1. Sport
  2. Saar-Sport

FC Homburg verpasst erhofften Sieg gegen Rot-Weiß Koblenz

Di Gregorio rettet einen Punkt : FC Homburg verpasst erhofften Sieg gegen Rot-Weiß Koblenz

Der FC Homburg hat im letzten Heimspiel vor der Winterpause den erhofften Sieg verpasst, beim 1:1 (0:1) gegen Rot-Weiß Koblenz hinten raus aber zumindest noch einen Punkt gerettet.

 Nach einer über weite Strecken schwachen Vorstellung war es Kapitän und Abwehrchef Daniel Di Gregorio, der den Gastgebern vor 684 Zuschauern im Waldstadion nach einer Flanke von Luca Plattenhardt per Kopf noch spät ein Remis sicherte (86. Minute). Zuvor hatten die kampf- und laufstarken Gäste dem FCH lange Zeit erfolgreich den Schneid abgekauft.

Im ersten Spiel nach der Vertragsverlängerung von Chef-Trainer Timo Wenzel, der am Dienstag für zwei weitere Jahre unterschrieben hatte, waren die Homburger nach den starken Auftritten in den jüngsten Topspielen nicht wiederzuerkennen. Gegen früh störende und extrem zweikampfstarke Gäste konnten sich die Grün-Weißen offensiv nur ganz selten gelungen in Szene setzen.

Nach der verdienten Koblenzer Pausenführung durch Jakob Lemmer (36.) vergaben die Rot-Weißen zahlreiche gute Konterchancen, während von Homburg offensiv erst in der Endphase mehr zu sehen war. Durch das fünfte Remis der Saison bleibt der FC Homburg mit 35 Punkten Tabellensechster. Am kommenden Freitag steht um 19 Uhr bei der TSG Hoffenheim II das letzte Spiel vor der Winterpause an.  

Gegenüber dem jüngsten 2:1-Auswärtserfolg beim SSV Ulm nahm Homburgs Trainer Wenzel nur eine Änderung vor: Der zuletzt rotgesperrte Krystian Wozniak kehrte nach zwei Spielen Pause zwischen die Pfosten zurück. Nachwuchstorwart Niklas Knichel nahm nach zwei ordentlichen Einsätzen als Vertreter diesmal auf der Bank Platz. Dorthin kehrte auch Marco Hingerl zurück, nachdem er in Ulm wegen der fünften Gelben Karte gefehlt hatte.

Das Spiel begann mit mutigen Gästen, die Homburg ganz früh angingen, um einen geordneten Spielaufbau der Hausherren zu erschweren. Das klappte in den ersten Minuten sehr gut. Die Koblenzer, die unter der Woche mit einem überraschend klaren 4:1-Erfolg bei der SG Großaspach überrascht hatten, verbuchten auch die erste Torannäherung. Nach einem Angriff über links wehrte FCH-Mittelfeldspieler Mart Ristl eine Flanke per Kopf ab in den Rückraum, wo der relativ frei auftauchende Ali Ceylan den Zeitpunkt des Abschlusses aber verpasste (3. Minute).

Von den Homburgern kam in den Anfangsminuten nach vorne hin kaum etwas Konstruktives. Die Heimelf tat sich mit der aggressiven Zweikampfführung der Koblenzer enorm schwer. Auch die zweite gefährliche Szene fand vor dem FCH-Tor statt: Nach einem Rückpass von Alexis Weidenbach zog Rot-Weiß-Kapitän Quentin Foley von der Strafraumgrenze direkt ab. Keeper Wozniak musste sich strecken, um den Ball aus dem rechten Eck zu kratzen (17.). Wenig später rauschte ein abgefälschter Schuss von Christopher Spang nur knapp am linken Pfosten des Homburger Tors vorbei (21.). Danny Breitfelder kam nach einer Flanke von Marko Stojanovic aus kurzer Distanz zum Abschluss, setzte den Ball unter Bedrängnis aber zum Glück für den FCH über den Kasten (30.).

Und Homburg? Tat sich unheimlich schwer, gegen die giftigen Gäste Torchancen herauszuarbeiten. Nach einem abgeblockten Schuss aus der Drehung von Damjan Marceta (25.) vergab Toptorschütze Markus Mendler die beste Gelegenheit, als er eine Hereingabe von Luca Plattenhardt nur haarscharf rechts am Tor vorbeisetzte (33.) und sein 13. Saisontor ganz knapp verpasste.

Das klar gefährlichere Team war aber der Tabellenelfte vom deutschen Eck – und in der 36. Minute belohnten sich die Koblenzer dann für ihren couragierten Auftritt: Die Gäste durften sich zu leicht über rechts durchspielen, nach einer Vorlage von Spang hatte Jakob Lemmer in der Mitte keine Mühe, die Kugel zum verdienten 0:1 über die Linie zu drücken. Die Homburger Reaktion auf den Rückstand fiel verhalten aus. Wenzels Team schaffte es bis zur Pause nicht mehr, sich nochmal eine klare Möglichkeit zu erarbeiten.

Zur zweiten Halbzeit kamen beide Mannschaften unverändert aus den Katakomben. Die Gastgeber versuchten zwar merklich, ihre Offensivbemühungen zu forcieren – taten sich gegen die weiter engagierten Rot-Weißen aber nach wie vor sehr schwer.

Die Gäste machten im Zweikampf insgesamt den wacheren Eindruck. Nach einem langen Freistoß in den Strafraum landete der Ball zum zweiten Mal im Kasten von Wozniak, der Treffer wurde aber wegen Abseits nicht gegeben (54.). Kurz darauf verhinderte Homburgs polnischer Torwart mit seiner Parade gegen den nach einem Konter links im Strafraum frei auftauchenden Breitfelder das wohl vorentscheidende 0:2 (56.). Die Unzufriedenheit auf den Rängen wurde von Minute zu Minute größer.

FCH-Trainer Wenzel reagierte, brachte mit Hingerl und Philipp Schuck für die unauffälligen Marceta und Loris Weiss frisches Personal (59.). Zu klaren Chancen kamen aber auch weiterhin nur die Gäste, die mehrmals gefährlich konterten. Dominic Duncan wählte bei seinem Vorstoß links vor Wozniak die Option Querpass statt selbst abzuschließen (66.). Sekunden später spielte Koblenz einen weiteren Gegenstoß zum Glück der Homburger erneut nicht optimal aus (67.).

So auch in der 70. Minute, als es über Lemmer abermals schnell nach vorne ging, Breitfelder dessen Querpass aus kürzester Distanz aber links am Tor vorbeisetzte – wieder Riesenglück für den FCH. Auf der Gegenseite hatten die Gastgeber zuvor nach einem Einsteigen gegen Mendler Elfmeter gefordert, die Pfeife von Schiedsrichter Timo Lämmle blieb jedoch stumm (70.).

In der Endphase bissen sich Grün-Weißen offensiv weiter die Zähne aus. Ein Schuss von Tim Stegerer links im Strafraum, den Rot-Weiß-Torwart Baboucarr Gaye entschärfte (78.), läutete dann zumindest eine kleine Schlussoffensive mit mehr Intensität im Spiel nach vorne ein. Für die letzten zehn Minuten brachte Wenzel mit Seonghoon Cheon einen neuen Angreifer für den insgesamt enttäuschenden Patrick Dulleck (81.).

Und auf einmal war das lange vermisste Feuer endlich drin im Spiel des FCH: Serkan Göcer scheiterte mit seinem leicht abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze noch am starken Reflex von Torwart Gaye. Kurz darauf war der Koblenzer Schlussmann dann geschlagen: Nach einer abgewehrten Mendler-Ecke brachte Plattenhardt das Leder erneut in die Mitte, wo Daniel Di Gregorio aus kurzer Distanz zum heftig umjubelten 1:1 einnickte (86.).

Nach dem Ausgleich drängte Homburg die Gäste tief zurück, belagerte förmlich den Koblenzer Strafraum, in dem es nun permanent lichterloh brannte – doch der mögliche Siegtreffer wollte nicht mehr fallen. Es blieb beim für die Heimelf insgesamt schmeichelhaften Unentschieden.