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Neugegründete BI aus Oberlinxweiler fürchtet Erweiterungspläne der Basalt-AG

Angst vor Erweiterung : Oberlinxweiler Steinbruch rückt in den Fokus

Eine neu gegründete Bürgerinitiative will eine mögliche Erweiterung des Steinbruchs am Spiemont bei Oberlinxweiler verhindern.

Die Probebohrungen gleich neben dem Steinbruch in Oberlinxweiler haben gehörig Staub aufgewirbelt. Synchron wurden Proteste der Anwohner im nahen Wohngebiet Am Hirschberg lauter.

300 Einladungen für zwei Bürgerversammlungen landeten daraufhin in die Briefkästen der Anwohner Am Hirschberg, der Straße Am Schlaufenglan und im Wohngebiet Am Spiemont. „50 Bürger sind zur ersten, 60 zur zweiten Versammlung in die Maria-Juchasz-Straße gekommen“, freut sich Mitiniatorin Uta Sullenberger über das große Interesse.

Die Sprengungen und Bohrungen hätten bei den Anwohnern wohl Ängste geschürt, dass durch die Aktivitäten der Steinbruch erweitert werde und dadurch in östlicher Richtung näher an das Wohngebiet Am Hirschberg heranrücken könnte (wir berichteten). Gemeinsam mit ihren Mitstreitern will Sullenberger, die mit Tilman Schön dem St. Wendeler Grünen-Ortsverband vorsitzt, nun Klarheit darüber, wie es an dem Steinbruch weiter gehen soll. Ihrer Ansicht nach am besten gar nicht, weshalb sie die Bürgerinitiative (BI) „Wir gegen die Erweiterung des Steinbruchs St. Wendel“ gegründet haben.

Bei der Gründung sind auch Mitglieder des St. Wendeler Stadtrates sowie des Oberlinxweiler Ortsrats mit von der Partie gewesen. Als BI-Sprecher fungieren Markus Frey, Markus Zimmermann sowie Uta Sullenberger. „Wir werden unsere Forderungen aufstellen und Kontakt mit der Stadtverwaltung, dem Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz sowie der Basalt AG aufnehmen, damit wir wissen, was in Zukunft überhaupt mit dem Steinbruch passiert. Wir fordern die Verwaltung auf, die Informationen transparent zu machen“, verlangt Sprecherin Sullenberger.

Fakt ist, östlich der genehmigten Abbaufläche des Steinbruches in Richtung Seienhof hat der Betreiber zur zukünftigen Sicherung des Werkes Explorationsbohrungen zur Bestimmung der Qualität des Gesteinsvorkommens durchführen lassen. Die Bohrungen bestätigt die Stadtverwaltung. „Nach unseren Informationen insgesamt sechs, davon eine auf Gelände der Kreisstadt St. Wendel. Der Verwaltung liegt aber kein offizieller Antrag zu einer geplanten Erweiterung vor“, teilt die Verwaltung auf SZ-Anfrage mit. Dazu präzisiert das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (LUA): „Die Explorationsbohrungen sind durchgeführt; die Ergebnisse der Sondierungen liegen uns nicht vor. Nach Auswertung der Bohrergebnisse soll über eine mögliche Erweiterung entschieden werden.“ Je nach Entscheidung sei mit einem Genehmigungsverfahren vor 2021 nicht zu rechnen.

Christian Gall, Oberbetriebsleiter der Basalt-AG aus Kirn erläutert: „Wir wissen noch nicht, was uns in diesem Bereich erwartet. Deshalb gibt es noch keine Informationen, wozu wir uns äußern können.“ Erst gegen Ende des Jahres, wovon Gall ausgeht, könne zu den Explorationsbohrungen eine Aussage getroffen werden. „Wenn uns genaue Informationen vorliegen, werden wir transparent damit umgehen“, versichert der Oberbetriebsleiter.

Neben den Bohrungen moniert die BI, dass die Basalt-AG verpflichtet sei, Renaturierungs- und Rekultivierungsmaßnahmen vorzunehmen, dem aber noch nicht sichtbar nachgekommen sei. Dabei beruft sie sich auf Dokumente einer Vorgänger-Initiative. „Ein Rekultivierungsplan vom 20. April 2009 für den gesamten Steinbruchbetrieb ist verbindlich umzusetzen. Man befindet sich abbaubedingt erst in der Phase eins dieses Planes, sodass große Teile der dort beschriebenen Rekultivierung auf noch als Betriebsflächen genutzten Teilflächen (für Abbau, Lagerung, Aufbereitung, Bauschuttaufbereitung, Fahrwegen) noch nicht umgesetzt sein können“, stellt das LUA diesbezüglich fest.

Derzeit befindet sich die Umweltbehörde nach eigenen Angaben in Gesprächen mit der Basalt-AG – wegen erforderlicher kleinräumiger Anpassungen des Rekultivierungsplanes. Des Weiteren soll aus den älteren Dokumenten die Installation einer Lärmschutzwand hervorgehen. „Die Nebenbestimmungen aller im LUA aktenkundigen Genehmigungen beziehungsweise Anordnungen (zurückgehend bis in die 1970er-Jahre) wurden gesichtet. Verbindlich festgesetzte Maßnahmen wie eine Lärmschutzwand konnten nicht ermittelt werden“, hat das LUA eruiert.

Während der Bürgerversammlung beanstandet ein Teilnehmer, dass ein Wirtschaftsweg unweit des Steinbruchs abgerutscht sei, wobei Wander- und Wirtschaftswege erst bei einer Stilllegung des Betriebes wieder herzustellen seien. „Es ist nur bekannt, dass ein Wirtschaftsweg östlich des Steinbruchbereiches (außerhalb der Vorhabensfläche) abgerutscht sei. Hierfür sollen Baumaßnahmen der Stadt St. Wendel verantwortlich sein“, berichtet die Umweltbehörde. BI-Sprecherin Sullenberger appelliert: „Wir brauchen verwertbare Daten. Es gibt unzählige Fragen und Anliegen, die wir geklärt haben wollen und deshalb wollen wir mit allen Verantwortlichen an einen Tisch kommen.“ Ein Termin hierfür ist noch nicht fix. Die BI trifft sich jeden ersten Sonntag im Monat. Am Donnerstag, 3. September, steht der Steinbruch Oberlinxweiler auf der Tagesordnung im Bauausschuss der Kreisstadt St. Wendel.