Vorträge und Workshops : Jugend machte am Bostalsee Ansagen an die Politik

In einer Kooperation der Arbeitskammer des Saarlandes, der IG-Metall-Jugend-Saar, der DGB-Jugend-Rheinland-Pfalz/Saarland, des Vereins Arbeit und Leben Saarland und der Transformationswerkstatt Saar fand auf dem Jugendzeltplatz am Bostalsee unter dem Motto „Jugend macht Ansagen“, das Zukunfts-Camp statt.

Die Vorträge und Workshops beschäftigten sich mit Themen der aktuellen wirtschaftlichen Situation im Saarland, mit der Problematik der Ökologie, der Auswirkungen der Transformation auf die Wirtschaft und in diesem Zusammenhang auch auf die Arbeitsplätze sowie mit rechtlichen Themen. Einer der Höhepunkte des Camps war der Diskussionsabend am Samstag, der mit Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, der zweiten Vorsitzenden der IG-Metall Christiane Brenner und Prof. Dr. Gerhard Wenz von den Grünen hochkarätig besetzt war.

Die Welt ist im Wandel, hieß es dazu von Gewerkschaftsseite. Gerade die Jugend ist es, die mit den Entscheidungen, die heute getroffen werden, in Zukunft leben muss. „Die Stimme der Jugend muss dazu gehört werden“, ist eines der Statements, die von Seiten der Gewerkschaften ins Feld geführt werden.

Die Stellung der Weichen für die Zukunft, der Einklang von Umweltschutz und dem Erhalt und der Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen mit guten Arbeitsbedingungen, mit einer Mitbestimmungskultur und tarifvertraglichen Standards sind die Themen, die den Junggewerkschaftern auf den Nägeln brennen. In fünf Arbeitsgruppen mit den Oberbegriffen Stahl, Automobilindustrie, Zukunft der Mobilität, Energie und Bildung erarbeiteten die Jungen Arbeitnehmer und Arbeitnehmervertreter die Fragen, die an die Diskussionsrunde am Samstag gerichtet werden konnten.

Zwei Minuten hatten die prominenten Gäste jeweils Zeit, auf die Fragen und Forderungen der Jugendlichen zu reagieren. Christiane Brenner von der IG-Metall formulierte beispielsweise, dass die Gewerkschaft ein Transformations-Kurzarbeitergeld durchsetzen möchte, um zum Beispiel bei der Entwicklung weg vom Verbrennungsmotor hin zum Elektromotor gewisse Spielräume zu haben, damit die Umwandlung der Produktionsprozesse nicht auf den Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen werden.

Prof. Dr. Gerhard Wenz forderte, dass Fächer wie Nachhaltigkeit stärker gelehrt werden sollen. Dazu wird es auch einen neuen Studiengang geben, wo der Mechatroniker mit dem Aspekt der Nachhaltigkeit kombiniert wird. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger betonte, dass Aus- und Weiterbildung die Einstiegsgarantie ist, um sich den Herausforderungen der Zukunft stellen zu können. „Wir müssen sehr viel schneller werden, was das definieren von neuen Ausbildungsinhalten und Ausbildungsberufen angeht“, so die Ministerin. Die rege Beteiligung der Jugendlichen Gewerkschafter an der Diskussion lässt hoffen, dass die Prozesse auch in Zukunft weiter vorangetrieben werden.