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Strandkorb-Open-Air am Bostalsee: Max Giesinger stellt Saarland-Wissen unter Beweis

Strandkorb-Open-Air am Bostalsee : Max Giesinger begeistert Fans – und stellt sein Saarland-Wissen unter Beweis

Max Giesinger ist ein Dauerbrenner in Deutschlands Radiosendern. Nun kam er zum Konzert am Bostalsee. Dabei bewies der 32-Jährige stolz sein Saarland-Expertenwissen.

Die Festwiese am Bostalsee als Location kennt er schon. 2012 trat Max Giesinger hier als Topact beim Seefest auf. Doch dieses Mal bot sich ihm ein ganz anderes Bild von der Bühne aus. „So viele Strandkörbe“, sagte der Sänger und schaute sich um. Auf den sechs Eventinseln Helgoland, Rügen, Sylt, Föhr, Norderney und Fehmarn hatten es sich die Besucher bequem gemacht. Knapp 1300 waren gekommen.

„Es ist schön, euch wiederzusehen“, sagte Giesinger und erzählte kurz, wie er die Zeit vor der Show verbracht hatte. „Es war ein Urlaubstag hier, ich lag am Strand in der Sonne und habe Tischtennis gespielt.“ Etwas von dieser Stimmung, ein bisschen Urlaubs-Gefühl, das wollte er auch seinen Fans gönnen, und so startete er eine musikalische Reise. Wo die „Max Giesinger und Band-Airline“ stoppen sollte, das durften die Gäste bestimmen. „Ruft was rein!“, forderte der Sänger auf. Schnell stand fest, Stopp eins sollte die Karibik sein. Inklusive Hüftschwung performte er den Song „Despacito“ von Luis Fonsi. Weiter ging es nach Amerika. Passend dazu stimmte der 32-Jährige „Englishman in New York“ von Sting an, wobei er am Ende des Songs einige Zeilen umtextete in „I’m a Saarländer in New York“. Noch einmal hob die Musik-Airline ab. Das Ziel war Rhodos, wo „Griechischer Wein“ (Udo Jürgens) kredenzt wurde. Ein gelungener musikalischer Ausflug.

Aber in der Hauptsache ging es selbstredend um Giesingers eigene Lieder, die er – getreu dem Motto der Show „Endlich Akustik“– in verändertem Gewand präsentierte. Das Konzert eröffnete er mit „Auf das, was da noch kommt“. Und damit sollte er nicht zu viel versprechen, denn der Sänger hatte so manche Überraschung an diesem Abend in petto. Schon beim zweiten Song „Legenden“ hielt es ihn nicht mehr auf der Bühne und er machte sich auf den Weg hinunter zu seinem Publikum. Auf Rügen, inmitten der Strandkörbe, performte er den Song weiter: „Suchen den Moment, wo alles stimmt.“

Wieder zurück auf der Bühne präsentierte Giesinger auch neue Titel  wie „Der letzte Tag“. „Das ist so ein Gedankenexperiment“, erklärte er dazu. „Was passiert, wenn man aufsteht und weiß, man hat nur noch 24 Stunden. Mit wem würde man diese Zeit verbringen wollen?“ Dieser Frage konnten die Besucher nachgehen, während die ersten Töne erklangen. Ebenfalls nachdenklich kommt das neue Stück „In meinen Gedanken“ daher. „Es ist meiner Oma gewidmet“, verriet der Sänger. Sie sei eine wichtige Bezugsperson für ihn.

Auch ältere Hits wie „Wenn sie tanzt“, „Die Reise“ oder „Roulette“ gehörten zum Programm. Gegen 21.20 Uhr kündigte Giesinger den letzten Song des Abends an und glänzte dabei mit Fachwissen in Sachen „Typisch Saarland“. Das Publikum sollte sich nämlich einen Abend am Lagerfeuer vorstellen. „Bei euch ist doch Schwenken angesagt“, merkte Giesinger an. „Und sowohl das Fleisch als auch das Gerät sind Schwenker.“ Es folgte das Lied „Rucksack“. 21.30 Uhr gingen die Lichter aus und Max Gisienger verließ mit seiner Band die Bühne. Laute Zugabe-Rufe schallten übers Festivalgelände.

Und ja, die Musiker kamen zurück. „Ihr seid ja noch da“, scherzte Giesinger und fragte, ob er nochmal zu den Fans kommen dürfe. Samt Gitarre ging es die vielen Treppen hinunter. Bei den Strandkörben angekommen, sprach ihn eine Zuschauerin namens Carmen auf den Song „Wicked game“ von Chris Isaack an. „Den willst du hören? Den hab ich aber nicht geübt“, sagte der Musiker, der den Fan-Wunsch dennoch erfüllte. Er spielte den Song an, baute den Namen Carmen in die Zeilen ein und ließ die Melo in „Es wird nie besser als jetzt“ übergehen. Auch auf die Bitte, was von den Stones zu spielen, ging Giesinger mit „Angie“ kurz ein. Dann aber zupfte er die Melodie jenes Songs, den er eigentlich präsentieren wollte: „Über den Wolken“ von Reinhard Mey.

Dann war es an der Zeit, jenen Hit zu spielen, auf den sicherlich der ein oder andere gewartet hatte: „80 Millionen“. Immer wieder kamen während des Konzertes Instrumente zum Einsatz, wie man sie standardmäßig nicht bei jeder Pop/Rockband findet – beispielsweise eine Lap-Steel-Gitarre, die ihren Ursprung in Hawaii hat, oder ein Akkordeon.

„Es war ein sehr schöner Abend“, sagte Max Giesinger. „Guten Restsommer.“ Er stimmte den Song „Für immer“ an. Darin heißt es „bis die Musik ausgeht“. Und sie ging danach aus. Zumindest für den Moment. Der Sänger kündigte eine große Tour in 2022 und ein neues Album an.