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3. Fußball-Liga: 1. FC Saarbrücken: FCS erwartet TSV Havelse, Koschinat gesperrt

Dritte Fußball-Liga : So will der 1. FC Saarbrücken auch ohne den gesperrten Trainer eine erfolgreiche Partie hinlegen

Der 1. FC Saarbrücken empfängt am heutigen Samstag, 18. Dezember, Schlusslicht TSV Havelse. Koschinat, Scheu und Zeitz fehlen.

Es erinnert ein wenig an Skat, wenn Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken im letzten Spiel des Jahres und gleichzeitig ersten der Rückrunde gegen den TSV Havelse an diesem Samstag (14 Uhr, Ludwigspark) vor erlaubten 4800 Zuschauern „ohne Drei“ spielt. „Dabei wiegt meine Sperre deutlich weniger schwer als die von Manuel Zeitz und Robin Scheu“, sagt Trainer Uwe Koschinat, der wegen der vierten gelben Karte pausieren muss, über seine Spieler, die fünf Mal Gelb sahen: „Ich bin schon sauer auf mich selbst. Aber an der Seitenlinie ist man halt manchmal mehr emotional als rational.“

Von 30 Minuten vor Spielbeginn bis eine halbe Stunde nach Abpfiff darf Koschinat keinen Kontakt zur Mannschaft haben – weder direkt noch indirekt. Statt des emotionalen Vulkans aus Köln wird Co-Trainer Bernd Heemsoth an der Seitenlinie stehen, der – wenn man ihn nicht so genau kennt – eigentlich für seine norddeutsche Zurückhaltung und fast schon stoische Ruhe bekannt ist. „Ich bin nicht der Typ, der sich gerne selbst in den Mittelpunkt stellt, strebe nicht nach Kameras oder Radio“, sagte Heemsoth beim Pressegespräch, bei dem man ihm spürbar anmerkte, dass es einfach nicht seine Welt ist: „Es gehört zum Job dazu. Aber ich bin froh, mit der Mannschaft zu arbeiten. Die Gruppe steht für mich im Mittelpunkt. Das ist meine Art, das ist mein Lebensinhalt. Ich bin froh, wenn ich nach meiner eigentlichen Arbeit auf dem Platz meine Ruhe habe.“

Ex-Profi Heemsoth wird alle Entscheidungen selbstständig treffen. „Ich habe ein so enges Vertrauensverhältnis zu Bernd“, sagt Koschinat, der die Mannschaftssitzung eine Stunde vor dem Spiel noch leiten darf, „da wird nichts auf der Strecke bleiben.“

Die letzte Trainingswoche war noch einmal intensiv, auch weil mit Steven Zellner oder auch Sebastian Bösel einige Spieler wieder zum Team dazugestoßen sind. „Ich habe ohnehin nicht den Eindruck, dass wir uns jetzt in die Weihnachtspause schleppen, sondern dass wir eigentlich durchaus weiterspielen könnten“, sagt Koschinat, der durch die hohe und gute Trainingsbeteiligung verschiedene Möglichkeiten sieht, die Ausfälle im Kader zu kompensieren: „Ich könnte mir vorstellen, eine Änderung in der Viererkette vorzunehmen, da Dennis Erdmann ja wieder zur Verfügung steht.“ Das würde aber bedeuten, dass Pius Krätschmer wohl wieder auf die Bank müsste. Von dort ins Spiel kommen könnten Dave Gnaase oder Alexander Groiss, die im defensiven Mittelfeld als Zeitz-Vertretung in Frage kommen.

Scheus Platz auf der linken Seite könnten Maurice Deville positionsgetreu oder Sebastian Jacob einnehmen. „Wir sind sehr flexibel in den Ideen“, lässt sich Koschinat nicht in die Karten schauen, „aber egal wer spielt, wir können sehr schnell auf bekannte Muster zurückgreifen.“

Bekannt ist auch, dass Heimspiele gegen Tabellenletzte immer schwierig sind. „Diese 3. Liga ist eine sehr enge. Und wir waren gegen keinen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte so souverän, dass wir davon ausgehen können, dass wir locker gewinnen“, warnt Koschinat vor Überheblichkeit und einer Mannschaft, die besser spielt, als es der Tabellenplatz ausdrückt: „Havelse löst es immer mehr spielerisch. Da hat beispielsweise auch die Verpflichtung von Kianz Froese einen Einfluss darauf gehabt.“

Der Kanado-Kubaner Froese kam in seiner Zeit beim FCS nie wirklich über die Jokerrolle hinaus. „Ich habe sehr gerne in Saarbrücken gelebt“, sagte Froese diese Woche und berichtete von zahlreichen FCS-Fans, die ihm geschrieben hätten. Der Mittelfeldmann blüht in Garbsen derzeit fußballerisch auf und erklärt, warum: „Hier in Havelse hat mir Trainer Rüdiger Ziel einfach viel Vertrauen geschenkt.“

Freude schenken wollen Mannschaft und Verein mit gleich zwei Weihnachtsaktionen. Beim Verkauf von insgesamt 60 Autogrammbällen kamen 6000 Euro für das Malstatter Kinderhaus zusammen. Noch bis zum Samstagnachmittag läuft die Versteigerung der vom Bliesransbacher Künstler Michael Becker geschaffenen Büste „Blau-schwarze Liebe“. Am Freitag stand das Höchstgebot schon bei über 1000 Euro, die dem Kinderhospiz Saarland zufließen sollen. Mannschaft und Trainerteam haben für diesen Zweck schon über 1400 Euro gesammelt.