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Premiere von „Musical Magics goes Hollywood“ im Saalbau St. Wendel

Musical Magics goes Hollywood : Tänzer, Nonnen und ein Goldjunge

Show „Musical Magics goes Hollywood“ in St. Wendel liefert einen Querschnitt berühmter Film-Musical-Produktionen.

Wer kennt sie nicht, die Klassiker aus „Dirty Dancing“, „Sister Act“, „Mamma Mia“ oder „Mary Poppins“? Während Produktionen wie „Mamma Mia“ zuerst als Musical Berühmtheit erlangten, bildeten bei „Pretty Woman“ oder „Bodyguard“ die Hollywood-Spielfilme die Basis für den Erfolg auf den Musicalbühnen.

Einen Querschnitt durch diese Kassenschlager präsentierte das Ensemble von Musical Magics aus Trier und Umgebung, das nach 18 Monaten coronabedingter Zwangspause  wieder auftreten durfte. Die Premiere der neuen Show „Musical Magics goes Hollywood“ der aus neun  Darstellern sowie sieben Musikern bestehenden Gruppe fand im Saalbau in St. Wendel statt. Gut 200 erwartungsfrohe Zuschauer saßen mit Abstand und unter Einhaltung der 3-G-Regel im Saal, als Projektionen der amerikanischen Metropole Los Angeles den Beginn des Events ankündigten. Aus dem Musical „Pretty Woman“ machten die beiden Songs „Welcome to Hollywood“ und „You and I“ den Anfang, ehe der Goldjunge Oscar alias Noah Högner mit starkem US-amerikanischem Akzent zur Moderation ansetzte und zu den beiden nächsten Musicals, „Bodyguard“ und „Dirty Dancing“, überleitete.

Bei Christine Kaufmanns Solointerpretation des Whitney Houston Klassikers „I will always love you“ kam erstmals richtig Stimmung auf und das Publikum applaudierte begeistert. Und auch bei „The Time of my Life“ aus „Dirty Dancing“, stilecht präsentiert mit Paartanz inklusive Hebefigur, klatschten die Gäste mit. Nach Songs aus „Anastasia“ und „Kinky Boots“ stattete das „Phantom der Oper“ St. Wendel einen Besuch ab. Szenen aus „Rebecca“ verbreiteten  eine düstere Atmosphäre, untermalt von Donnergrollen.

 Noah Högner führte als Goldjunge Oscar durch die Veranstaltung.
Noah Högner führte als Goldjunge Oscar durch die Veranstaltung. Foto: Jennifer Fell

Vor der Pause gehörte die Bühne dann ganz dem Musical „Sister Act“, das auf dem Spielfilm mit Whoopi Goldberg basiert. Hier erhielten die  Musicalliebhaber einen größeren Einblick, wurde doch durch die Aneinanderreihung mehrere Szenen die Geschichte der Sängerin Deloris erzählt, die Zeugin eines Mordes wird und daraufhin von dem Unterweltboss Curtis und seinen Gefolgsleuten ausgeschaltet werden soll. Um diesem Schicksal zu entgehen, taucht sie unter dem Decknamen Schwester Mary Clarence in einem Kloster unter, dessen Chor sie auf Vordermann bringt. Die Truppe von Musical Magics bot in diesem Kontext in entsprechender Kostümierung unter anderem die Songs „Zeig` mir den Himmel“ und „Hey Schwester“ dar.

Ähnlich schwungvoll ging es nach der kurzen Unterbrechung weiter, als das Publikum in „The Greatest Showman“ und „Mary Poppins“ eintauchen durfte. Aus dem letztgenannten Musical intonierte das Ensemble den Klassiker „Supercalifragilisticexpialigetisch“, den Goldjunge Oscar zum Anlass nahm, die Sprachbegabung der Zuschauer zu testen. Auf eine Stippvisite beim Musical „Die Eiskönigin“ folgte ein Ausflug nach Afrika, zum „König der Löwen“, bei dem neben dem hervorragenden Gesang die farbenfrohen Kostüme und aufwändigen Masken begeisterten. Die allseits bekannten Abba-Hits „Money, Money, Money“, „Mamma Mia“ und „Dancing Queen“ aus „Mamma Mia“, von Noah Högner als „Gute-Laune-Musical“ angekündigt, wurden in  70er-Jahre-Klamotten und mit passender Choreografie präsentiert.

Dunkel und beklemmend wurde es bei „Tanz der Vampire“, bei dem die St. Wendeler Zuhörer vor allem „Totale Finsternis“ mit donnerndem Applaus quittierten. Rockige Rhythmen aus „Rock of Ages“ und „We will rock you“ verbreiteten eine gänzlich andere Atmosphäre im Saal. Steve Wariners „Small Town Girl“ oder Queens „We will rock you“ animierten zum Mitsingen und Mitklatschen, Tanzen war den Musikfans aufgrund von Corona-Beschränkungen nicht erlaubt. Standing Ovations des Publikums entlockten den von drei Bläsern, Schlagzeug, Bass, Gitarre und Keyboards unterstützten Darstellern als Schlussakkord noch den Queen-Kulthit „Bohemian Rhapsody“ aus dem gleichnamigen Film. Für Hans Jürgen Wolf aus Baltersweiler war es ein gelungener Abend, besonders begeisterten ihn die Ausschnitte aus „Sister Act“ und das aus gutem Grund: „Es war immer mein Traum, Priester zu werden, stattdessen bin ich Maler geworden. Aber ich war lange in der Kirche engagiert, hatte zum Beispiel die Leitung der Messdiener inne, daher kamen diese Lieder für mich wie gerufen“, sagte er. Auch Sebastian Weber aus Bedesbach, im August noch selbst bei den  „Summer Weekends“ mit Gesangspartnerin Kristin Backes auf der Bühne (wir berichteten), war in den Saalbau gekommen, um sich das Ensemble um Produktionsleiter und Hauptdarsteller live anzuschauen.

Er fand es interessant, einmal auf der anderen Seite zu stehen beziehungsweise zu sitzen und einmal Zuschauer zu sein. Er war voll des Lobes: „Das war eine richtig schöne Show, die Laune gemacht hat zuzuschauen und zuzuhören. Die Zeit verging wie im Flug“, bemerkte der Musicalsänger, der noch einen weiteren Anlass hatte, dem Event beizuwohnen: „Mein Trauzeuge Dennis Klein wirkt bei der Produktion mit.“

Die Nambornerin Meta Jung war ebenfalls angetan von dem  Musicalmix und auch von der Stimmung im Saal, äußerte jedoch Kritik an der Organisation: „Ich finde es seltsam, dass mein Mann und ich hier mit zwei Stühlen Abstand zwischen uns sitzen müssen, obwohl wir zum gleichen Haushalt gehören.

Diese Regelung wurde auch von anderen Zuschauern bemängelt.“ Die Verwirrung um diese Regelung war für Michael Thinnes, der selbst bei der Show mitwirkte und auch die Gesamtleitung innehatte, nachvollziehbar, er konnte jedoch erklären, wie es dazu gekommen war: „Leider handelte es sich da um eine Vorgabe der Stadt. Da wir eigentlich schon im vergangenen Frühjahr hier auftreten sollten, waren viele Karten bereits im Vorfeld verkauft worden, sodass es nicht mehr möglich war, eine andere Regelung zu treffen.“ Mit der Premiere von „Musical Magics“ zeigte sich Thinnes dennoch sehr zufrieden, lobte vor allem auch die gute Unterstützung durch die Zuschauer im Saalbau, wo er mit seiner Truppe bereits häufiger zu Gast war: „St. Wendel ist fester Standort unserer Tourneen, wir kommen immer gerne hierher und spielen sonst in der Regel vor vollem Haus. Aber auch wenn dieses Mal weniger Leute dabei sein konnten, wurden wir großartig unterstützt“, so der Hauptdarsteller, der ergänzte, dass noch 15 weitere Shows in Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg auf dem Terminplan stünden.