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Stadion von SV Elversberg nicht tauglich für 2. Liga – was die SVE plant​

SV Elversberg auf Zweitliga-Kurs : Stadion derzeit nicht zweitligatauglich – was die SVE jetzt plant

Die SV Elversberg liegt voll auf Kurs zur 2. Fußball-Bundesliga. Das eigene Stadion müsste jedoch deutlich ausgebaut werden, um die Voraussetzungen zu erfüllen.

Die lange ersehnte Meisterschaft in der Fußball-Regionalliga Südwest, der Titel im Saarlandpokal, starke Auftritte im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen und den VfL Bochum und natürlich die aktuelle Tabellenführung in der 3. Liga mit zehn Punkten Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz. Besser hätte das Jahr 2022 für die SV Elversberg nicht laufen können. Zeit zum Durchatmen hat die SVE aber praktisch nicht, denn die Erfolge stellen den Verein vor neue nicht geplante Herausforderungen.

Zweitliga-Fußball ist in Elversberg derzeit nicht möglich

Der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist in der aktuellen Situation zwangsläufig ein Thema. Aber Zweitliga-Fußball ist in Elversberg derzeit nicht möglich. Die Ursapharm-Arena bietet zurzeit Platz für etwa 7500 Zuschauer, die Hälfte der Plätze sind überdacht. Die Anforderung für die 2. Bundesliga sind allerdings 15 000 überdachte Plätze. Zudem müsste nach DFB-Auflagen das hauptberuflich angestellte Personal bei der SVE erweitert werden. Die Geschäftsstelle in St. Ingbert ist aber schon jetzt zu klein.

„Das Stadion ist eine große Herausforderung, die wir zu bewältigen haben. Die sonstigen Anforderungen sind zu meistern“, sagt Marc Strauss, Vorstand Verwaltung und Vereinsentwicklung bei der SVE.

 Marc Strauß ist der Vorstand Verwaltung und Vereinsentwicklung der SV Elversberg.
Marc Strauß ist der Vorstand Verwaltung und Vereinsentwicklung der SV Elversberg. Foto: Andreas Schlichter

Erneuter Umbau kostet etwa 13 Millionen Euro

Als die SV Elversberg im Jahr 2013 zum ersten Mal in die 3. Liga aufgestiegen war, war das Umfeld bei weitem noch nicht soweit. Es gab erhebliche Probleme, am Ende konnte der Abstieg nicht verhindert werden. Jetzt steht der Verein an einem ähnlichen Punkt, nur ein Level darüber. „Es gibt Lösungen, aber es ist noch nicht klar, wann und wie wir sie umsetzen. Hier werden in den kommenden Wochen entsprechende Entscheidungen durch unsere Gremien, Präsidium und Aufsichtsrat herbeigeführt“, sagt Strauss.

Der Bau der neuen Haupttribüne (Beginn im Jahr 2014) kostete inklusive des später fertiggestellten Parkplatzes etwa 15 Millionen Euro. Jetzt braucht die Tribüne der Heimfans noch ein Dach, die Tribüne der Gästefans muss komplett erneuert werden. Das gilt auch für die alte Haupttribüne, die aktuell nur für Medienvertreter zur Verfügung steht. Sie soll so umgebaut werden, dass sie aussieht wie die neue – nur ohne Logen. Geschätzte Kosten für den gesamten Stadionumbau erneut etwa 13 Millionen Euro.

Was, wenn die SV Elversberg doch nicht aufsteigt?

Doch was passiert, wenn die SVE in der Rückrunde sportlich einbricht und ein Umbau hinfällig wäre? „Es wird nicht alles auf einmal entschieden. Zur Zeit werden die vorbereiteten Fundamente auf der Heimtribüne hergestellt, die eine kurzfristige Umsetzung der Dachinstallation ermöglichen. Alle anderen Entscheidungen werden wir treffen, wenn es soweit ist“, sagt Strauss.

Bei einem Umbau der alten Haupttribüne müsste die SVE einen Teil des angrenzenden Kunstrasens belegen, um dort Container aufzustellen. Dazu müssen Gespräche mit der Gemeinde Spiesen-Elversberg und der DJK Elversberg geführt werden. Die DJK spielt neben der Jugend der SVE auf dem Kunstrasen und bräuchte eine Ausweichmöglichkeit. Die SV Elversberg hat in den vergangenen Jahren neben dem Trainingszentrum in Großblittersdorf Naturrasenplätze in Friedrichsthal, Heinitz und St. Ingbert gekauft und erneuert, sich auch bei anderen Vereinen eingemietet, etwa in Bildstock oder Heckendalheim.

Präsidium und Aufsichtsrat entscheiden, damit auch Familie Holzer

In St. Ingbert gibt es sogar Pläne, in der Nähe des Hallenbades Blau eine neue Geschäftsstelle inklusive Trainingszentrum für die erste Mannschaft zu errichten. „Auch darüber wird in den kommenden Wochen entschieden“, sagt Strauss.

Die SV Elversberg hat in den vergangenen zehn Jahren etwa 20 Millionen Euro in ihre Infrastruktur investiert. Will man in der 2. Bundesliga spielen, kämen wahrscheinlich nochmal 10 bis 15 Millionen dazu. Geld, das selbst durch einen Zuschauerschnitt von knapp 5000 pro Spiel in dieser Saison und von ausverkauften Fanartikeln, die mittlerweile in die ganze Welt gehen, nicht in die Vereinskasse gespült werden kann.

Die Grundsatzentscheidung, wo die Reise hingeht, fällen Präsidium und Aufsichtsrat und damit auch der Hauptsponsor, die Ursapharm Arzneimittel GmbH. Die Geschäftsführer der Ursapharm sind Frank Holzer (69) und sein Sohn Dominik Holzer (40). Frank Holzer ist der Aufsichtsratsvorsitzende der SVE und hat den Verein im Jahr 1990 als Vorsitzender und Hauptsponsor übernommen. Dominik Holzer ist aktuell der Präsident der SVE. Vater und Sohn zusammen haben den Verein in den vergangenen zehn Jahren dorthin geführt, wo er heute steht. Das gilt übrigens auch für die Ursapharm Arzneimittel GmbH. Im Geschäftsjahr 2009 lag der Jahresumsatz der Ursapharm noch bei 73,1 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2019 waren es 241,8 Millionen.