1. Sport
  2. Saar-Sport

Situation im Saarfußball nach dem Angebot der Gruppe "Vereine Vor"

Kostenpflichtiger Inhalt: Situation im Saarfußball : Verhaltene Reaktionen der Konkurrenten

Das Angebot der Gruppe „Vereine Vor“ um Präsidentschafts-Bewerber Thorsten Klein wird von den anderen Kandidaten mit Zurückhaltung bewertet. Gespräche sollen folgen.

Eine Allianz für den Saarfußball, vereinend statt spaltend, zusammen statt gegeneinander, neu denken – neue Töne, die keine sechs Wochen vor dem ordentlichen Verbandstag des Saarländischen Fußball-Verbandes (SFV) vom Präsidentschaftskandidaten Thorsten Klein und seiner Inititiative „Vereine Vor“ angeschlagen werden (wir berichteten). Klein hatte seinen Mitbewerbern Adrian Zöhler und Udo Hölzer Gespräche angeboten, wie man vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie den Vereinen besser helfen kann, indem man die Verbandsarbeit gemeinsam stärkt und weiter verbessert.

„Wir haben am Montagnachmittag per SMS vom Strategiewechsel im Team Thorsten Klein erfahren. Dass quasi zeitgleich ein großer Artikel in der Saarbrücker Zeitung erscheint, empfanden wir als nicht ganz glücklich. Wir hätten uns vorab über einen transparenten Austausch gefreut, bevor man mit den Details zu einer möglichen ,Allianz‘ an die Öffentlichkeit geht“, sagt Fußball-Lehrer Hölzer, „ich gehe davon aus, dass alle drei Kandidaten nur das Beste für den Saarfußball wollen und nicht aus persönlichen Interessen handeln. In fünf Wochen ist die Wahl, und alle drei Kandidaten haben sich positioniert. Die Vereine sind informiert und können entscheiden, wer künftig vorangehen soll. Ich gehe weiter davon aus, dass alle drei Gruppen das Bestmögliche für den Fußball wollen.“ Dennoch wolle er an einem Gespräch teilnehmen, sofern der aktuelle SFV-Vizepräsident Zöhler das auch tut. „Der Dialog ist uns generell wichtig“, sagt Hölzer. Überbordende Vorfreude klingt allerdings anders.

Zöhler war gestern nach seinem Urlaub erstmals wieder im Büro. „Ich habe am Montagabend online über die Zeitung von dem Angebot erfahren. Erst danach habe ich die Kurznachricht vom Nachmittag auf dem Handy gesehen“, berichtet Zöhler, „ich habe Thorsten Klein bereits geantwortet. Ich werde mich innerhalb der nächsten 14 Tage zunächst mit meinem Team besprechen. Dann stehe ich für ein Gespräch mit ihm und Udo Hölzer zur Verfügung.“ Klein wolle darüber sprechen, wie man den Vereinen besser helfen kann. „Das tue ich im Team seit 18 Jahren und seit ein paar Monaten in der Corona-Krise mit besonderer Intensität, während andere sich in dieser Zeit nur bedeckt gehalten haben“, betont Zöhler, „was er genau besprechen will, werde ich ja dann hören.“

Auch Hölzer fehlt derzeit noch die inhaltliche Basis, auf der ein solches Gespräch stattfinden soll. „Die Prognose, der Verband sei führungslos, hat sich in der Coronazeit nicht bestätigt. Im Gegenteil. Das Präsidium hat seine Aufgaben bravourös gemeistert“, sagt Hölzer, der dieser Tage eine Wanderung rund ums Saarland macht, „wir haben mit unserer Gruppe nichts getan, was zu einer Spaltung des Saarfußballs führen könnte. Im Gegenteil. Wir haben eine klare Vision, die die sportliche Weiterentwicklung des Saarfußballs in den Vordergrund stellt.“ Ob das mit gemeinsam mit den Mitbewerbern möglich ist? Hölzer sagt klar: „Am Ende ist es für uns wichtig, dass es keine unbefriedigenden Kompromisse gibt, die dann zu Reibungsverlusten führen.“

Die Vorbereitungen für den ordentlichen Verbandstag laufen unterdessen reibungslos weiter. Derzeit ist vorgesehen, dass am 19. September von jedem Verein ein Delegierter vor Ort in der Saarlandhalle dabei sein wird. Die Stimmabgabe soll digital über die Mobiltelefone ablaufen, was sich beim virtuellen Verbandstag bewährt hat. Damit ist die Anonymität der Abstimmung gewährleistet – und die Wahlergebnisse stünden innerhalb weniger Sekunden fest. Ob es zu Kampfabstimmungen kommt, werden die Gespräche der nächsten Wochen zeigen.