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1. FC Saarbrücken: Dennis Erdmann – Dieses Urteil produziert nur Verlierer

Rassismus-Vorwürfe gegen Dennis Erdmann : Ein zweifelhaftes Urteil, das nur Verlierer produziert

Der DFB hat FCS-Abwehrspieler Dennis Erdmann aufgrund rassistischer Äußerungen gesperrt. Die Meinungen dazu gehen auseinander. Ein Kommentar zum Urteil im Fall Erdmann.

Ist FCS-Abwehrspieler Dennis Erdmann auf dem Fußballplatz ein Kind von Traurigkeit? Ganz sicher nicht. Benutzt er auf dem Feld derbe Worte, um seine Gegner aus dem Rhythmus zu bringen? Bestimmt. Das macht fast jeder. Also hat er die Magdeburger rassistisch beleidigt? Diese Frage kann nicht abschließend beantwortet werden.

Man kann Dennis Erdmann mögen oder auch nicht. Man kann ihm Glauben schenken oder auch nicht. Aber: Es steht Aussage gegen Aussage, zweifelsfreie Beweise für die Anschuldigungen gegen den Innenverteidiger gibt es nicht. Dass der DFB im Wunsch, klare Kante gegen Rassismus zu zeigen, rechtsstaatliche Grundsätze (im Zweifel für den Angeklagten) außer Acht lässt, ist eine gefährliche Entwicklung. Das Urteil öffnet die Tür zu einer neuen Form der Sportgerichtsbarkeit, wo Spieler allein anhand von unbelegten Aussagen gesperrt werden können.

Der Fall Erdmann – da scheint es kein Zurück mehr zu geben – produziert nur Verlierer. Zu allererst den DFB aufgrund einer kaum nachvollziehbaren Prozessführung. Den Richter Stephan Oberholz, der nach seiner verbalen Entgleisung beim Spieler Leon Bell Bell vom 1. FC Magdeburg nicht mehr tragbar ist. Aber auch den FCS und Erdmann selbst, die fortan gebrandmarkt sind.