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Joris begeistert bei Strandkorb-Konzert am Bostalsee – Fans erleben Premiere

Strandkorb-Konzert : Sänger Joris begeistert am Bostalsee – Fans erleben Premiere (mit Bildergalerie)

Dieser Aufforderung von Joris kamen die Fans gerne nach. Neben ausgelassenen Partymomenten gab es aber auch sanfte Töne. Die Show des Sängers am Bostalsee bot reichlich Abwechslung – musikalisch und emotional. Lediglich zwei der 711 Strandkörbe blieben am Freitagabend unbesetzt.

Die Bühne ist in sanftes Licht getaucht. Aus einem Grammophon erklingen die Stimmen der Comedian Harmonists: „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“. Während die Nadel über die Rillen in der Schallplatte gleitet, sitzt Joris ganz still da, formt mit seinen Händen ein Herz. Es sind die Schlussmomente seines Konzertes am Bostalsee, das einer Achterbahnfahrt der Gefühle glich. Singen, tanzen, ausgelassen feiern, lachen und weinen – in dieser Show steckte alles drin.

Und das wurde schon gleich zu Beginn greifbar. Mit „Sturm und Drang“ sowie dem Song „Du“ eröffneten Joris und seine Band den Abend. Dann erinnerte der Sänger an die Flutkatastrophe im Juli und das Schicksal der Betroffenen. Neben den furchtbaren Bildern ist ihm ein Gefühl in Erinnerung geblieben: „Dass es da draußen viele gute Menschen gibt. Wir gehören alle zusammen, egal welcher Glaube und egal welche Hautfarbe.“ Das Publikum applaudierte und es erklangen die ersten Töne von „Glück auf“. Ähnlich emotionsgeladen war die Stimmung bei dem Lied „Bis ans Ende der Welt“, zu dem es eine besondere Geschichte gibt. Als Joris im Teenageralter auf Klassenfahrt war, erhielt sein bester Freund die Nachricht vom Tod seines Vaters. Der heute 31-Jährige habe noch bei der Beerdigung nach den richtigen Worten gesucht. Sie aber erst 2013 gefunden und in diesen Song gepackt.

Neben den ruhigen, nachdenklichen Momenten kam aber auch die Partystimmung nicht zu kurz. „It’s time for some Reggae“, kündigte Joris an. Bei der aktuellen Staffel von „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“ hatte sein Titel „Im Schneckenhaus“ einen Reggae-Touch verpasst bekommen. Und zwar von Sänger Gentleman, der in dieser Woche ebenfalls am Bostalsee zu Gast war. Joris spielte die Variante seines Musikerkollegen und performte auch das Stück, das die beiden gemeinsam geschrieben haben: „Immer noch hier“.  

Premiere: Joris spielt bei Strandkorb-Open-Air seinen neuen Song erstmals live

In Joris Hit „Sommerregen“ heißt es: „Mach die Augen zu und tanz.“ Und genau das wollte der Sänger wörtlich verstanden wissen.  „Seid mal nur im Hier und Jetzt“, sagte er. „Das wird der Tanz unseres Lebens“. Ausgelassen hüpfte und tänzelte er über die Bühne. Der Großteil des Publikums tat es ihm gleich. Mit passenden Lichteffekten gab es eine Techno-Variante von „Sommerregen.“ Einfach mal ausgelassen sein, sich ganz leicht fühlen. Einen solchen Augenblick schenkte Joris seinen Fans und vielleicht auch ein bisschen sich selbst. „Ich bin wirklich geflasht“, sagte Joris. „Ich hätte mir keinen besseren Ort für meinen letzten Sommergig vorstellen können.“  Daher gab es auch noch eine echte Premiere. Der 31-Jährige spielte seinen neuen Titel „Komm zurück“ erstmals live.

Ob ein Trommelduell bei „Signal“ oder der Moment, indem sich die Band im Halbrund um ein Mikrofon positionierte, um in „Wohnzimmeratmosphäre“ das Lied „Untergang“ zu performen – die Show bot viele Facetten. Auch das gemeinsame Singen mit den Fans durfte nicht fehlen. Bei „Herz über Kopf“ konnten sie ihre Textsicherheit unter Beweis stellen.

Joris vermochte es, ganz selbstverständlich von einer ausgelassenen Feier-Stimmung zu den leisen, nachdenklichen Tönen zu wechseln. „Dieses Konzert bedeutet mir die Welt“, sagte er und stimmte den – wie er sagte – letzten Song des Abends an: „Steine“. Einer der emotionalen Höhepunkte.

Doch hier endete das Konzert noch nicht. Der Sänger kam zurück auf die Bühne – samt Regenbogenfahne, die er sich um die Hüfte band. Ein Statement ohne Worte. Applaus erntete er auch für seine Äußerungen. So fragte er ins Festival-Rund, ob jemand ein Problem mit seinen Strandkorb-Nachbarn gehabt hätte. „Hier sind so viele verschiedene Menschen zusammengekommen und wir alle hatten eine gute Zeit“, sagte Joris. Dann forderte er die Besucher auf, etwas von dem Zauber dieses Abends am Bostalsee mit in die Welt zu tragen. 

Der Sänger dankte allen, die zu dem Gelingen eines solchen Konzertes beitragen und somit wieder besondere Momente möglich machen. Da durfte die Hommage an diejenige, der dabei die wichtigste Rolle zukommt, nicht fehlen: „Nur die Musik“. Als die letzten Töne des Songs sanft ausklangen, wurden auf der Bühne Konfetti-Kanonen gezündet. Während die Farbschnipsel sanft zum Boden schwebten, verabschiedeten sich die Musiker von ihrem Festival-Sommer. Am Bostalsee geht es unterdessen noch weiter mit den Strandkorb-Open-Airs bis zum 30. September.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So war’s beim Konzert von Joris