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1. FC Saarbrücken schlägt SC Freiburg II: „Dreckiger Arbeitssieg“ bringt Rekord

33 Punkte in der Hinrunde : FCS schlägt SC Freiburg II: „Dreckiger Arbeitssieg“ bringt den Rekord

1. FC Saarbrücken feiert beim 1:0 gegen Freiburg II vierten Erfolg in Serie. Koschinat, Scheu und Torschütze Zeitz gesperrt.

Vier Siege in Folge. 33 Punkte zum Ende der Vorrunde der 3. Liga – Vereinsrekord. Beim 1. FC Saarbrücken herrscht zurzeit Zufriedenheit – und bei den Fans blühten nach dem 1:0 gegen den SC Freiburg II vorweihnachtliche Wunschträume. Aktuell Platz vier, von den Rängen des Ludwigsparkstadions sangen am Samstag schon nicht wenige der Corona-bedingt nur 4800 Zuschauer schon „Nächstes Jahr spielt Saarbrücken in Liga 2“.

„Nach den Niederlagen gegen Mannheim und Kaiserslautern war mir das alles hier zu negativ, jetzt alles einen Tick zu positiv“, sagte Lukas Boeder, der seit Wochen in der Innenverteidigung sehr solide Arbeit abliefert, „wir haben ja keine Feuerwerke abgeliefert. Und es war nicht so, dass wir jeden an die Wand gespielt haben. Wir haben unseren Job erledigt.“

Genauso war es auch gegen die zweite Mannschaft des SC Freiburg. Die Breisgauer hatten insgesamt mehr Ballbesitz, demonstrierten aber erneut, warum sie bislang nur 15 Tore erzielen konnten: Die einzige wirkliche Chance in 94 Spielminuten vergab Mittelstürmer Vincent Vermeij nach gut einer Stunde, als er freistehend genau auf FCS-Torwart Daniel Batz schoss. Die mangelhafte Durchschlagskraft der Gäste traf dazu auf das derzeit wohl beste defensive Mittelfeld der Liga. Und das kommt komplett aus Saarbrücken. Sowohl Kapitän Manuel Zeitz wie auch Luca Kerber stammen aus der Nachwuchsabteilung des FCS und ergänzen sich prima. „Ich spiele ja jetzt etwas offensiver, kann mich mehr ins Spiel einschalten. Das habe ich so in der Jugend gemacht, und das liegt mir natürlich“, sagte Kerber.

Der 19-Jährige profitierte, nachdem Zeitz endlich auf seine Stammposition zurückkehren durfte, von der Routine seines Nebenmannes: „Neben Manu zu spielen, ist für jeden ein Vorteil. Es funktioniert einfach super.“ Am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den TSV Havelse wird Zeitz wie Robin Scheu allerdings wegen der 5. Gelben Karte gesperrt fehlen.

Ohne ein „Lautsprecher“ zu sein, ist Zeitz in vielen Bereichen „Kopf der Mannschaft“ – und der Vorkämpfer war diesmal die spielentscheidende Figur. Seinen ersten Kopfball lenkt Yannick Engelhart gerade noch ab. Die direkt anschließende Ecke des starken Mario Müller wuchtete erneut Zeitz mit dem Schädel Richtung SCF-Tor. Schlussmann Niklas Sauter kratzte den Ball bärenstark gerade noch so von der Linie (34.).

Beim nächsten Zeitz-Kopfball war Sauter dann chancenlos. Tobias Jänicke täuschte die Ausführung eines Freistoßes mit dem rechten Fuß an, der Ball kam dann aber von Müllers linkem Fuß maßgenau auf den Kapitän, der gegen die Laufrichtung von Sauter einnickte – das 1:0 (44.) war in einem nicht schlechten, aber ereignisarmen Spiel durchaus verdient.

Daran änderte sich auch im zweiten Durchgang nicht viel. Die Partie verlagerte sich in die Saarbrücker Hälfte, aber mit Ausnahme der Vermeij-Möglichkeit nie vors Saarbrücker Tor. Der FCS verlegte sich aufs Konterspiel und hätte in einer Situation einen Strafstoß vom ansonsten sehr kleinlich pfeifenden Schiedsrichter Martin Speckner zugesprochen bekommen müssen. Der eingewechselte Maurice Deville drang auf der rechten Seite in den Strafraum ein und wurde von Claudio Kammerknecht unsanft in die Werbebande verfrachtet. „Er stößt mich von hinten mit zwei Händen“, sagte Deville, der trotz ordentlichem Auftritt beim 2:1 in Zwickau seinen Startelf-Platz an Scheu hatte abgeben müssen. Weil FCS-Trainer Uwe Koschinat Speckner wohl zu heftig auf seine fehlerhafte Wahrnehmung hinwies, sah auch er die Gelbe Karte. Es war seine vierte der Saison, auch Koschinat ist gegen Havelse gesperrt.

Es blieb beim 1:0, „ein dreckiger Arbeitssieg“, wie Jänicke es wohl zu Recht einordnete. „Wir waren viel damit beschäftigt zu verteidigen“, formulierte es Koschinat gewohnt präziser aus, „darüber ist uns die eigene Spielgestaltung ein Stück weit flöten gegangen.“ Doch für Spektakelfußball bekommt man keine Zusatzpunkte – eine Weisheit, die der FCS in dieser Halbserie deutlich belegte. „Es gehört zur Wahrheit der Hinrunde, dass unsere Siege immer auf des Messers Schneide stehen“, räumte auch Koschinat ein, „wir sind nicht so dominant, dass wir reihenweise Mannschaften aus dem Stadion schießen.“