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Maria und Herbert Funk aus St. Wendel feiern Eiserne Hochzeit

Eiserne Hochzeit in St. Wendel : An der Kirmes funkte es vor 70 Jahren

Maria Funk, geborene Backes, und ihr Ehemann Herbert aus St. Wendel feiern an diesem Samstag, 4. September, Eiserne Hochzeit.

An der Wendels­kirmes 1951 hat es mitten auf der Straße gefunkt. Und wie. An diesem Samstag feiern Maria Funk, geborene Backes, und Ehemann Herbert Funk aus St. Wendel das Fest der Eisernen Hochzeit. Vor 65 Jahren hat sich das Jubelpaar in der Hasborner Pfarrkirche das Ja-Wort gegeben.

Der 92-jährige Herbert Funk muss schmunzeln, ehe er die erste von mehreren Anekdoten erzählt. „Der Bus mit der Hochzeitsgesellschaft aus meinem Heimatort Güdesweiler ist in Selbach am Hotel Zur Bliesquelle stehen geblieben“, blickt er zurück. In der Hochzeitsnacht erlebte das Paar eine besondere Überraschung. „In der Mietwohnung neben Marias Elternhaus hatte man uns die Betten ausgeräumt, und wir hatten kalte Füße“, schildert Herbert Funk. Zu Fuß ist der damalige Sparkassenangestellte auch lange Zeit zwischen Güdesweiler und Hasborn unterwegs gewesen, bis er seine Maria in die Arme schließen konnte. Sie, heute 86 Jahre alt und in Hasborn geboren, hegte nach der Volksschule den Wunsch, Lehrerin zu werden. „Meine Mutter aber sagte mir, dass ich dann nicht heiraten dürfe und ledig bleiben müsste“, was Maria Funk allerdings nicht wollte. Sie orientierte sich um und wurde Buchhalterin bei Landmaschinen-Betrieb Klein in St. Wendel.

Vor 70 Jahren während der Wendelskirmes sah Herbert Funk sie dann zum ersten Mal. „An der Kreuzung am Saalbau habe ich meinen Bruder Josef und Hänschen Recktenwald aus Urexweiler getroffen, und in ihrer Mitte hat ein schönes Mädel gestanden“, schwärmt der Jubilar noch heute von diesem Moment. Später habe er das Mädel dann im Zug wiedergesehen. „Angesprochen habe ich sie nicht, weil immer ihre Freundinnen bei ihr waren“, sagt er. An der Hasborner Kirmes sind sich dann beide nähergekommen. „Sonntags bin ich dann immer zu ihr. Zuerst zu Fuß von Güdesweiler nach Oberthal, dann mit dem Zug nach Tholey und von dort mit dem Bus bis Sotzweiler. Bis nach Hasborn bin ich dann zu Fuß marschiert“, beschreibt Herbert Funk die Wegstrecke seiner Rendezvous-Touren. Nach dem Abendessen habe ihn seine Maria dann bis zum Ortsausgang begleitet und verabschiedet. „Dann bin ich durch Leitzweiler bis zum Bus nach Theley gelaufen und von Gronig wieder das Stück bis nach Güdesweiler heimgegangen“, berichtet Herbert Funk. Daraufhin schaffte er sich eine Vespa an. „Mehr als einmal bin ich am früheren Zoll bei Selbach kontrolliert worden“, weiß er noch.

Schließlich schreiteten Maria und Herbert Funk am 4. September 1956 vor den Traualtar im Hasborner Gotteshaus. Die Hochzeitsreise führte das Ehepaar für zwei Wochen an den Tegernsee. „25 Jahre später, an unserer Silberhochzeit, waren wir dann noch einmal im gleichen Hotel und sind gleich wieder erkannt worden“, so Herbert Funk. Am 11. November 1959 ist das Ehepaar in ihr neu gebautes Haus in St. Wendel eingezogen. Herbert Funk war im Laufe der Jahre bei der Sparkasse vom Schalter bis in die Dezernatsleitung aufgestiegen und setzte sich im Pfarrgemeinderat ein. Maria Funk engagierte sich ehrenamtlich für soziale Belange in der Kreisstadt und war zudem kommunalpolitisch aktiv. Für ihre Verdienste hat sie der damalige Bundespräsident Horst Köhler im April 2008 mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Ihrer Idee ist es zu verdanken, dass in jedem Jahr die Osterkrone den Brunnen auf dem Schlossplatz schmückt. „Mit meinem Leben von 86 Jahren bin ich sehr zufrieden und glücklich“, freut sich Maria Funk. Aus ihrer Ehe gehen die Söhne Stefan und Rainer, die in Chile und Herzogenaurach beruflich tätig sind, hervor. Dazu freuen sich die Großeltern auf jede Begegnung mit den fünf Enkelkindern.