Supermoto-Rennen : Mit Vollgas in Richtung Titelgewinn

Die Supermoto-Läufe in St. Wendel begeisterten das Publikum. Zwei Lokalmatadore nutzten den Heimvorteil, um in ihren Klassen Titel einzufahren. In der Top-Kategorie gab es einen Führungswechsel in der Gesamtwertung.

Die Drift-Künstler und Kurvenkönige ließen beim vorletzten Lauf der Internationalen Deutschen Supermoto-Meisterschaft vor großer Kulisse den Asphalt im St. Wendeler Wendelinuspark beben. Spektakulär flogen die Piloten mit ihren Maschinen über die Sprungkuppen des Offroad-Teils.

Besonders gespannt blicken die Zuschauer zur Startlinie, als sich das Fahrerfeld der Topklasse S1 zum ersten Rennen einfindet. Der in der Gesamtwertung führende Jan Deitenbach (Husqvarna) hat auf der Innenbahn die günstigste Startposition. Die Flagge geht nach unten, Vollgas. Gaststarter Markus Class (Husqvarna) und der Däne Jan Vilhelmsen (Yamaha) drehen gewaltig auf und legen sich in die Linkskurve. Deitenbach kann den Kurvenvorteil nicht für sich nutzen und fällt gleich zurück. Nix wie weg hieß es dann für Class. Runde für Runde baute der Wormser seinen Vorsprung aus und gewann vor Vilhelmsen.

Derweil checkt der 29-jährige Steven Winter aus Völklingen seinen fahrbaren 60 PS starken Untersatz. „Im Training ist es gut gelaufen“, meinte der Husqvarna-Pilot. Mit Podiumsplätzen will sich Winter dann in beiden Läufen die Meisterschaft in der Klasse S4 Süd sichern. „Im ersten Jahr, in dem ich in der Klasse fahre, in einem Heimrennen die Meisterschaft zu holen, das wäre schon klasse“, sagt Winter.

 Pokal-Held: Der Völkinger Steven Winter konnte sich über den Titel in der Klasse S4 Süd freuen.
Pokal-Held: Der Völkinger Steven Winter konnte sich über den Titel in der Klasse S4 Süd freuen. Foto: B&K/Bonenberger / B&K

Helm auf und ab an die Startlinie. Winter rast immer konstant in Podiumsnähe und schnappt sich in Lauf eins mit Rang drei wichtige Punkte. Mit dem gleichen Resultat beendet er den zweiten Lauf und bejubelt mit 114 Punkten den Gewinn der Süd-Meisterschaft in der Klasse S 4.

Am 25. und 26. September wird Winter beim abschließenden Saisonrennen in Großenhain gegen die Spitzenfahrer aus der Nordgruppe seiner Klasse um den Gesamttitel antreten. „Mit den Ergebnissen, die er in dieser Saison gefahren hat, wird Winter in die Klasse S3 aufsteigen“, teilte Daniel Kiefer, Supermoto-Serienmanager des ADAC Saarland, mit.

Bereits nach fünf von sechs Veranstaltungen der Rennserie steht auch fest, dass Steffen Jung aus Oberkirchen seinen Titel in der Klasse Ü 40 verteidigen konnte. „In St. Wendel gewinne ich immer“, freute sich Jung, der auch diesmal in beiden Läufen vorneweg fuhr. Für in war es die insgesamt sechste Meisterschaft.

Ursprünglich, so Serienmanager Kiefer, hätten in diesem Jahr zunächst acht Rennen auf dem Programm gestanden. „Da Schaafheim und Harsewinkel dann als Veranstaltungsorte ausfielen, sind es nun am Ende sechs“, so Kiefer.

Die Veranstaltung in St. Wendel sei bei den 232 Fahrern und den Zuschauern gleichermaßen gut angekommen. „Ich bin sehr froh, dass St. Wendel als sogenanntes Stadtrennen nun die Serie vor dem Saisonfinale noch einmal richtig aufgewertet hat“, stellte der Serienmanager fest.

Kiefer blickte dann in Richtung Höhepunkt, dem zweiten Lauf in der Klasse S1. „Es wird ganz spannend, weil noch ganz vieles um die Meisterschaft möglich ist“, meinte Kiefer. Noch einmal 15 Minuten plus zwei Runden – und erneut raste und flog Class vor dem Rest her. Da er als Gastfahrer keine Punkte bekommt, kämpften dahinter Vilhelmsen und Deitenbach um die Führung in der Gesamtwertung der Meisterschaft. Vilhelmsen setzte sich dabei knapp durch, wurde  Zweiter und führte jetzt mit 203 Punkten die Fahrerwertung vor Deitenbach (200 Punkte) an. „Das wird dann ein ganz tolles Finale in zwei Wochen um die Meisterschaft“, sagte Kiefer.

Am Sonntagmittag musste der Lauf der Klasse S2 nach einer Kollision unterbrochen werden. Der angeforderte Rettungshubschrauber landete auf der B 269. Laut ADAC sei der Unfall aber glimpflich verlaufen. Nach gut 20 Minuten hob der Hubschrauber wieder ab.