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Drittligist 1. FC Saarbrücken muss bei Viktoria Köln antreten, Erdmann gesperrt

Auswärtsspiel bei Viktoria Köln : Zeigt der 1. FC Saarbrücken endlich sein wahres Gesicht?

Ohne den weiterhin gesperrten Dennis Erdmann wollen die Blau-Schwarzen den Anschluss nach oben nicht verlieren. Ein Testspieler hat Saarbrücken derweil wieder verlassen.

Uwe Koschinat, Trainer des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken, ist bislang vor allem durch seine herausragenden Analysen aufgefallen. Nach dem 3:4 gegen den SV Wehen Wiesbaden mit einer katastrophalen Leistung im ersten und begeistertem Fußball im zweiten Durchgang sieht der 50-jährige Fußball-Lehrer seine Mannschaft beim Spiel bei Viktoria Köln an diesem Samstag (14 Uhr/SR) am Scheideweg. „Ich sehe uns in einer Ausgangssituation, in der sich das Ganze in unterschiedliche Richtungen entwickeln kann“, so Koschinat, „für uns geht es darum, kontinuierlich zu punkten. Wir wollen den Anschluss nach oben nicht verlieren und uns unten reinziehen lassen.“

Entscheidung im Fall Dennis Erdmann am Montag

Die erste Niederlage hat der FCS schon vor der Abfahrt am Freitag einstecken müssen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) will über den Widerspruch gegen die vorläufige Sperre von Dennis Erdmann erst am Montag in der mündlichen Verhandlung entscheiden, in der auch ein Urteil über die angeblichen rassistischen Äußerungen des Innenverteidigers fallen soll. Das Gericht sah die Stellungnahme des FCS vom Dienstag als „nicht hinreichend glaubhaft“ an, heißt es seitens des Vorsitzenden Richters Stephan Oberholz.

Erdmann hat aufgrund seiner Kniebeschwerden unter der Woche nur individuell trainiert. „Wäre er spielberechtigt gewesen, hätte ich wohl entschieden, dass er spielt. Ich hätte das auch als Vertrauensbeweis gegenüber dem Spieler gesehen“, sagte Koschinat, „so werden wir jetzt alles dafür tun, dass er am Dienstag wieder voll ins Training einsteigen kann.“

Jede Menge Qualität bei der Viktoria

Testspieler Dabney dos Santos hat Saarbrücken derweil wieder verlassen. „Wir halten eigentlich nach einem schnellen Flügelspieler Ausschau. Der Spieler hat zwar einen sehr guten Eindruck hinterlassen, sieht sich aber selbst wohl mehr im Zentrum“, erklärte FCS-Sportdirektor Jürgen Luginger, „wir sind zwar weiter in Kontakt, aber er ist letztlich nicht das, was wir gesucht haben.“

Auf der Suche nach dem wahren Gesicht ist nach dem Wehen-Spiel auch die Mannschaft. „Wir haben uns viel Zeit für die Aufarbeitung gelassen“, erzählte Offensivspieler Julian Günther-Schmidt, „so ein Spiel haben wenige von uns je erlebt. Wichtig ist, dass wir deutlich weniger Chancen gegen uns zulassen. Wir müssen als ganze Mannschaft geschlossen akribischer verteidigen.“ Und das gegen eine Mannschaft, die zwar mit Mike Wunderlich ihren Führungsspieler verloren hat, dahinter aber jede Menge Drittliga-Qualität aufs Feld bringen kann.

„Wunderlich hat immer dann Verantwortung übernommen, wenn es mal nicht so gut lief“, betont auch Koschinat den Wandel bei Viktoria, „es bildet sich dort eine neue Hierarchie. Sie haben viele interessante, richtig gute Spieler. Aber diese Mannschaft ist noch im Findungsprozess. Das macht die Situation aber auch so gefährlich.“ In der Domstadt brennt nach dem 0:3 gegen den VfL Osnabrück und nur vier Punkten aus den bisherigen sieben Spielen bereits der Baum. Olaf Jan­ßen, der Trainer des Tabellen-18., schiebt die Favoritenrolle darum gerne an die Saarländer ab, die nach seiner Meinung für ihre bisher gezeigten Leistungen eher zu wenig Punkte eingefahren hätten.

Rund 1000 FCS-Fans in Köln dabei

Das sah Koschinat bereits nach dem glücklichen Punktgewinn in Würzburg durchaus anders. Dennoch gibt es unter den FCS-Anhängern derzeit eine richtige Euphorie. Rund 1000 werden das Team nach Köln begleiten. „Diese unglaubliche Rückendeckung zeigt die tiefe Liebe zum Verein“, glaubt Koschinat, für den die Begeisterung aber Fragen aufwirft: „Ist es die Sehnsucht nach Fußball und danach, die Mannschaft im neuen Ludwigspark unterstützen zu können? Oder hat sich die Mannschaft das jetzt schon erarbeitet? Fakt ist, dass wir diese Unterstützung auf keinen Fall aufs Spiel setzen dürfen.“