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Volleyball-Zweitligist TV Bliesen muss vorerst auf Hexenkessel verzichten

Kostenpflichtiger Inhalt: 2. Bundesliga Volleyball : Saisonstart des TV Bliesen ohne den „Hexenkessel“

Volleyball-Zweitligist TV Bliesen bestreitet an diesem Samstag seine Generalprobe gegen TuS Kriftel. 150 Zuschauer sind im Sportzentrum zugelassen.

Der Kader steht, das Hygienekonzept auch: Die Volleyballer des TV Bliesen sind bereit für den Saisonstart in der 2. Liga Süd. Am 12. September empfängt der Aufsteiger die Blue Volleys Gotha zum ersten Zweitliga-Spiel seiner Vereinsgeschichte. Normalerweise würde das Sportzentrum St. Wendel gegen Gotha aus allen Nähten platzen und die Stimmung im „Hexenkessel“ überkochen. Schon zu Zeiten, als der Verein in der Regionalliga oder der 3. Liga spielte, sorgten bis zu 600 Fans für eine volle Halle und fantastische Atmosphäre.

Doch wegen der Corona-Pandemie ist auch beim TV Bliesen alles anders. Für das Test-Heimspiel an diesem Samstag um 19 Uhr zu Hause gegen den Ligakonkurrenten TuS Kriftel sind nach dem Hygienekonzept, das der Verein gemeinsam mit der Volleyball-Bundesliga (VBL) und den lokalen Behörden entwickelt hat, nur 150 Zuschauer zugelassen.

Nach aktuellem Stand wird dies auch für den Saisonauftakt gegen Gotha gelten. „Mit dieser Zahl können wir gut leben. Das sind noch mehr, als wir gedacht haben“, sagt Bliesens sportlicher Leiter Gerd Rauch: „Es gibt auch Standorte in der Liga, wo es deutlich weniger sind – und in Bayern darf zum Beispiel aktuell überhaupt noch nicht gespielt werden.“ Sollte sich dies in den kommenden Tagen nicht ändern, müsste wohl schon Bliesens Spiel am 19. September beim TV Hammelburg verlegt werden.

Die maximale Besucherzahl von 150 für Heimspiele im Sportzentrum ist übrigens nicht „in Stein gemeißelt“. Sie kann sich im Laufe der Saison sowohl nach oben wie nach unten verändern. Dass die geringere Anfeuerung von den Rängen ein Nachteil für den heimstarken Aufsteiger wird, befürchtet Rauch nicht: „Die Zuschauer haben nicht nur uns gepeitscht. Auch die Gegner waren in den Spielen bei uns vor der großen Kulisse besonders motiviert.“ Der sportliche Leiter ergänzt: „Zudem gibt es bei den Teams in der 2. Liga wohl keinen Spieler mehr, der die Hose voll hat, weil er in einer vollen Halle spielen muss.“

Bliesens neuer Trainer Burkhard Disch bedauert die Einschränkungen dagegen: „Wenn du vor 500 Leuten spielst, gibt dir das natürlich Rückenwind.“ Trotz des fehlenden „Hexenkessels“ ist der 50-Jährige aber voller Optimismus, dass der TV eine gute Premieren-Saison in der 2. Liga spielen wird. „Wir sind auf allen Positionen doppelt besetzt und haben einen guten Kader“, findet Disch. Das Saisonziel des TV Bliesen ist der Ligaverbleib.

Damit der Kader – mit den vier Neuzugängen Máni Matthíasson (Zuspiel), Philip Freere, Aaron Neumann (beide Außenangriff) und Arndt Bennoit (Diagonal) – auf dem Feld von Beginn an harmoniert, wurde in der Vorbereitung noch eine zusätzliche vierte Trainingseinheit pro Woche am Mittwochmorgen eingeführt. „Die kann den Unterschied machen“, ist sich Disch sicher. Obwohl einige Spieler berufliche und studienbedingte Verpflichtungen haben, sind sie heiß auf das „Abenteuer 2. Liga“. Sehr zur Freude ihres Übungsleiters: „Unsere Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung lag bei nahezu 100 Prozent.“

Noch nicht ganz bei 100 Prozent seines Leistungsvermögens war der TV Bliesen am letzten Samstag im ersten Testspiel bei Ligakonkurrent TG Mainz-Gonsenheim. Allerdings zeigte das Team dort, dass es in der Lage ist, bei einem etablierten Zweitligisten mitzuhalten. Die vier Sätze, die vereinbart waren, verlor der Neuling jeweils ganz knapp (24:26, 28:30, 23:25, 23:25).

Weitere wichtige Erkenntnisse für den Ligastart sollen im zweiten Test an diesem Samstag gegen Kriftel gewonnen werden. Eine Woche danach steigt das letzte Vorbereitungsspiel beim Nord-Zweitligisten TuS Mondorf, bevor es gegen Gotha ernst wird – wenn auch nur vor maximal 150 Zuschauern.