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Fußball 3. Liga: 1. FC Saarbrücken enttäuscht zum Jahresabschluss

Remis gegen Schlusslicht Havelse : „Wir können froh sein, dass wir nicht verloren haben“ – FCS enttäuscht zum Jahresabschluss (mit Video)

Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken kommt gegen Liga-Schlusslicht TSV Havelse nur zu einem 2:2. Saarbrückens Auftritt wirft Fragen auf.

Es läuft die Nachspielzeit im Drittliga-Fußballspiel des 1. FC Saarbrücken gegen den TSV Havelse. Beim Stand von 2:2 versucht das Tabellenschlusslicht aus Niedersachsen einen Entlastungsangriff. Noch einmal eine Flanke vors Saarbrücker Tor. Der nach einer halben Stunde für den verletzten Mario Müller (vermutlich Zerrung) eingewechselte Nick Galle rennt TSV-Angreifer Julian Rufidis plump über den Haufen – die Pfeife von Schiedsrichter Marc Philipp Eckermann bleibt aber überraschenderweise stumm.

„Das war ein klarer Elfmeter“, räumte anschließend Bernd Heemsoth ein. Der Co-Trainer des FCS hatte am Samstag die Verantwortung, weil Chefcoach Uwe Koschinat nach der vierten Gelben Karte gesperrt von der Tribüne zuschauen musste. Der sah – wie 4800 Zuschauer im Ludwigspark –, dass für Neuzugang Galle die 3. Liga eine Nummer zu hoch ist. Der Ex-Aachener warf nach 68 Minuten einen Einwurf exakt in die Füße von Kianz Froese. Der Ex-Saarbrücker spielt aber mittlerweile für Havelse und nutzte Galles haarsträubende Aktion knallhart aus. Fynn-Luca Lakenmacher vollendete zum 2:1. „Sowas darf einfach nicht passieren. Das ist ein ganz klarer Fehler“, kritisierte Heemsoth.

Auch vor dem 1:1 (61.) leistete sich der FCS eine Fehlerkette. Tobias Jänicke verlor den Ball in der Vorwärtsbewegung. Die spielerisch am Samstag durchaus ebenbürtigen Havelser schalteten schnell um, Lakenmacher ließ Lucas Boeder und Luca Kerber stehen wie Trainingshütchen und dann auch Torwart Daniel Batz keine Chance. „Wir können froh sein, dass wir nicht verloren haben“, sagte Batz zurecht.

Saarbrückens Auftritt wirft Fragen auf. Der FCS ließ dem abgeschlagenen Tabellenletzten von Beginn an viel Zeit und Raum. Zwar kamen die Gäste in der ersten Hälfte nur einmal richtig vors Tor – Batz rettete vor Froese und Tobias Fölster (43.) –, wurden aber mit jedem gelungenen Zuspiel selbstbewusster und ballsicherer. „Wir haben vorher davor gewarnt, dass sie gute Umschaltmomente haben, wenn wir ihnen Räume geben“, erklärte Heemsoth die passive Spielidee von Koschinat gegen den Abstiegskandidaten: „Wir haben kompakt gestanden und wollten Nadelstiche setzen.“

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Das gelang nicht wirklich, so musste ein verunglückter Standard die Führung bringen. Der Ablauf der Variante von Pius Krätschmer und Jänicke ist verbesserungsfähig, im Ergebnis kam der Ball über Umwege zu Jänicke und von dort zum 1:0 (33.) ins Tor. Nicht nur die taktische Ausrichtung, auch Koschinats Aufstellung sorgte für Kopfschütteln. Mit Robin Scheu fehlte auf der rechten Mittelfeldseite die Lieblingsbesetzung des Trainers ebenso wie Kapitän Manuel Zeitz gelbgesperrt. Dass dort aber plötzlich statt des seit Wochen starken Maurice Deville Mittelstürmer Sebastian Jacob auflief, verwunderte selbst den Spieler: „Außer in ein paar Testspielen in Kaiserslautern habe ich noch nie im Leben auf der Position gespielt.“

Im defensiven Mittelfeld spielte Dave Gnaase für Zeitz, bliebt ohne Fehler und Glanzmomente. Dass Saarbrückens Spiel besser wurde, als der Ex-Uerdinger vom Feld war, kann auch Zufall gewesen sein. Jedenfalls brachten Deville und Justin Steinkötter Schwung und Biss in die Aktionen. Den verdienten Ausgleich erzielte aber einer, der seit Wochen immer zu den Besten gehört. Julian Günther-Schmidts als Flanke gedachter Ball wurde immer länger und schlug zum 2:2-Endstand (78.) im langen Eck ein. Am Ende verpasste Steinkötter zwei Chancen zum Sieg, während auf der anderen Seite der Elfmeter-Pfiff ausblieb. Ein kleines Geschenk für den FCS zu Weihnachten.