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FCS ist noch lange nicht in Drittliga-Form

Kostenpflichtiger Inhalt: 2:2 im Test gegen Hoffenheim II : FCS ist noch lange nicht in Drittliga-Form

Testspiel gegen Regionalligist Hoffenheim II verläuft ernüchternd. Verteidiger Anthony Barylla droht längere Pause.

„Ergebnisse sind auch wichtig, aber in der Vorbereitung geht es besonders um Erkenntnisse“, sagt Lukas Kwasniok, Trainer des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken. Die wichtigste Erkenntnis aus dem 2:2 (1:1) im kurzfristig angesetzten Testspiel gegen den Regionalligisten TSG Hoffenheim II scheint: Der FCS ist noch nicht in der Form, in der er am 19. September beim Ligastart beim VfB Lübeck sein sollte. Aber Kwasniok hat eben auch noch drei Wochen Zeit, die Truppe in die entsprechende Verfassung zu bringen.

Der Plan, mit den schnellen Außen hinter die Abwehrkette des Gegners zu kommen und von dort aus das Zentrum zu bedienen, ging wie bei der 0:3-Pokalklatsche gegen den FC Homburg nur selten auf. Der FCS wirkt derzeit wie eine Schulklasse, die vom neuen Lehrer ganz viele tolle Vokabeln beigebracht bekommen hat, der aber die Grammatik fehlt, daraus ganze Sätze zu formulieren. „Der Input in den letzten Wochen war schon enorm“, sagt FCS-Sportdirektor Jürgen Luginger entschuldigend: „Das Gute ist, dass sie sich alle bemühen, um es umzusetzen.“

In der Nachspielzeit brachte Jonas Singer den Ball von der Grundlinie zu Maurice Deville, dem der folgende Treffer sicher Auftrieb geben wird. Deville spielte in der zweiten Hälfte für den am Freitag im ersten Durchgang blassen Sebastian Jacob auf der Mittelstürmer-Position, war zuletzt aber auch auf der Halbposition oder wie bei Waldhof Mannheim auf der Außenbahn eingesetzt. „Maurice ist ein Schwimmer zwischen den Positionen. Er kann alles“, sagt Trainer Kwasniok.

Deville wird beim nächsten FCS-Test an diesem Dienstag beim Gegner auflaufen – der luxemburgischen Nationalmannschaft. Auch Marin Sverko wird fehlen, er ist zur U23 Kroatiens eingeladen. Bei Anthony Barylla wird an diesem Montag wegen des Verdachts auf einen Muskelfaserriss eine MRT-Untersuchung durchgeführt.

Das zweite Saarbrücker Tor gegen Hoffenheim, das zwischenzeitliche 1:1 (44. Minute), erzielte Timm Golley. Aus 20 Metern knallte der Blondschopf den Ball bei einem Freistoß über die Mauer neben den Pfosten. Golley hat herausragegende Qualität, die er bislang zu selten auf den Platz gebracht hat. Dass der FCS noch einen Brecher für die Position im Sturmzentrum sucht, ist bekannt. Hoffenheims Mittelstürmer Meris Skenderovic machte mit zwei Toren (22. und 48. Minute) auf sich aufmerksam. „Er ist einer, der ständig unterwegs ist. Hingeht, wo es weh tut“, lobt Hoffenheims Co-Trainer Matthias Cuntz. „Matze“ spielte früher in Elversberg und traf wie Luginger-Vorgänger Marcus Mann am Rande der Partie einige alte Bekannte. „Wir kennen Skenderovic. Er hat gute Anlagen“, sagt Mann-Nachfolger Luginger über den 22-jährigen Mannheimer. Andere bislang gehandelte Stürmer-Namen nannte er „Märchen-Geschichten“.

Gute Eindrücke wollen auch die jungen Torleute hinterlassen, die derzeit beim FCS vorspielen – zuletzt Dominik Schönnenbeck (19 Jahre, vereinslos, davor Borussia Dortmund) und Jannick Theißen (22, Fortuna Düsseldorf II). „Wir sind da nicht im Druck, aber wir haben zumindest mal einige Kandidaten gesehen“, sagt Luginger. Daniel Batz ist eh gesetzt, Saarbrückens Nummer zwei Ramon Castelucci auch noch da. Und das Transferfenster ist bis Oktober geöffnet.