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1. FC Saarbrücken: FCS erwartet SC Freiburg II mit 4800 Fans

Drittliga-Heimspiel am Samstag gegen SC Freiburg II : „Wir hätten sicher die 6000er-Marke geknackt“ – neue Corona-Regel sorgt beim FCS für Unmut

Der 1. FC Saarbrücken darf am Samstag gegen den unbequemen Gegner SC Freiburg II doch nur 4800 Zuschauer in den Ludwigspark lassen. Wegen der Corona-Regeln wollen die FCS-Ultras ihre Unterstützung im Stadion etwas zurückfahren.

Am 19. und damit letzten Spieltag der Vorrunde in der 3. Fußball-Liga hat der 1. FC Saarbrücken die Chance, eine Rekordmarke auszubauen. Bislang 30 Punkte sind das Maximum, was der FCS in einer Drittliga-Vorrunde erreichen konnte, gegen Aufsteiger SC Freiburg II sollen weitere Zähler dazukommen. „33 Punkte zum Abschluss der Hinrunde ist ein Ziel, für das es sich hart zu arbeiten lohnt“, sagt FCS-Trainer Uwe Koschinat, der wieder einmal seine Innenverteidigung umbauen muss. Dennis Erdmann steht wegen eines Magen-Darm-Infekts nicht zur Verfügung, für ihn soll Pius Krätschmer Innenverteidiger spielen.

„Das ist sehr schade, weil er auf dem Weg zurück war und in Zwickau die Defensive sehr stabil stand“, sagt Koschinat. Die jüngsten Erfolge haben auch beim Kölner das Selbstvertrauen dermaßen ansteigen lassen, dass er aus der Lösung des Problems kein Geheimnis mach: „Manuel Zeitz wird auf der Sechs bleiben, weil wir in dieser Phase, die positiv gelaufen ist, nicht ständig einen neuen Eingriff vornehmen sollten. Die Abstimmung in Zwickau zwischen Zeitz, Luca Kerber und Tobias Jänicke war sehr gut, wir hatten eine gute Balance.“

Da Jänicke sich nach Wadenproblemen am Freitag spielfähig gemeldet hat und auch Dominik Ernst nach Grippe wieder zur Verfügung steht, dürfte Maurice Deville einmal mehr nur ein Platz auf der Bank bleiben. Rechts würde dann des Trainers Wunschduo Robin Scheu/Ernst endlich wieder zusammen auf dem Platz stehen. „Wir kennen uns schon sehr lange, jeder weiß genau was der andere kann und macht“, beschreibt Scheu das blinde Verständnis, von dem Koschinat aus der gemeinsamen Zeit bei Fortuna Köln nicht müde wird zu schwärmen, „ich kann den Ball blind in den Raum spielen und weiß, Dodo erläuft ihn.“

Gegner Freiburg II gewann zuletzt zweimal 1:0 in Osnabrück und Gegen Duisburg. Es ist von der Spielkultur eine klassische U23-Mannschaft, die aber über eine ungewöhnliche Robustheit und Zweikampfhärte verfügt und gegen die die normale Körperlichkeit sicher nicht genügen dürfte.

Unter der Woche war der FCS noch davon ausgegangen, dass 2G-Regel und Maskenpflicht sowie der ohnehin nominell wenig attraktive Gegner und das bescheidene Wetter eine offizielle Beschränkung der Zuschauerzahl obsolet machen. Am Freitag nun musste der Vorverkauf gestoppt werden. „Aufgrund der ebenso überraschend wie kurzfristig geänderten Corona-Verordnung gilt ab Samstag, 11. Dezember, eine Kapazitätsgrenze von 30 Prozent im Ludwigspark“, teilte FCS-Sprecher Peter Müller mit.

Nur noch 4800 Fans dürfen gegen Freiburg II und dann wohl auch kommende Woche beim Rückrunden-Auftakt gegen den TSV Havelse dabei sein. „Die Halbwertzeiten politischer Entscheidungen kann man mittlerweile in Stunden messen, aber es gibt halt keine Patentlösung im Kampf gegen die Pandemie“, sagt Müller, „natürlich macht es keinen Spaß, wenn man am Montag vom Ordnungsamt bestätigt bekommt, dass man ein Spiel unter strengen Regeln austragen kann und man freitags dann eine andere Entscheidung bekommt. Wir hätten sicher die 6000er-Marke geknackt.“

Die FCS-Ultra-Gruppierungen hatten bereits zuvor angekündigt, wegen der Corona-Beschränkungen (es herrscht Maskenpflicht auf allen Plätzen) vorerst keine organisierte Unterstützung leisten zu wollen. „Wir haben uns nach dem Kaiserslautern-Spiel schon etwas daran gewöhnt, vor einem etwas weniger begeisterungsfähigen FCS-Publikum zu spielen“, nimmt Koschinat die Entscheidung gelassen, „wir müssen mit begeisterndem, engagierten Fußball dafür sorgen, dass die Leute ihre Zurückhaltung aufgeben.“

Der am Freitag eingesetzte Schneefall sollte die Austragung der Partie dagegen nicht behindern. „Die Rasenheizung läuft derzeit unter Volllast“, betonte Stadionboss Martin Welker, „wir haben eine aktuelle Bodentemperatur von 5,2 Grad. Das System läuft autonom und störungsfrei.“ Das soll im kommenden Jahr auch ein blau-schwarzer Bus und eine Saarbahn im FCS-Design. Damit wird ein vom früheren Vizepräsidenten Florian Kern propagiertes Ziel der verbesserten Wahrnehmbarkeit des Vereins im öffentlichen Raum endlich umgesetzt.