1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Tholey

Haushalt 2022 der Gemeinde Tholey erericht Höchststand bei Investionen

Gemeinderat Tholey segnet Haushalt 2022 ab : Höchststand bei den Investitionen

6,16 Millionen Euro steckt die Gemeinde Tholey im kommenden Jahr in die innerörtliche Entwicklung der Ortsteile sowie in Bereiche wie Bildung und Erziehung. Einstimmig haben die Ratsmitglieder den Haushaltsentwurf 2022 abgesegnet.

Wenn es in der Gemeinde Tholey daran geht, mit dem jeweiligen Haushaltsentwurf die Weichen für die kommenden zwölf Monate und darüber hinaus zu stellen, gibt es dabei seit vielen Jahren eine Tradition. Mit farbenfrohen Säulendiagrammen, Grafiken und einem Blick über die eigene Kommune hinaus präsentiert Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) kompakt alles Wissenswerte rund um Haushalt und Finanzen. Diese Präsentationen sind stets mit einem Motto versehen. Dieses Mal lautete es „Zukunft wagen in einer schwierigen Zeit.“

Das aktuelle Corona-Geschehen hatte die Verwaltung nach 2020 ein weiteres Mal dazu veranlasst, die letzte Gemeinderatssitzung des Jahres per Videokonferenz abzuhalten. Aber nicht nur deshalb war sie eine besondere. Sondern auch und vor allem, weil es Schmidts letzte Haushaltspräsentation als Bürgermeister der Gemeinde Tholey war. Anfang Juli kommenden Jahres geht er in der Ruhestand. Damit ist er übrigens nicht alleine. Auch Kämmerer Peter Besch wird sich nach mehr als 40 Jahren bei der Verwaltung am Schaumberg aus dem Berufsleben verabschieden. Somit war es auch sein letzter Haushalt. Die Fraktionen sprachen beiden ihren Dank für die geleistete Arbeit aus. Den Haushaltsentwurf 2022 segneten sowohl alle Ortsräte  als auch die Mitglieder des Gemeinderats einstimmig ab.

„Der Haushalt der Gemeinde Tholey ist nach den Vorgaben des Saarlandpaktgesetzes ausgeglichen“, sagte Schmidt und präsentierte einige Eckdaten des Zahlenwerkes. Im Ergebnishaushalt rechnet die Verwaltung mit Erträgen von 25,76 Millionen Euro. Diesen stehen  Aufwendungen in Höhe von 26,9 Millionen Euro gegenüber. Macht unterm Strich ein Minus von 1,14 Millionen Euro. Das voraussichtliche finanzwirksame Ergebnis 2022 soll aber im Plus liegen: 724 000 Euro.

Einkommens- und Gewerbesteuer – beide nach einem Einbruch in 2021 wieder gestiegen – sowie Schlüsselzuweisungen (6,74 Millionen Euro) bringen Geld in die Gemeindekasse. Belastet wird diese wiederum durch die um knapp 600 000 Euro gestiegenen Personalkosten (auf 7,95 Millionen Euro) und die Kreisumlage von 7,08 Millionen Euro. Letztere ist um 334 000 Euro gesunken.

Themen wie Erziehung, Bildung und Sicherheit wirken sich auf den Haushalt aus. In den gemeindlichen Kindertagesstätten werden 75 Krippenkinder und 229 Kindergartenkinder betreut. Pro Kind zahlt die Gemeinde pro Jahr 3407 Euro. In den Grundschulen, die von 405 Schülern besucht werden, sind  es  pro Kind 1787 Euro im Jahr. Laufende Kosten fallen auch in Sachen Feuerwehr an. Pro Jahr sind dies 467 000 Euro.

Das Stichwort Feuerwehr tauchte auch im Zusammenhang mit Investitionen nochmals auf. Denn in Hasborn-Dautweiler soll ein neues Gerätehaus entstehen. 600 000 Euro sind dafür in 2022 eingeplant. Ein ähnliches Projekt steht im Bohnental an. Wie Schmidt erläuterte, möchten sich dort Löschbezirke zusammenschließen und gleichzeitig alte Gerätehäuser aufgeben. Eine Machbarkeitsstudie soll hier unter anderem die Frage nach dem besten Standort für einen Neubau klären. Zeitlich ordnete der Bürgermeister das Projekt für die Jahre 2025/26 ein.

„Wir erreichen 2022 einen absoluten Höchststand bei den Investitionen“, sagte Schmidt. Jeder Ortsteil der Kommune ist dabei bedacht worden. So sind beispielsweise in Bergweiler 200 000 Euro für das Dorfgemeinschaftshaus eingeplant, in Sotzweiler 150 000 Euro für die Dorferneuerung, 400 000 Euro fließen in Theley in Sachen Städtebauförderung, 500 000 Euro sind zur Anfinanzierung der Sanierung des Freizeithauses in Tholey eingestellt und 180 000 für die Sanierung des Kindergartens in Überroth-Niederhofen. Jeweils 5000 Euro stehen in Lindscheid, Neipel und Scheuern in Sachen Dorfentwicklung bereit. Dies sind nur einige Beispiele aus einer Fülle von angedachten Projekten. Summa summarum investiert die Gemeinde 6,16 Millionen Euro. Dies ist auch dank hoher Zuschüsse möglich.

Thomas Naumann, Fraktionsvorsitzender der CDU, sprach in seiner Haushaltsrede von einem „stattlichen Investitionsvolumen“, das ohne eine Mehrbelastung für die Bürger auskomme. „Es gibt keine Erhöhung bei den Realsteuerhebesätzen“, so Naumann. Unverändert bleiben auch die Gebühren beim Abwasserbetrieb. Dabei wird auch hier investiert. 1,72 Millionen Euro steckt der Eigenbetrieb der Gemeinde unter anderem in die Erneuerung und Sanierung von Kanälen. „Investitionen, die man nicht sehen kann“, kommentierte Naumann.

SPD-Fraktionssprecher Andreas Türk wies darauf hin, dass viele Bereiche im Haushalt vorgegeben sind, sie dienten dem Erhalt und dem Ausbau der Infrastruktur. Zum Abschluss des Sitzungsjahres erinnerte Türk daran, dass die SPD manchmal anderer Meinung als die Mehrheitsfraktion sei, aber größtenteils gemeinsame Lösungen gefunden wurden. Lobend erwähnte er das Verkehrskonzept, das auf den Weg gebracht wurde. Gleichzeitig regte der Sozialdemokrat an, den Blick auf das Thema Ladesäulen für E-Automobile zu richten. Hier steige die Nachfrage.

In „einer schwierigen Zeit“, wie es Bürgermeister Schmidt formulierte, startet der Gemeinderat Tholey einvernehmlich in ein neues Haushaltsjahr. Mit der bislang höchsten Investitionssumme soll so manches für die Zukunft auf den Weg gebracht werden.

www.tholey.de