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Handball: Trainer  Krzysztof Wroblewski zurückgetreten, HSG wird aufgelöst

Handball-Saarlandliga : Die HSG Nordsaar löst sich auf

Paukenschlag bei Handball-Saarlandligist HSG Nordsaar: Trainer Krzysztof Wroblewski ist von seinem Amt zurückgetreten. Im Sommer wird die HSG aufgelöst.

Mit einem dünnen Personalaufgebot kämpfen die Handballer der HSG Nordsaar seit Saisonbeginn um den Verbleib in der Saarlandliga. Nach einem Auftaktsieg gab es zuletzt vier Niederlagen am Stück. Und jetzt muss das Team einen weiteren Rückschlag verkraften: Bereits am vergangenen Samstag hat Trainer Krzysztof Wroblewski den Spielern mitgeteilt, dass er aus privaten und beruflichen Gründen zurücktreten wird. Am Dienstag hat der 55-Jährige die HSG bei der 21:33-Pokalniederlage gegen den Oberligisten VTZ Saarpfalz letztmalig betreut.

Der Grund für den Rückzug Wroblewskis, der 2018 an der Seite von Marco Heidemann als Nordsaar-Trainer eingestiegen war: „Ich habe mich beruflich neu orientiert, was viel Zeit in Anspruch nimmt“, sagt der Trainer. Unter anderem arbeitet Wroblewskis nun als Sportlehrer an der Gemeinschaftsschule Schaumberg in Theley.

Bei der HSG hat am Donnerstag das Spielerduo Jan Hippchen und Tobias Hans die Trainingsleitung übernommen und den Tabellenvorletzten auf das Heimspiel an diesem Samstag (19 Uhr, Bliestalhalle Oberthal) gegen Spitzenreiter SV 64 Zweibrücken II vorbereitet. „Das ist momentan die beste Lösung“, findet auch Wroblewski.

HSG-Kapitän und Neu-Spielertrainer Hippchen erklärt: „Das ist erst einmal interimsmäßig. Die Verantwortlichen schauen sich parallel nach einem neuen Trainer um, doch das ist im Moment nicht so einfach“.

Den ersten Auftrag sieht Hippchen darin, dass die Mannschaft jetzt eng zusammenrückt. Im Training werden sich die beiden Neulinge die Aufgaben teilen. „Ich bin mehr der emotionale Typ und werde mich um den Angriff kümmern. Tobias wird mit seiner Ruhe die Abwehrformation übernehmen, ohnehin ist er ja da unser Chef“, erklärt Hippchen.

Stressfrei will sich die HSG an diesem Samstag dem bislang verlustpunktfreien Spitzenreiter Zweibrücken II in den Weg stellen. „Wir wollen versuchen, so lange wie möglich mitzuhalten. Gewinnen müssen wir die Spiele gegen die Mannschaften, die weiter hinten in der Tabelle platziert sind“, meint Hippchen.

Und das wird schwer genug. Nachdem sich Kreisläufer Manuel Schmitt beruflich Richtung Österreich verabschiedet hat, fallen weitere Leistungsträger langfristig aus. Laut Hippchen wird Rückraumspieler Eric Grünemeier wegen seiner beim 24:23-Auftaktsieg gegen Brotdorf erlittenen Schulterverletzung in dieser Runde wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. Linksaußen Elias Wagner fällt wegen einer gebrochenen Hand ebenso aus wie Kreisläufer Till Egler, dem nach einer Knie-Operation mittlerweile die Schrauben entfernt wurden. „Und unser Linkshänder Daniel Dörr hat Probleme mit der Schulter“, sagt Hippchen.

Doch das sind nicht die einzigen Hiobsbotschaften. Aktuell steht zudem fest, dass die Handballspielgemeinschaft Nordsaar im Sommer aufgelöst wird. „Es ist immer schwieriger geworden, noch Leute zu finden, die sich im HSG-Ausschuss engagieren“, erläutert Dirk Werkle, stellvertretender Vorsitzender der DJK Oberthal. Das Spielrecht wird laut Statuten auf die DJK Oberthal übertragen, weil diese bei Gründung die klassenhöchste Mannschaft gestellt hat. „Wir wollen, dass dann die bisherigen Mannschaften weiterspielen“, sagt Werkle. Die DJK Marpingen beabsichtigt derweil, den männlichen Bereich neu aufzubauen. „Erste Gespräche laufen bereits“, teilt Marpingens Vorsitzender Norbert Geiger mit. Zu Beginn der Saison 2005/06 hatten die DJK-Vereine aus Oberthal, Marpingen und Namborn im männlichen Bereich die Spielgemeinschaft gegründet. Zweimal (2006 unter Trainer  Manfred Thome  und 2011 unter Dirk Werkle) war die HSG in die Oberliga auf- und nach einer Spielzeit wieder abgestiegen.