Cleanup Day in St. Wendel : Sisyphusarbeit mit Greifer und Motivation

Am World Clean Up Day machten sich auch Umweltschützer aus St. Wendel an die Arbeit.

Säcke auf, Müll rein. Umweltschutz fängt vor der eigenen Haustür an. Am weltweiten World Cleanup Day 2021 ist auch eine Initiative aus St. Wendel mit Greifern unterwegs.

Friederike Gabriel hat im Wendelinuspark einen Tisch aufgebaut, fünf Greifer hat Cleanup Saarland der Initiative aus der Kreisstadt zur Verfügung gestellt, weitere fünf sind geliehen. Einen Bollerwagen zum Abtransport des Mülls hat sich die Gruppe selbst angeschafft. „Wir haben im März angefangen und machen jetzt auch bei der weltweiten Aktion für eine saubere Umwelt mit“, sagt Friederike Gabriel.

Saarlandweit seien am World Cleanup Day rund 80 Aktionen am Laufen. Mehr als zehn ehrenamtliche Müllsammler machen sich dann auf einem Abschnitt in St. Wendel ans Werk. Ihr Entsorgungsgebiet ist der Wendelinuspark, die Skateranlage, die Straße Richtung Golfplatz sowie Tholeyer Straße und ein paar Flecken im Industriegebiet. Allein das Aufsammeln der Zigarrettenkippen im Wendelinuspark ist mühsam und Sisyphusarbeit, unzählige Male schnappt der Greifer zu. Und dies, obwohl die aufgestellten Müllbehälter eigens mit einem Aschenbecher ausgestattet sind. „Die Leute wissen gar nicht, wie viele Giftstoffe in den Boden gelangen, wenn die Zigarrettenkippen von Regen ausgewaschen werden“, warnt Friederike Gabriel.

 Katrin Eckert-Schmitt und ihre Tochter Yana waren gemeinsam für eine saubere Umwelt im Einsatz.
Katrin Eckert-Schmitt und ihre Tochter Yana waren gemeinsam für eine saubere Umwelt im Einsatz. Foto: Frank Faber

Auch ihr Bruder Jeremia hat es satt, dass haufenweise Müll in der Umwelt rumliegt. „Wenn man viel achtlos weggeworfenen Müll beispielsweise von einem Schnellrestaurant aufsammelt, kann man davon ein Foto machen und es dann dem Schnellrestaurant schicken, um die Problemstellen aufzuzeigen“, erklärt Jeremia Gabriel. Des Weiteren könne die Einführung eines Pfandsystems dazu beitragen, dass weniger Gegenstände in der Natur landen.

 Sandy Junk war auf dem Parkplatz im Wendelinuspark unterwegs, um Müll zu sammeln.
Sandy Junk war auf dem Parkplatz im Wendelinuspark unterwegs, um Müll zu sammeln. Foto: Frank Faber

Christina Förderer appelliert an die Eigenverantwortung des Einzelnen. „Wenn man spazieren geht, kann man sich einen Müllbeutel mitnehmen und Sachen aufheben, die da nicht hingehören“, sagt sie. Sandy Junk stört ein völlig unnötiger Kreislauf und beschreibt diesen so: „Es ist schon total irrre, die einen werfen den Müll einfach weg, damit andere ihn dann wieder aufsammeln“.

Katrin Eckert-Schmitt hat ihre fünfjährige Tochter Yana für die Abfallbeseitigung in Natur und Umwelt mitgebracht. „Sie ist sehr fleißig“, sagt sie. Eckert-Schmitt ist durch einen Hinweis einer Freundin auf die St. Wendeler Cleanup-Initiative aufmerksam geworden und hat sich daraufhin sofort der Gruppe angeschlossen. „Man muss doch für den Umweltschutz etwas tun“, findet Eckert-Schmitt.

Friederike Gabriel und Jonas Wengel schauen neben  den Wegen und der Tholeyer Straße auch tief ins Gebüsch rein. „Wenn man da reinschaut, tauchen Dinge und Gegenstände auf, die man auf den ersten Blick überhaupt nicht sieht“, berichtet sie. Nach guten zwei Stunden kommen die Entsorger mit den gefüllten blauen Müllsäcken zum Ausgangspunkt auf der Parkfläche im Wendelinuspark zurück. „Durch die Motivation aller waren wir sehr erfolgreich“, freut sich Friederike Gabriel.

Dann kommt der gesammelte Müll auf die Waage. Insgesamt sind es mehr als 85 Kilogramm Abfall, den die Cleanup-Initiative binnen 120 Minuten beseitigt hat. Mit der Anzahl von elf Teilnehmern am World Cleanup Day ist sie zufrieden. „Ich hoffe jetzt sehr, dass wir damit weitere Bürger auf das Thema Müll und die daraus entstehende Verschmutzung von Natur und Umwelt haben aufmerksam machen können und sie die Problematik sehen“, wünscht sich Friederike Gabriel. Laut World Cleanup Day Deutschland seien national rund 200 000 Teilnehmer bei der weltweiten Aufräumaktion im Einsatz gewesen.

Für den Klima-und Umweltschutz setzen sich Jeremia Gabriel und Lara Seibert zudem in der St. Wendeler Ortsgruppe „Fridays for Future“ ein. „Wegen Corona konnten wir uns über eine lange Zeit nicht treffen“, bedauert Jeremia Gabriel. Doch jetzt gehe es mit den Freitagsprotesten weiter. An diesem Freitag, 24. September, um 12 Uhr trifft sich die Gruppe im St. Wendeler Stadtpark.