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Sonder-Impfaktion im Feuerwehrgerätehaus in Urweiler

Impfaktion am Wochenende : So impften Feuerwehr, Verein, DRK und eine Arztpraxis gemeinsam über 200 Menschen in Urweiler

Feuerwehr, Verein, DRK und eine Arztpraxis tun sich zusammen, um innerhalb kürzester Zeit so viele Menschen wie möglich gegen das Corona-Virus zu impfen. Wie diese Mammutaufgabe im St. Wendeler Stadtteil vonstattenging.

Dr. Frederik Schumann zieht in der Küche  des Urweiler Feuerwehrgerätehauses die Spritzen auf. „Uns stehen rund 300 Dosen Moderna-Impfstoff zur Verfügung, dazu haben wir noch eine kleine Reserve“, erklärt Dr. Schumann. Das mRNA-Moderna-Vakzin kann der Mediziner den Impfwilligen ab 30 Jahren verabreichen. „Impfstoff von Biontech haben wir zu wenig erhalten, und ich kann ihn deswegen nicht anbieten“, ergänzt er.

 Aufgefrischt: Dr. Mouliya Schumann verabreicht Bodo Bonny seine dritte Spritze gegen Covid-19.
Aufgefrischt: Dr. Mouliya Schumann verabreicht Bodo Bonny seine dritte Spritze gegen Covid-19. Foto: Frank Faber

Um 7.05 Uhr sei der erste bereits am Feuerwehrgerätehaus erschienen.Ein Termin ist zuvor nicht vergeben worden, lediglich sind die Bürger darauf hingewiesen worden, dass sie etwas Zeit mitbringen sollen. Gegen 8.45 Uhr geht es dann los, eine Menschenschlange von rund 50 Personen wartet draußen mit Abstand unter zwei Pavillons. Sie kommen dann nach und nach zur Anmeldung in die Fahrzeughalle. Die Anmeldung läuft analog und von Hand zu Fuß. Keine digitale Datenerfassung, kommt das nicht altmodisch rüber und nimmt mehr Zeit in Anspruch? Nein. Es geht richtig ab, im Minutentakt liegt der Schnitt pro Piks. „Zuerst wollten wir die Impfaktion in der Turnhalle am Sportheim durchführen, aber die ist dafür genauso ungeeignet wie unser Sportheim“, hat STV-Geschäftsführer Andreas Mörsdorf im Vorfeld festgestellt. Geimpft wird in zwei Umkleideräumen, das Vakzin wird zur Auffrischung und zur Erst- sowie Zweitimpfung gespritzt.

 Trotz schriftlicher Handarbeit war die Wartezeit für die Impfwilligen recht kurz.
Trotz schriftlicher Handarbeit war die Wartezeit für die Impfwilligen recht kurz. Foto: Frank Faber

„Alles ist schnell und problemlos gelaufen. Vorher bin ich mit Johnson & Johnson geimpft worden, vom Termin habe ich über die Praxis erfahren“, erläutert ein Impfwilliger. Eine Frau hat sich zu ihrer Erstimpfung entschlossen. „Ich wollte eigentlich auf den Totimpfstoff warten“, teilt sie mit. Nach einer Stoßzeit von 90 Minuten sind  114 Personen durch das Feuerwehrgerätehaus geschleust worden, anschließend wird es ruhiger. Den frisch Geimpften dient der eigentliche Schulungsraum der Brandschützer als Wartezone. Wer für die Auffrischungsimpfung vorbeigekommen ist, muss laut DRK die 15 Minuten an Ruhezeit nach der Impfung nicht einhalten. Gegen Mittag haben dann 225 Bürger, darunter 13, die erstmals geimpft worden sind, das freiwillige und kostenlose Angebot wahrgenommen.