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Rhythmische Sportgymnastik: TV St. Wendel schafft Klassenerhalt in der Bundesliga

Sportgymnastik : Saarländische Sportgymnastinnen bleiben erstklassig

Gegner kann nicht antreten: Athletinnen des TV St. Wendel sichern sich in Bremen den Klassenverbleib in der 1. Bundesliga.

Die Sportgymnastinnen des TV St. Wendel haben in der erstmals ausgetragenen Bundesliga der Rhythmischen Sportgymnastik den Klassenverbleib geschafft. Nach zwei Vorkämpfen in Frankfurt und Stuttgart sollten die saarländischen Landeskader-Gymnastinnen als Viertplatzierte eigentlich in der Relegation gegen den Zweitplatzierten der 2. Bundesliga Süd, den TB Oppau, antreten.

Da die Pfälzerinnen aber am Samstag wegen mehrerer Corona-Fälle im Team nicht am Aufstiegsfinale in Bremen teilnehmen konnten, hatten die Saarländerinnen den Erstliga-Verbleib kampflos erreicht. Als Ersatz bestritten sie einen Wettkampf gegen die Erstplatzierten der 2. Bundesliga Süd, den TSV Schmiden, dessen Aufstieg allerdings bereits nach der Vorrunde feststand. Dabei trat jeweils eine Gymnastin des TV St. Wendel gegen eine Gymnastin des TSV Schmiden an – in insgesamt zwölf Duellen. Gegen die sechs Nationalkader-Gymnastinnen des TSV Schmiden kamen die Saarländerinnen zwar im sogenannten Sore-System nicht über zwei Unentschieden hinaus, überzeugten aber trotzdem mit gesteigerten Wettkampfleistungen, selbstbewussten Auftritten und Mannschaftsgeist.

 Xenia Mauer schwärmte nach ihrem Auftritt von dem neuen Score-System, bei dem sich die Gymnastinnen beider Teams im direkten Duell gegenüberstehen. „Das war alles ziemlich aufregend heute. Es war eine ganz andere Atmosphäre. Nicht nur ein stupides Herunterturnen von einzelnen Übungen“, erzählte sie. Daran änderte auch die klare Niederlage gegen den Aufsteiger aus Schmiden nichts. „Wir lernen ja noch dazu“, sagte Mauer. Vielleicht hätte man der Mannschaft aus Schwaben den einen oder anderen Punkt noch abluchsen können, auch wenn diese richtig stark aufgetreten sei. „Das hat mich aber motiviert, noch mehr aus mir herauszugehen. Ich turne ja gerne sehr sicher. Aber da habe ich mir gedacht: ,Xenia, warum gehst Du da nicht noch mehr Risiko und holst Dir vielleicht noch den Score-Punkt?’“, verriet sie.

Landestrainerin Karin Schalda-Junk war stolz auf die Mannschaftsleistung. „Wir haben in unserem Team leistungsstarke Gymnastinnen, die mit der deutschen Spitze absolut mithalten können“, stellte sie fest. Fünf der sechs Turnerinnen, die die Farben des Saarländischen Turner-Bundes in der Bremer Messehalle vertraten, besuchen derzeit das Gymnasium am Rotenbühl in Saarbrücken, um die Möglichkeiten von Schule, Tagesinternat und Training an der Hermann-Neuberger-Sportschule nutzen zu können. Allerdings soll den Gymnastinnen nach Plänen des Saarländischen Turner-Bundes lediglich für ein weiteres halbes Jahr die Möglichkeit geboten werden, an der Sportschule im Rahmen ihres Landestrainings die sportliche Entwicklung weiter fortzuführen. Die Gymnastinnen sind daher auf der Suche nach Sponsoren, die das Training weiter finanzieren.

Zur erfolgreichen Bundesliga-Mannschaft des TV St. Wendel gehören Elisabeth Polzin-Kvasova aus Ottweiler, Regina Krivoseev aus Rehlingen, sowie Diana Bernhardt aus Saarlouis, Pauline Köhler aus Eschringen, Emma Klein und Vasiana Todorova aus Saarbrücken, Angelina Fink aus St. Ingbert, Xenia Mauer aus Güdingen und Anna Spanier aus Merzig.