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1. FC Saarbrücken: Grimaldi gibt Aufstieg in 2. Bundesliga als Ziel aus

FCS-Stürmer meldet sich nach Wadenverletzung fit : 1. FC Saarbrücken: Stürmer Adriano Grimaldi gibt Aufstieg in 2. Bundesliga als Ziel aus

Der wieder genesene Torjäger will mit dem 1. FC Saarbrücken in der 3. Liga jetzt richtig durchstarten. Er fühlt sich fit und bereit.

Die Frage ist ganz einfach. Und von ihrer Beantwortung könnte in der 3. Fußball-Liga in dieser Saison Entscheidendes abhängen: „Was macht die Wade von Adriano Grimaldi?“ Der Mittelstürmer des 1. FC Saarbrücken grinst breit, bevor er sie beantwortet. „Es ist mittlerweile schon ein Running Gag, auch unter den Mitspielern“, sagt der 31-Jährige und schmunzelt erneut: „Ich gehe damit ganz locker um. Ich kann da nichts dagegen machen, wenn sie zugeht.“

Genau das ist im Trainingslager in Belek ausgerechnet am ersten Tag unter südlicher Sonne passiert. Grimaldi konnte nur individuell belastet werden, hat mehr Kilometer beim Aquajogging abgerissen, als er auf dem Feld stand. „Ganz schlechtes Timing. Aber ich wollte den Kopf auch nicht in den Sand stecken und das Beste daraus machen. Julius Biada hatte das gleiche Problem. Wir haben viel geredet und die Möglichkeiten gut genutzt“, blickt Grimaldi zurück: „Jetzt ist es gut, und ich schaue nach vorne.“

Kraft tanken war über die Feiertage angesagt, die Grimaldi „im großen Kreis der Familie“ verbracht hat. „Ich habe die Zeit genutzt, auch um noch mal abzuschalten“, sagt Grimaldi, dessen Frau mit den Kindern im Alter von sieben, sechs und drei Jahren in Göttingen wohnt. Er selbst hat in Saarbrücken eine Zwei-Zimmer-Wohnung. „Das ist dann schon eng, wenn die Familie zu Besuch ist“, sagt Grimaldi.

In der Mannschaft ist geschätzt und akzeptiert. Im Gespräch öffnet er eine ganz unerwartete Seite und zeigt feinen Humor. „Ich lese. Langsamer als andere, weil ich es erst spät gelernt habe“, scherzt der 31-Jährige: „Ich habe das erst in den letzten Jahren für mich entdeckt. Ich lese gerne Biografien. Im Moment lese ich ,Die Kuh, die weinte‘. Ich gehe auch gerne mal für mich alleine einen Kaffee trinken. Und ich gehe auch gerne ins Kino, wenn es gute Filme gibt. Ansonsten versuche ich, mich voll und ganz auf Fußball zu konzentrieren, dass sich die Trennung von der Familie auch lohnt.“

Medienberichte, er stünde auf einer Streichliste und seine Karriere gehe dem Ende entgegen, „nerven mich so langsam“, sagt er: „Ich bin nicht zerbrechlich oder kaputt, nur weil ich älter bin. Ich habe viel Erfahrung, bin im Kopf klar und kann ein paar Situationen gut einschätzen. Wenn der Körper mitmacht, sind noch ein paar gute Jahre drin. Ich muss auf mich schauen und wieder auf mein Level kommen.“

Ob die zerstückelte Wintervorbereitung das leisten kann, wird man sehen. „Ich gehe positiv damit um – wie mit allen Dingen“, sagt Grimaldi: „So wie wir es gemacht haben, war es okay. Wobei nach dem Trainingslager in der Türkei der Kälteeinbruch in Deutschland schon heftig war.“ Die Zielsetzung der Mannschaft ist sowieso klar. „Wir wollen aufsteigen. Zumindest aber so lange wie möglich oben dabei bleiben“, sagt der Stürmer.

Welche Rolle Grimaldi dabei zukommt, wird spannend. Gegen Halle (2:1) und 1860 München (1:0) in der Schlussphase eingewechselt, half er der Mannschaft enorm – sowohl im offensiven, aber auch mit seiner Kopfballstärke im defensiven Bereich. Andererseits dürfte ein fitter Grimaldi eigentlich bei keinem Drittligisten auf der Bank sitzen. „Es wird Spiele geben, in denen ich anfangen darf. In anderen werde ich reinkommen. In hoffentlich wenigen werde ich gar nicht gebraucht“, sagt Grimaldi fast philosophisch: „Aber natürlich will ich 90 Minuten auf dem Platz stehen. Wir müssen alle jeden Tag besser werden. Spielerisch, aber auch was das Auftreten und die Körpersprache angeht. Wir alle haben ein Ziel, und es ist auch mein persönliches: Ich will noch mal aufsteigen in meiner Karriere. Die Chance dazu ist jetzt so groß, wie sie selten zuvor war.“

(cor)