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1. FC Saarbrücken: Rabihic will aufs erste Tor nicht mehr warten

29-jähriger Angreifer : Unter Koschinat nicht im Einsatz, jetzt im Aufwärtstrend: Rabihic will mit dem FCS nach vorne

Kasim Rabihic kommt beim FCS nach schwierigem Start immer besser zurecht. Er ist ein Profiteur von Jacobs Ausfall und hat hohe Ziele für den Rest der Saison.

„Als Team stehen wir sehr gut da, bei mir selbst gibt es auf jeden Fall Luft nach oben“, sagt Kasim Rabihic. Für den im Sommer vom Drittliga-Rivalen SC Verl zum 1. FC Saarbrücken gewechselten Offensivspieler war beim Tabellenzweiten aller Anfang schwer. Zwar betont der 29-Jährige: „Ich habe mich hier direkt wohl gefühlt.“ Doch nach dem Startelf-Debüt im ersten Spiel gegen Ex-Club Verl kamen nicht mehr viele Einsätze von Beginn an hinzu. In acht Partien wurde Rabihic gar nicht gebraucht.

Rabihic: Beim FCS unter Koschinat nicht gebraucht?

„Es war für mich eine durchwachsene Saison, mit eher wenig Einsatzzeit, was auch mit der anfangs defensiveren Spielart zu tun hatte. Da habe ich für den damaligen Trainer wohl nicht so gepasst“, deutet der Münchner mit bosnischen Wurzeln an, dass sein Standing beim im Oktober freigestellten Ex-Trainer Uwe Koschinat nicht das beste war.

Unter Nachfolger Rüdiger Ziehl, der den FCS mit fünf Siegen aus sechs Partien auf Rang zwei geführt hat, ist er wieder mehr gefragt. „Es gab ein sehr gutes Gespräch mit dem neuen Trainer. Und seit ich spiele, habe ich das Vertrauen auch zurückzahlen können“, sagt Rabihic.

In den letzten zwei Partien vor der Winterpause durfte er von Beginn an ran und steuerte jeweils eine Vorlage zu den Siegen gegen den VfB Oldenburg (3:1) und beim Halleschen FC (2:1) bei. Jetzt soll auch das erste Drittliga-Tor im FCS-Dress nicht mehr lange auf sich warten lassen. „Ich hoffe, dass es so schnell wie möglich passiert“, blickt Rabihic gespannt auf den Restrundenstart gegen den MSV Duisburg (14 Uhr).

Verletzung von Jacob eröffnet Chancen

Anhand seiner Leistung im letzten Testspiel gegen Regionalligist Fortuna Köln dürfte am Offensivmann kaum ein Weg vorbeiführen. Beim 2:1-Sieg war Rabihic mit zwei Toren der gefeierte Mann – und vorne überall zu finden. „Wenn ich meine Freiheiten bekomme, kommt das meinem Spiel entgegen. Auf die Flügel ausweichen, tiefe Wege gehen oder entgegenkommen. Ich habe keine Lieblingsposition“, sagt Rabihic: „Die Art, wie wir im Moment spielen, kommt mir zugute.“

Dass er wieder mehr zum Zug kam, hing auch mit dem Kreuzbandriss von Torjäger Sebastian Jacob zusammen. „Dadurch ist vorne eine Position frei geworden. Es ist schade für Sebi. Ich mag ihn sehr, aber so ist leider das Geschäft. Ich habe meine Chance erhalten und habe sie, glaube ich, genutzt“, sagt er.

Rabihic will „Hauptrolle“ beim FCS übernehmen

Den jüngsten Aufwärtstrend möchte er mit ins neue Jahr nehmen. „Ich habe eine hohe Erwartung an mich selbst, will so viel wie möglich spielen und der Mannschaft mit Toren und Vorlagen helfen – auch wenn der Sieg als Team natürlich das wichtigste ist“, sagt der verheiratete Vater einer einjährigen Tochter: „Es ist privat gerade eine sehr schöne und aufregende Zeit. Neben dem Beruf genieße ich die Zeit mit der Familie“, betont Rabihic, dass Töchterchen Lana Dua und Ehefrau Nadija abseits des Platzes die Hauptrolle spielen.

Auf dem Feld möchte er selbst eine Hauptrolle für die Blau-Schwarzen einnehmen – und mithelfen, den FCS oben zu halten. „Wir haben eine sehr gute Mannschaft, müssen vor keinem Angst haben. Wir wollen wie zuletzt weitermachen. Wenn wir am Ende oben stehen, sind alle glücklich.“ Er selbst weiß, wie Aufstieg geht. Mit Türkgücü München schaffte er 2020 in der abgebrochenen Corona-Saison den Sprung von der Regionalliga in die 3. Liga, zählte mit elf Toren und zehn Vorlagen in 21 Partien zu den herausragenden Akteuren. Auch seine Drittliga-Zeit in Verl, speziell das erste Jahr, verlief mit zwölf Toren und 27 Vorlagen in 68 Partien erfolgreich. Beim FCS ist die Statistik ausbaufähig.