die vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet waren, zusammen feiern. „Früher hatten wir andere 3G’s“, blickte Gentleman zurück: „Gefeiert, gesoffen, gekotzt“. Er lachte und stimmte den nächsten Song an.

Neben Uptempo-Nummern wie „To the Top“ oder „Ovaload“ gab es auch die ruhigen Momente. Die Bühne war in sanftes blaues Licht gehüllt, als Gentleman die ersten Töne des „Redemption Songs“ sang. Er zündete ein Feuerzeug an, während die Fans überwiegend mit ihren Handys Licht in den Abendhimmel über dem Bostalsee schickten. In dem Lied veränderte Gentleman eine Textzeile in „Corona can’t stop the time“. Das Publikum honorierte dies mit Applaus. Ein Gänsehautmoment. „Danke Mister Bob Marley, danke Saarland“, sagte Gentleman und verließ für einen kurzen Moment die Bühne.

 Die Besucher zückten ihre Handys und erleuchteten damit das Festivalgelände. Es gab einige dieser stimmungsvollen Momente am Dienstagabend.
Die Besucher zückten ihre Handys und erleuchteten damit das Festivalgelände. Es gab einige dieser stimmungsvollen Momente am Dienstagabend. Foto: B&K/Bonenberger / B&K

Er kam noch einmal wieder, stimmte die letzten Songs des Abends an. Verabschiedet hat sich das Energiebündel sitzend mit einem deutschsprachigen Titel „Ich komm’ zurück“. Ein persönliches Stück, in dem er von seinen Kindern singt. Ein besonderer Moment des Konzertes. Und dessen Schlusspunkt. Kurz vor 22 Uhr war es der Künstler, der seinem Publikum Applaus spendete und mit seinen Händen ein Herz formte.