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34. Auflage des Heimatbuchs im Landkreis St. Wendel ist erschienen

Vorstellung : Regionales Geschichtsbuch mit Geschichte

Artikel und Fotos erzählen vom Gestern und Heute des Landkreises St. Wendel. Jetzt wurde die 34. Auflage des Heimatbuchs vorgestellt.

Sanfter Dunst steigt über den Segelbooten auf, die Sonne spiegelt sich im Wasser. Der Bostalsee ziert nicht nur das Cover der 34. Auflage des Heimatbuchs des Landkreises St. Wendel. Er ist auch ein wichtiges Thema in dem 160 Seiten umfassenden Werk. Im kommenden Jahr feiert der Besuchermagnet seinen 40. Geburtstag. Wie kam es zu der Idee des Stausees? Was hat sich rund um das Gewässer getan? Diesen Fragen geht Landrat Udo Recktenwald (CDU) in seinem Artikel nach. Zu der Geschichte des Bostalsees gehört auch die Ansiedlung von Center-Parcs. Seit 2013 hat der Ferienpark geöffnet. Auf der gegenüberliegenden Seeseite thront das jüngste touristische Projekt: die Seezeitlodge. In seinem Beitrag nimmt der ehemalige SZ-Redakteur Dagobert Schmidt die Leser mit auf einen Rundgang durch das Vier-Sterne-Superior-Hotel.

Ob kulturelles Leben, Landeskunde, Politik oder Geschichte – in verschiedenen Kategorien versucht das Buch, die Besonderheiten des St. Wendeler Landes – damals und heute – zu beleuchten. So findet sich darin beispielsweise ein Artikel über die Europäische Akademie in Otzenhausen samt eines Interviews mit deren Gründer Arno Krause, der im Januar gestorben ist. „Es ist das letzte Interview, das er gegeben hat“, sagt Thomas Störmer, der seit zwei Jahren die Redaktionsleitung für das Heimatbuch übernommen hat. Zusammen mit Lukas Kowol, Sprecher des Landkreises St. Wendel, hatte er noch die Gelegenheit, mit dem Ehrenbürger der Gemeinde Nonnweiler über die Akademie und Europa zu sprechen.

Architekt Bernd Brill beschäftigt sich mit Speijersch Haus, dem „wohl ältesten Gebäude, das in Alsweiler existiert“. Als weitere Themen des Buches nennt der Redaktionsleiter Bernhard W. Planz’ Beitrag über die Reformation im Bereich des heutigen Landkreises oder Helmut Weilers Blick auf die Familie der Knochenflickersch. Der Begriff bezieht sich auf eine Heilpraktikerin, die andere Heilmethoden als Mediziner anwandte. Einen Blick in die Urexweiler Kirche wirft Klaus Feucht in seinem Artikel über die Klais-Orgel.

Das Heimatbuch vermittelt aber nicht nur Geschichte, sondern hat inzwischen selbst Geschichte geschrieben. Es gibt die Reihe des Landkreises bereits seit 70 Jahren. „Mit beschränkten Mitteln ist 1948, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, die erste Ausgabe erschienen“, blickt Störmer zurück. Die Aufmachung habe sich in den Jahren verändert, nicht aber die Arbeit, die in den Büchern stecke. Störmer bescheinigt auch den Vorgängern eine „hervorragende Arbeit“. Dieser ist in der aktuellen Auflage ein eigener Beitrag gewidmet. Darin würdigt Philologe Alfons Klein den 70. Geburtstag des Heimatbuches. „Wie wir wurden, wie wir sind, wie unsere Heimat wurde, wie sie ist, das erzählt uns auch das Heimatbuch“, sagt Landrat Recktenwald. Der Landkreis sei mehr als eine Verwaltungseinheit. „Es ist auch ein Gefühl, ein Stück Identität. Ein Wir.“

Im Drei-Jahres-Rhythmus erscheint das Heimatbuch. Welche Themen gesetzt werden, darüber entscheidet ein Redaktionsausschuss. Zu diesem gehören – neben dem Leiter Thomas Störmer – Bernhard W. Planz, Helmut Weiler, Bernd Brill, Lukas Kowol, Petra Scholl und Fatma Hinsberger. Die Planungen für die nächste Ausgabe beginnen im kommenden Jahr. „Im Februar haben wir die erste Sitzung“, sagt Störmer. Es gebe feste Parameter, wie die Chronik, die immer in dem Buch auftauchen. Ein Schwerpunkt sei die Geschichte des Landkreises. „Artikel, die schon einmal woanders erschienen sind, haben keine Chance, in unserem Buch abgedruckt zu werden“, erläutert Störmer. So sollen Dopplungen vermieden werden. Generell könne sich jeder Hobbyhistoriker mit seinem Beitrag an die Heimatbuch-Redaktion wenden. Diese sichtet nach und nach die eingereichten Artikel. Aber nicht nur Texte bestimmen den Inhalt des Heimatbuches. Es ist auch überaus reich bebildert. 800 Ausgaben der 34. Auflage über die Jahre 2015 bis 2018 sind gedruckt worden.

Für 18 Euro wird das Werk unter anderem im Servicebüro des Landkreises, in der Stadt- und Kreisbibliothek im Mia-Münster-Haus oder in den Rathäusern der Gemeinden Freisen, Marpingen, Namborn, Nohfelden, Nonnweiler und Tholey sowie der Kreisstadt St. Wendel verkauft.