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Saarland Hurricanes spielen wieder in der 1. Liga und im Ludwigspark

American Football : Doppelte Rückkehr für die Saarland Hurricanes

American Footballer spielen wieder in der 1. Liga – und starten am Samstag im Saarbrücker Ludwigspark in die Saison.

Selten war ein American-Football-Spiel im Saarland mit so großen Emotionen verbunden wie das an diesem Samstag. Die Saarland Hurricanes feiern bei ihrem ersten Saisonspiel gleich eine doppelte Rückkehr: Nach vier Jahren in der Zweitklassigkeit den Wiederaufstieg in die Süd-Gruppe der German Football League (GFL) – und nach fünf Jahren im Neunkircher Exil die Rückkehr in ihre sportliche Heimat, das Ludwigs­parkstadion. Um 18 Uhr empfangen die „Canes“ dort die Stuttgart Scorpions, das Vorspiel bestreitet das U19-Bundesligateam um 14 Uhr gegen die Gladiators Beider Basel.

„Das bedeutet mir alles“, sagt Sportvorstand Paul Motzki zur Rückkehr in den „Park“: „Wir haben Neunkirchen als unsere zweite Heimat liebgewonnen, und im Ellenfeldstadion herrschte auch immer eine tolle Atmosphäre, aber der Ludwigspark ist unsere Heimat“, sagt er. Zuschauer sind am Samstag aufgrund der Vorgaben in der Corona-Pandemie nicht zugelassen. Zum zweiten Heimspiel am 18. Juni gegen die Schwäbisch Hall Unicorns könnte sich dies ändern.

Der Rückkehr ging laut Canes-Präsident Boris Röder ein „langer Kampf“ voraus. Er musste mit seinem Team ein „ziemliches Organisations-Brett bohren. Die Stadt hat uns stark unterstützt, und darüber sind wir froh“, sagt er. Die Höhe der vereinbarten Miete verrät Röder nicht. Für die Zukunft kann er sich eine an der Zahl der Zuschauer orientierte Stufenregelung wie beim FCS gut vorstellen und kündigt an: „Wir sind für jedes Modell offen.“

Vom Aufstieg am Grünen Tisch erfuhr der Vizemeister der GFL 2 Süd von 2019 im Februar 2021. Weil ein Team der GFL1 Süd vom Spielbetrieb zurückgezogen hatte, wurde ein Platz frei, auf den sich die Saarland Hurricanes als Vizemeister der GFL 2 Süd von 2019 erfolgreich beworben hatten. Die Vorbereitung unter Corona-Bedingungen liefen seither auf Hochtouren.

Viele neue, aber auch altbekannte Gesichter zieren den Kader des neuen Cheftrainers Christos Lambropoulus, der von Assistenz- und Offensivtrainer Paul Zahlen und Defensivtrainer Hendrik Voss unterstützt wird. Im Blickpunkt steht vor allem der neue Quarterback. Nachdem Eigengewächs und Nationalspieler Alexander Haupert die Canes in Richtung Schwäbisch Hall verlassen hat, wird nach langer Zeit wieder ein US-Amerikaner die Fäden in der Offensive ziehen: Josh Goldin, der vom D1 College der Colorado Buffaloes ins Saarland wechselte.

Sein Landsmann und Passfänger Victor Wharten III, der aus Frankfurt zurückgekehrte Nationalspieler Leon Helm sowie die bewährten Angreifer Jan Pietsch, Sascha Beck und Francesco Runco bilden das Offensiv-Gerüst um Goldin. Anders als in der Saison 2019 unter Ex-Cheftrainer Joe Sturdivant, der Laufspielzüge bevorzugte, „werden wir eine größere Ausgeglichenheit zwischen Lauf- und Passspiel sehen“, ist Paul Motzki sicher. Die Defensive wird von den US-Amerikanern Lamar Hall und Neuzugang Chaz Elder zusammen mit Sasan Jelvani und den Rückkehrern Moritz Boese und Tobias Scheibe geprägt sein.

„Wir haben einen sehr tiefen, konkurrenzfähigen Kader aus Erfahrenen und Jungs, die aus der eigenen Jugend nach oben gerückt sind“, findet Motzki. Das Saisonziel ist klar: der Klassenverbleib. Die Canes wollen sich langfristig im Football-Oberhaus etablieren. Ein guter Start in der alten neuen Heimat soll am Samstag den Grundstein dafür legen: „Wir sind nach dieser langen Zwangspause alle richtig heiß und extrem gespannt“, gibt Paul Motzki zu: „Man kann jahrelang trainieren, aber letztlich kann man kann die Spielsituation einfach nicht simulieren.“ Schon gar nicht bei einer doppelten Rückkehr.