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KSV Köllerbach: Kapitän Timo Badusch fordert Kampf um jeden Punkt​

Vor Playoffs der Ringer-Bundesliga : Kapitän Timo Badusch vom KSV Köllerbach fordert Kampf um jeden Punkt

Der Kapitän des Ringer-Bundesligisten KSV Köllerbach meldet sich rechtzeitig zum Playoff-Start am Samstag gegen Schorndorf topfit.

Er ist wieder da. Und das keine Sekunde zu früh und keine zu spät. Timo Badusch, der Kapitän des Ringer-Bundesligisten KSV Köllerbach, meldet sich rechtzeitig zu Beginn der Playoffs an diesem Samstag nach langer Verletzungszeit wieder voll einsatzbereit. Die Saarländer müssen als Zweiter der Vorrundengruppe West um 19.30 Uhr beim Dritten der Ostgruppe, dem ASV Schorndorf, antreten.

Die Bundesliga Ost scheint stärker besetzt zu sein als der Westen. Bei den erstmals ausgetragenen „Boxing days“ nach Weihnachten, den Überkreuz-Vergleichen der jeweiligen Vierten und Fünften zum Playoff-Einzug, setzten sich mit dem AC Lichtenfels und dem KSC Hösbach die Ostvertreter durch. „Es wird gegen Schorndorf in beiden Kämpfen auf jede Wertung, jeden Punkt ankommen“, sagt der Polizeibeamte Badusch, der derzeit in Illingen seinen Dienst verrichtet: „Wir können dort nur als Mannschaft bestehen. Jeder muss in seiner Gewichtsklasse das optimale Ergebnis rausholen. Siegen so hoch wie möglich, Niederlagen so knapp wie nötig halten.“

Badusch: „Mir fehlt halt noch die Wettkampfpraxis“

Auf Badusch selbst wartet in der Klasse bis 75 Kilo griechisch-römisch in jedem Fall ein Gegner der Marke „internationale Spitzenklasse“. Der Kader der Schorndorfer ist breit, sie können mit dem Franzosen Ibrahim Ghanem und dem Georgier Iuri Lomadze gleich zwei Athleten aufbieten, die in der Vorrunde keinen Kampf verloren haben. „Mir fehlt halt noch die Wettkampfpraxis“, sagt der 32-Jährige: „Ich werde es also mal wieder über die Mentalität machen müssen.“

„Mentalitäts-Monster“ Badusch hatte sich zu Beginn des vergangenen Jahres bereits zum zweiten Mal das Labrum, einen Ring aus Faserknorpel, der die Gelenkpfanne an den Rändern vergrößert und damit dem Gelenkkopf mehr Halt gibt, in der Schulter gerissen. Hinzu kam eine Kapselverletzung. „Ich hatte das wohl bereits im Viertelfinalkampf der letzten Saison. Aber ich habe von Natur aus ein geringeres Schmerzempfinden, habe es also zunächst kaum gemerkt“, blickt Badusch zurück: „Erst ein MRT bei unserem Arzt Marc Guthörl brachte es an den Tag. Klaus Johann hat mich dann im April 2022 in Merzig operiert. Der Ringer-Doc und Marc sind meine Engel, sie flicken immer zusammen, was kaputt geht.“

Der Weg zurück war kein einfacher. „Ich hatte zwischendurch schon Zweifel, ob es weitergeht. Schließlich gehen Familie und Beruf vor“, sagt der Ausnahmesportler: „Andererseits sollte es so nicht zu Ende gehen. Ich spüre immer noch diese Lust, auf die Matte zu gehen.“

Rückkehr auf die Matte Anfang Dezember

Der KSV Köllerbach hat Baduschs Ausfall gut kompensiert – und dennoch auf die Rückkehr nicht nur des Ringers, sondern auch der Persönlichkeit gewartet. „Marc-Antonio von Tugginer und Etienne Kinsinger haben das in der für sie höheren Gewichtsklasse super gemacht. Da war jeder Kampf aller Ehren Wert. Ich kann nur Danke sagen, wie sich die beiden in den Dienst der Mannschaft gestellt haben“, sagt Badusch, der sein Comeback dann doch vorzeitig schon Anfang Dezember im Heimkampf gegen den ASV Mainz feiern durfte.

„Der Plan der Reha war tatsächlich, dass ich erst für das Viertelfinale wieder fit bin. Gegen Mainz war dann ja das Finale um den Spitzenplatz in unserer Gruppe. Ich habe dann bei Teamchef Thomas Geid nachgefragt, ob er mich aufstellt“, sagt Badusch. Tat er – und Badusch ging auf die Matte, ohne bis zu diesem Zeitpunkt die Bodenlage trainiert zu haben. Dennoch verteidigte er sich zweimal großartig, hätte gegen Mohammad Damankhoshk sogar gewinnen können. Doch Mattenleiter Manuel Senn verweigerte dem Saarländer eine klare Wertung.

„Er hat Beinarbeit gesehen, ich habe nachgefragt“, erzählt Badusch über eine Meinung, die der Punktrichter wohl exklusiv hatte. „Es war aber gut für den Kopf, wieder einen echten Wettkampf zu haben und zu merken, dass die Schulter hält. Über Weihnachten ist zwar das ein oder andere Plätzchen und Stück Fleisch dazwischen gekommen, aber ich werde am Samstag alles geben, was ich zu leisten im Stande bin“, sagt Badusch. Wenn das alle hinbekommen, dann geht der KSV Köllerbach sicher mit einem guten Ergebnis in den Rückkampf zuhause am 14. Januar.