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SV Elversberg gewinnt Finale im Saarlandpokal gegen FC Homburg

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball-Saarlandpokal : SVE triumphiert im nicht normalen Finale des Saarlandpokals

Der Fußball-Regionalligist SV Elversberg setzt sich im Elfmeterschießen gegen den FC Homburg durch. Der Saisonstart wird wohl vorverlegt werden.

Der Elversberger Jubel und die Freude nach dem entscheidenden Elfmeter von Sinan Tekerci waren so ziemlich das einzige, was am Samstag im Stadion an der Kaiserlinde normal war. Die SV Elversberg ist nach dem 7:6 nach Elfmeterschießen gegen den Regionalliga-Konkurrenten FC Homburg der neue Saarlandpokal-Sieger. „Richtig feiern geht ja durch Corona nicht. Aber wir freuen uns trotzdem. Allerdings ist jetzt kein Saisonende, sondern es geht erst los“, sagte Tekerci.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Elversberger Del-Angelo Williams, Robin Fellhauer und Thomas Gösweiner schon zum zweiten Mal über den Sieg gejubelt. Als SVE-Pokalheld Frank Lehmann den vorletzten Elfer von Homburgs Stefano Maier parierte, stürmten die drei von der Mittellinie auf Lehmann zu und feierten. Erst als Lehmann sie zurückwinkte, merkten die drei, dass sie zu früh waren. Am Elversberger Sieg änderte das aber nichts.„Ich bekomme von unserem Torwart-Trainer Sascha Purket immer die Ecken der Schützen angesagt. Danach entscheide ich spontan, wo ich hinspringe“, erklärte Lehmann, der drei Elfmeter hielt und bis auf einmal immer die richtige Ecke ahnte.

Was die Elversberger Aufstellung 120 Minuten zuvor anging, ahnten Luca Dürholtz und Lukas Kohler wohl überhaupt nichts. Sowohl Kapitän Dürholtz, als auch sein Stellvertreter Kohler saßen nur auf der Bank. „Das ist das Ergebnis der Vorbereitung. Es wird wichtig sein, dass alle Spieler verstehen, dass alle Entscheidungen nur im Sinne der Mannschaft getroffen werden. Wir haben eine sehr lange Saison vor uns, und es geht nur gemeinsam“, erklärte Trainer Horst Steffen seine Personalentscheidungen.

Für Dürholtz spiele Eros Dacaj von Beginn an und bereitete beide Tore in der regulären Spielzeit mit Eckbällen vor. Für Kohler spielte „Früh-Jubler“ Fellhauer, der zwar einen starken Eindruck hinterließ, aber in der 89. Minute ausrutschte und so den 2:2-Ausgleich der Homburger ermöglichte. Der 33-jährige Lukas Kohler, der am Samstag zum sechsten Mal den Saarlandpokal gewann, jubelte auch ohne Einsatzzeit. „Wir haben als Mannschaft gewonnen. Das zählt und sonst nichts“, sagte Kohler.

Ob der Elversberger Auftritt in den ersten 45 Minuten an den überraschenden Personalien lag, ist unklar. Aber was die SVE vor der Pause auf den Platz brachte, war nicht ganz normal. „Wir wollten aggressiv sein und richtig viel Druck erzeugen. Ich habe nichts davon gesehen“, sagte Trainer Steffen. Erst als der FC Homburg in Führung ging, wurden die Elversberger wach und besser.

Am Ende waren Personalien und verpasste Aggressivität aber mehr oder weniger egal. Die SV Elversberg hat den Saarlandpokal gewonnen und spielt am 12. September in der ersten Runde des DFB-Pokals zu Hause gegen den Zweitligisten FC St. Pauli. Ob das Spiel, wie vergangenen Samstag, ohne Zuschauer stattfinden wird, ist noch offen.

Der Saarländische Fußballverband (SFV) hatte schon vor zwei Wochen angekündigt, dass das Finale ohne Zuschauer ausgetragen wird. Zudem mussten am Samstag bis auf die Spieler und Trainer alle im Stadion Mundschutz tragen und deutlichen Abstand halten – auch die Ersatzspieler auf der Tribüne. Sogar der Pokal wurde nicht überreicht, sondern die Elversberger mussten ihn sich, wie die Medaillen, vom Tisch holen. „Da das Spiel live im TV kam, hat uns ganz Deutschland zugeschaut. Wir wollten Vorbild sein und zeigen, wie man solche Spiele mit bestmöglichem Schutz für alle ausrichten kann“, sagte SFV-Geschäftsführer Andreas Schwinn.

Das Halbfinale der SVE in Auersmacher (325 Zuschauer) und das Pokalfinale der A-Jugend (450 Zuschauer in St. Ingbert) waren mit Fans. „Bei beiden Spielen waren wir nicht der Ausrichter. Die Infektionszahlen steigen wieder. Wir wollen, dass der Amateurfußball wieder spielen kann und sind mit gutem Beispiel vorangegangen. Bei dem Spiel selber sehe ich keine Infektionsgefahr. Die Probleme entstehen beim Drumherum und den Zuschauern“, sagte Schwinn.

 So strahlt ein Sieger: Horst Steffen, der Trainer der SV Elversberg, hatte nach dem Final-Drama am Samstag allen Grund zu guter Laune.
So strahlt ein Sieger: Horst Steffen, der Trainer der SV Elversberg, hatte nach dem Final-Drama am Samstag allen Grund zu guter Laune. Foto: Andreas Schlichter
 Elversbergs Torhüter Frank Lehmann hält unter anderem den Elfmeter von Homburgs Damjan Marceta und wird zum Pokal-Helden.
Elversbergs Torhüter Frank Lehmann hält unter anderem den Elfmeter von Homburgs Damjan Marceta und wird zum Pokal-Helden. Foto: Andreas Schlichter
 Den entscheidenden Elfmeter versenkt Sinan Tekerci (vorne links), danach stürmen die Elversberger Teamkollegen zu ihm.
Den entscheidenden Elfmeter versenkt Sinan Tekerci (vorne links), danach stürmen die Elversberger Teamkollegen zu ihm. Foto: Andreas Schlichter

Auch am Samstag kamen Zuschauer zum Finale und jubelten vor den Zäunen des Stadions mit ihren Teams. Die Polizei war vor Ort, griff aber aufgrund der geringen Anzahl nicht ein. So wurde es durch die Zaungäste und die Anfeuerung der Ersatzspieler auf den Tribünen doch kein gänzliches Geisterspiel. Wie es in der Liga laufen soll, ist noch unklar. Da das Spiel gegen den FC St. Pauli am 12. September stattfindet, muss die Partie gegen den FC Gießen verlegt werden. Der neue Termin ist noch offen. Nach SZ-Informationen wird das Spiel aber wohl auf Dienstag, den 1. September, vorverlegt. Die SVE und der FC Gießen würden dann vier Tage vor allen anderen Mannschaften starten.