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Astronaut Matthias Maurer berichtet vom Alltag im All

Neuigkeiten von der Internationalen Raumstation : Radeln im Weltraum – wie Astronaut Matthias Maurer den Alltag im All meistert

Abdockmanöver, Experimente, Essensverkostung — langweilig wird es dem Saarländer Matthias Maurer bei seiner Mission im All sicherlich nicht. Auf Social Media gibt er Einblicke aus dem Astronauten-Alltag.

Astronaut Matthias Maurer lässt seine Fans ganz schön zappeln: Seit gut zwei Wochen lebt er nun schon in der Internationalen Raumstation (ISS) – doch ein Foto von der Erde hat er immer noch nicht veröffentlicht. Dafür teilt der Saarländer jede Menge andere spannende Impressionen von seinem Alltag in der Schwerelosigkeit. Auf Twitter zeigt er sich etwa mit hochgerecktem Daumen beim Sport.

Völlig verkabelt sowie mit angelegtem Brustgurt und Atemmaske radelt er auf dem Ergometer Cevis. „Es wurde von einem dänischen Unternehmen entwickelt und ist eines der Fitnessgeräte, die wir regelmäßig benutzen, um im Weltraum fit und gesund zu bleiben“, erklärt Maurer. Außerdem verrät er, was es mit all der Technik auf sich hat, die er an seinem Körper trägt. Es handele sich dabei um das Experiment „Metabolic Space“. Das Gerät messe den Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt seiner Atemluft. Darüber hinaus trägt der Raumfahrer noch einen Körpertemperaturmesser und ein Pulsmessgerät.

„So instrumentiert hat er dann seinen täglichen Sport verrichtet und die gemessenen Werte an uns übertragen. Über drei Sessions – jetzt, in der Mitte seiner Mission und ganz am Ende – erhofft man sich Aufschlüsse über den Zustand seines Herz-Lungen-Systems und hofft vor allem, ein geeignetes Gerät für derartige Untersuchungen für zukünftige Missionen zu entwickeln“, erläutert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einem Blogeintrag auf seiner Webseite. Insgesamt wird Maurer während seiner sechsmonatigen „Cosmic Kiss“-Mission mehr als 100 Versuche durchführen, davon 36 mit deutscher Beteiligung. Ihr Spektrum reicht von Grundlagenforschung bis hin zur Anwendung in Bereichen wie Lebenswissenschaften, Materialforschung, Physik, Medizin, sowie Erdbeobachtung.

Klingt nach ganz schön viel Arbeit, die der Saarländer fernab der Erde erledigen muss. Langweilig wird es ihm im Orbit also ganz sicher nicht – auch nicht während seiner Freizeit. In der Schwerelosigkeit entpuppen sich selbst alltägliche Dinge wie beispielsweise die Nahrungsaufnahme als Abenteuer. Am Dienstagmorgen gab es an Bord der ISS Blaubeerkompott. Dieses zu essen, stellte sich als gar nicht so einfach heraus, wie Maurers Fotos dokumentieren. Dazu schreibt er: „Ein gutes Frühstück ist im Weltraum genauso wichtig wie auf der Erde. Es darf nur nicht wegfliegen.“

Apropos fliegen, bereits am vergangenen Wochenende war der Astronaut an einem ziemlich ungewöhnlichen Flugmanöver beteiligt. Die ISS-Bewohner haben sich vom Versorgungsraumschiff Cygnus verabschiedet. „Ich habe beim bodengesteuerten Abdocken von Cygnus vom Roboterarbeitsplatz für den Canadarm 2 der Canadian Space Agency aus geholfen und den Abflug überwacht“, berichtet Maurer. Am 15. Dezember werde der Raumtransporter dann beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Und wer weiß: Vielleicht findet der 51-Jährige bis dahin ja auch ein wenig Zeit, um ein Foto unseres blauen Planeten zu schießen und zur Erde zu schicken.