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So bekommt man gute Laune vom Häkeln

Kostenpflichtiger Inhalt: Zeitvertreib während des Lockdowns : So bekommt man gute Laune vom Häkeln

Der Lockdown während der Pandemie ist vielen Menschen aufs Gemüt geschlagen. Meta Junkes ließ sich jedoch nicht unterkriegen. Mit einer kreativen Idee vertrieb sich die Seniorin aus Tholey die Langeweile.

Der von der Corona-Pandemie herbeigeführte Lockdown hat in den vergangenen Monaten vielen Menschen zwangsläufig mehr Freizeit beschert. Zeit, die plötzlich in den eigenen vier Wänden ausgestaltet werden musste. Das hat bei so manchem eine besondere Kreativität freigesetzt. So auch bei Meta Junkes aus Tholey. „Mir ging es in der Zeit gesundheitlich nicht immer so gut. Da kam mir die Idee, etwas zu machen, was mir Spaß macht. Ich wollte schon immer eine größere Handarbeit herstellen und das sollte dann für mich selbst sein“, verrät die lebensfrohe Seniorin.

Das Handarbeiten ist eine ihrer großen Leidenschaften. Von Zwergenpuppen über Kissenbezüge bis hin zu kleinen Figürchen strickt und häkelt sie in allen Farben und Mustern und erfreut damit Familie und Freunde. Ihr ganz eigenes Projekt, das im Ausnahmezustand der Coronazeit entstand, ist Anfang Juli pünktlich zum Besuch ihres Sohnes fertig geworden. Mit viel Liebe zum Detail hat sie für das Treppengeländer im überdachten Eingangsbereich vor ihrer Haustüre einen Überzug gehäkelt. „Das wurde in allerletzter Minute vor Ankunft meiner Gäste fertig. Mein Neffe half mir noch beim Umwickeln der Geländerstäbe“, verrät die 88-Jährige.

Die mit bunten Häkelschläuchen umwickelten Stäbe dekorierte sie mit allerlei gehäkelten Figuren wie Blumen, Fröschen, Bienen, Bärchen und Bommeln. Auch ältere Arbeiten aus ihrem Fundus fanden auf dem Geländer einen neuen Platz. So auch ein kleines Püppchen, das sie liebevoll in eine Ecke des Geländers gesetzt hat. „Das habe ich mal in Erinnerung an ein verstorbenes Enkelchen gehäkelt“, erinnert sie sich.

Auch ihre Cousine habe zwei gehäkelte Hähnchen beigesteuert: „Das ist alles Kram, den man aufhebt und nicht übers Herz bringt, ihn wegzuwerfen.“ Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Häkelprojekt hatte sie bereits an Weihnachachten entwickelt: „Meiner Schwiegertochter in Berlin schenkte ich eine Flasche Schnaps aus Tholey. Für die Dekoration des Geschenkes habe ich kleine Bienchen gehäkelt.“

Die gehäkelten Figürchen kamen bei der Familie so gut an, dass ihr in Achern lebender Sohn ein paar Frösche haben wollte, das Wahrzeichen seiner Heimatgemeinde. „Mein Sohn hatte damals auch eine lustige Idee für ein neues Häkelprojekt. Wenn Du Langeweile hast, könntest Du Doch auch mal was Größeres häkeln. Ich besorge Dir einen 2CV, den Du umhäkeln kannst“, erzählt sie mit einem Augenzwinkern.

Das Entenprojekt kam dann doch nicht zustande, aber auch keine Langeweile. Denn Meta Junkes hatte schon ihre nächste Aufgabe gefunden: „Die Tochter meines Neffen ging kürzlich zur Kommunion. Für sie habe ich nicht nur den Haarschmuck, sondern auch eine Mund-Nasen-Maske gehäkelt. Wegen Corona mussten die Kinder diese ja auch tragen.“ In hellblauem Garn und mit einer zierlichen Spitze gesäumt hat sie eine elegant wirkende Maske gehäkelt, bestickt mit den Initialen des Mädchens. Auf diese Häkelarbeit ist sie besonders stolz.

 Hase, Huhn, Biene – jede Menge Figuren verschönern das Geländer.
Hase, Huhn, Biene – jede Menge Figuren verschönern das Geländer. Foto: Marion Schmidt

Und die nächsten Handarbeits-Ideen lassen gewiss nicht auf sich warten: „Ein Tick von mir ist es, dass ich Mützen stricke, obwohl ich selbst keine trage. Ohne meine Häkel- oder Stricknadeln kann ich kein Fernsehen schauen.“