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Signiertstunde Barbara Kunrath bei Bücher Bastuck in Domgalerie

Signierstunde in St. Wendel : Familiengeschichte ist ihr roter Faden

Während einer Signierstunde konnten Lesefreunde ihr ganz persönliches Autogramm von Autorin Barbara Kunrath ergattern.

Lesefreunde kamen Anfang Dezember in der Domgalerie in St. Wendel in den besonderen Genuss, Autorin Barbara Kunrath bei einer Signierstunde bei Bücher Bastuck zu treffen. Helga Bastuck hatte die Autorin eingeladen, ihren jüngsten Familienroman „Wir für uns“ zu präsentieren.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Josie und Kathi, zwei Frauen, die ihren Lebensweg reflektieren und neugestalten müssen. Josie ist schwanger. Von Bengt, der schon eine Familie hat und kein Kind mehr möchte. Aber was möchte Josie? Sie ist Anfang 40, und ihre Wünsche hat sie immer auf später aufgeschoben. Kathi ist plötzlich allein. Ihr Mann Werner ist gestorben, nach fünfzig Jahren gemeinsamen Lebens. Ihr einziger Sohn ist ihr fremd geworden.

Auch Kathi hat so vieles auf später verschoben. Als Josie durch einen Zufall in Kathis Küche landet, sind beide verwundert. Sie fühlen sich in Gegenwart der anderen so unbelastet. Ernst genommen. Die beiden Frauen spüren, dass das Leben ihnen genau jetzt ganz unerwartet die Tür öffnet. „Manchmal schickt uns das Schicksal einen Menschen, den wir gar nicht gesucht haben. Und plötzlich steht unser Leben wieder auf Los“, heißt es auf dem Klappentext des Buches. Zu den ersten Besuchern der Signierstunde zählten Petra Kunrath und Gaby Wagner.

 „Wir für uns“ – der  Roman von Barbara Kunrath
„Wir für uns“ – der  Roman von Barbara Kunrath Foto: Marion Schmidt

Petra Kunrath hat den Roman bereits gelesen und ist begeistert: „Diese Lebensgeschichte um zwei Frauen, die ihre Lebensmitte erreicht haben, finde ich sehr schön. Ich könnte mir auch eine Fortsetzung vorstellen.“ Für Autorin Barbara Kunrath, 1960 in Darmstadt geboren und heute mit ihrer Familie bei Limburg lebend, ist der neue Roman ein „Buch der Entscheidungen und Freundschaften“.

Ihr großes Thema sind immer wieder Familiengeschichten in all ihren Facetten. Mit einer feinen Beobachtungsgabe und viel Gefühl für das Zwischenmenschliche entwickelt sie die Story um ihre Figuren. Mit ihrem ersten Roman „Schwestern bleiben wir immer“ gelang ihr der Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste. „Die Familiengeschichte ist immer der rote Faden in meinen Büchern“, verrät die Autorin, die mit zwei Töchtern und drei Enkelkindern selbst ein überzeugter Familienmensch ist.

Die Schauplätze sind fiktiv, aber oft in ihrer Heimat um Limburg verortet. Dass sie zu einer Signierstunde die St. Wendeler Buchhandlung in der Domgalerie besucht, dürfte auch ihrer persönlichen Verbindung zur Gemeinde Tholey geschuldet sein. Mit ihrem aus Tholey stammenden Gatten lebte sie kurze Zeit in der Schaumberggemeinde, ehe es aus beruflichen Gründen nach Limburg ging.

An ihrem neuesten Buch hat sie ein Jahr, vorwiegend im Lockdown, gearbeitet. „Ich bin eine intuitive Bauchschreiberin. Ich schreibe ohne Plot. Die Grundidee ist von Anfang an da. Hilfreich ist das Brainstorming mit meiner Lektorin“, beschreibt die Autorin ihre Arbeitsweise. Dabei ist sie in Sachen Literatur eine Spätberufene. Nach ihren Jobs als Sekretärin eines Bürgermeisters und Assistentin eines Weinjournalisten, entdeckte sie vor etwa zehn Jahren das Schreiben für sich. Dass der Buchhandel kein einfaches Metier ist, weiß die Autorin nur zu gut. „Mein erstes Buch hatte ich an viele Verlage gesandt und keine Rückmeldung erhalten. Die ersten drei bis fünf Seiten sind entscheidend, ob ein Lektor sich für einen Autor entscheidet. Ohne Lektorenagentur geht fast gar nichts“, so Barbara Kunrath.

Ihrer Schwägerin Petra Kunrath hat es neben der Lektüre vor allem der Bucheinband besonders angetan: „Der Einband passt in seiner farblichen Gestaltung hervorragend zu Barbara.“ Die Autorin selbst hat den von den Grafikern des Verlages gestalteten Einband bis zur Veröffentlichung nicht gesehen.

Mit einem Glänzen in den Augen erinnert sie sich an die Buchpräsentation: „Mein Verlag hat sich da wirklich viel Mühe gegeben. In einer großen digitalen Medienkonferenz wurde das Buch wie ein Denkmal enthüllt. Das war schon ein großartiges Gefühl, mein Buch fertig zu sehen.“ Auch Gaby Wagner hat „Wir für uns“ bereits gelesen: „Ich finde den Titel sehr ansprechend, der die Familie über alles stellt. Die Geschichte über Josie und Kathi, zeigt, dass man sehr wohl das Recht hat, an sich zu denken und für sich etwas zu tun. Als ich das Buch fertiggelesen hatte, war ich schon etwas traurig, dass die Geschichte zu Ende war.“ Ähnlich ergeht es auch der Autorin: „Nachdem ich eine Geschichte vollendet habe, spüre ich oft erstmal ein leeres Gefühl. Meine Figuren haben mich im Schreibprozess eine ganze Weile begleitet, jetzt muss ich Abschied nehmen.“

„Wir für uns“ – Roman von Barbara Kunrath, erschienen im Verlag Fischer Krüger. 400 Seiten, Paperback. ISBN: 978-3-8105-0054-0