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HSG Nordsaar erwartet in Handball-Saarlandliga HSG Ottweiler-Steinbach

Handball : Auf Möhleckes Tore kommt es an

Für Handball-Saarlandligist HSG Nordsaar steht ein wichtiges Spiel an. Gegner HSG Ottweiler-Steinbach ist ein Konkurrent im Kampf um den Klassenverbleib.

Rückraumspieler mit einem ordentlichen Bums wie Jan Böing, Sebastian Stoll oder Marcel Becker haben in der Vergangenheit beim Handball-Saarlandligisten HSG Nordsaar für die Tore aus der Distanz gesorgt. Böing und Stoll haben ihre Laufbahn beendet. Und Becker wirft jetzt für den Drittligisten HG Saarlouis seine Tore. In der laufenden Spielzeit zappeln die Würfe von Fabian Möhlecke im Netz. Der 22-Jährige hat für die HSG Nordsaar schon 42 Mal in sechs Saisonspielen getroffen. Und dass der Rechtshänder trifft, ist dringend notwendig. Als Tabellenletzter steckt die HSG Nordsaar bis zum Hals im Abstiegskampf. An diesem Samstag um 19 Uhr empfängt sie in der Oberthaler Bliestalhalle den Tabellenachten HSG Ottweiler-Steinbach. „Da muss auf jeden Fall ein Sieg her. Ottweiler ist ein direkter Konkurrent von uns im Abstiegsrennen“, weiß Möhlecke, der aus dem rheinland-pfälzischen Brücken bei Birkenfeld stammt.

Angefangen mit dem Handball-Sport hat Möhlecke 2007 in der Jugendabteilung des TV Birkenfeld. „Ich habe zuerst auf der Linksaußenposition gespielt“, blickt er zurück. Ein paar Jahre später konnte der Verein für den 1999er-Jahrgang aber keine B-Jugendmannschaft mehr stellen. „Wir waren zu wenig Spieler, auch bei der A-Jugend war es personell zu knapp, um dort mitzuspielen“, berichtet Möhlecke. Für den leidenschaftlichen Handballer eine denkbar schlechte Situation. Im Alter von 15 Jahren hätte er lediglich bei der Herrenmannschaft des TV Birkenfeld mittrainieren können. „Aber ich wollte unbedingt meine Jugendzeit zu Ende spielen.“

Auch sein Jugendtrainer Michael Seithel schaltete sich ein, weil neben Möhlecke vier weitere Spieler ohne Mannschaft dagestanden haben. Gesucht wurde ein Verein – und ein Termin führte die Birkenfelder Nachwuchshandballer zu Thomas Paulus, dem damaligen stellvertretenden Spielausschuss-Vorsitzenden der HSG Nordsaar. „Außer mir ist dann aber keiner zu Nordsaar gewechselt“, sagt Möhlecke.

In der B-Jugend der HSG Nordsaar trainierte er unter Manfred Wegmann, in der A-Jugend unter Oliver Schank, ehe er ins Herrenteam kurz reinschnupperte. „Nach dem Abitur habe ich ein Lehramtsstudium in Kaiserslautern begonnen und dafür mehr Zeit aufwenden müssen“, schildert Möhlecke. In den zwei folgenden Spielzeiten sei er wegen der Corona-Krise nur wenig gelaufen. Für die Saison 2021/2022 steht der Rückraum-Akteur ganz zur Verfügung, ansonsten musste der Saarlandligist aber viele Abgänge verkraften. „Wir sind mit einer ganz jungen Mannschaft gestartet und dann sind gleich mehrere Verletzte dazugekommen“, sagt Möhlecke.

Noch ohne ihn gewann die HSG zum Auftakt mit 24:23 gegen den TuS Brotdorf. Allerdings war es das schon mit Punkten für die HSG. Ende November trat Trainer Krzysztof Wroblewski zurück. „Ich hatte ein gutes Verhältnis mit ihm“, erzählt Möhlecke. Doch mit der Umstellung auf das Spielertrainer-Duo Jan Hippchen und Tobias Hans stellte Möhlecke einen Aufwärtstrend in der Mannschaft fest. „Zuletzt bei der knappen Niederlage beim Tabellendritten SGH St. Ingbert haben wir erkannt, dass wir in der Saarlandliga mitspielen können“, ist Möhlecke überzeugt, der bei der 26:29-Niederlage zehn Tore erzielt hat.

Der gute Auftritt habe der jungen Mannschaft neuen Mut und Selbstvertrauen gegeben. „Dadurch, dass wir alle viel Spielpraxis bekommen, werden wir auch immer besser. Wir werden auf den Platz geschickt, nehmen die Aufgabe an und wollen gegen Ottweiler gewinnen“, sagt Möhlecke. Dagegen dürfte der gegnerische Trainer Tobias Frei etwas haben. Für den in Gronig wohnenden früheren Nordsaar-Spieler ist die Partie in der Oberthaler Bliestalhalle ebenso ein Heimspiel.