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So kann man durch Selbermachen Geld sparen

Mach mehr mit Deinem Geld – Teil 8 : So kann man durch Selbermachen sparen

Wer fürs Renovieren oder Reparieren selbst anpackt, kann Tausende Euro sparen. Auch Anfänger können relativ leicht Erfolge erzielen.

Bei der Renovierung eines Hauses oder der Sanierung einer Wohnung stellt sich oft die Frage, wie das Projekt bei knapper Kasse zu stemmen ist. Eine Antwort kann sein: selbst zum Werkzeug zu greifen statt Handwerker zu beauftragen. Laut einer aktuellen Studie von Gelbe Seiten in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Mentefactum erledigen knapp ein Drittel der Bürger in Deutschland (32 Prozent) Arbeiten und Reparaturen im Haus in der Regel selbst. Der in Euro und Cent messbare Effekt ist dabei nur eine Seite des Selbermachens, die andere ist das gute Gefühl, die Sparsumme mit dem eigenen Tun erarbeitet zu haben. So sieht es Markus Howest, der Chefredakteur der Zeitschrift Selber machen. Er gibt Tipps, wie Heimwerker und Menschen, die es werden wollen, Kosten um Tausende Euro senken können.

Bei welchen Handwerkertätigkeiten wirkt sich Selbermachen besonders stark auf den Geldbeutel aus?

Es gibt viele Möglichkeiten, etwas einzusparen. Große geldwerte Vorteile bringen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten. Zum Beispiel, indem man selbst eine neue Arbeitsplatte in die Küche einbaut oder ein Bad saniert. Hinzu kommen Upcycling-Projekte: dass man Altes nicht wegwirft, sondern es einer neuen Bestimmung zuführt. Etwa indem alte Küchenmöbel genutzt werden, um im Keller Stauraum zu schaffen oder die Werkstatt zu optimieren. Alles Alte, was man neu nutzen kann, braucht man sich nicht neu zu besorgen. Das hat immer auch einen Spareffekt.

Nicht jeder traut sich an eine Badsanierung. Wo kann ein Anfänger am ehesten Erfolge erzielen?

„Wenn ich etwas verändern will im Haus oder in der Wohnung, kann ich am einfachsten bei den Wänden oder beim Boden etwas machen“, sagt Howest. Fürs Streichen oder Tapezieren muss man also keinen Maler beauftragen. Genauso beim Boden: Im Baumarkt oder im Fachhandel gibt es hochwertige Böden zu kaufen, die man selbst verlegen kann. Auch ist es aus Sicht des Experten von Selber machen nicht schwierig, eine Dämmung in den Dachstuhl einzubauen. Dabei spart man doppelt: die Kosten für Handwerker und für Heizenergie.

Um welche Größenordnung geht es bei den Einsparungen? Zum Beispiel, wenn man ein Wohnzimmer von 30 Quadratmetern selbst streicht.

Wer einen Raum von 30 Quadratmetern selbst streicht, spart nach Einschätzung von Howest „gut 1000 Euro“ Handwerkerkosten. Wenn man diese Summe auf eine ganze Wohnung hochrechnet, kommen einige tausend Euro zusammen. Das ist beim Einbau von Dämm-Material, erst recht bei einer Badsanierung nicht anders.

Wie komme ich an Know-how zum Selbermachen?

Dafür gibt es viele Möglichkeiten: Man kann im Internet nach Handwerkern suchen, die sich einen Namen gemacht haben und etwa auf Youtube-Videos erklären, wie es geht. Baumärkte bieten Heimwerkerabende an, an denen Bauprojekte vorgestellt werden, und geben auf ihren Internetseiten Tipps für die Umsetzung. Darüber hinaus sind auf Heimwerker-Portalen im Internet wie selbermachen.deheimwerker.de oder selbst.de sowie in Zeitschriften Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu finden. Auch Hersteller von Materialien oder Werkzeugen, wie zum Beispiel Bosch, zeigen Videos, wie Heimwerker vorgehen sollten.

Apropos Werkzeug: Wer etwas selber machen will, braucht das passende Werkzeug. Worauf sollte man achten?

Hobby-Handwerker fragen sich oft: Muss ich mir ein Markenprodukt kaufen, oder tut es auch etwas vom Discounter? Bei der Entscheidung helfen Werkzeugtests, die auf den Heimwerker-Plattformen im Internet oder bei Stiftung Warentest (www.test.de) veröffentlicht werden. Außerdem muss man nicht alles kaufen. Baumärkte bieten Geräte zum Mieten an.

Wer etwas selber renoviert oder baut, braucht Material. Was ist beim Materialeinkauf wichtig?

Der Experte von Selber machen empfiehlt, nicht einfach zum Billigsten zu greifen, sondern langlebige und wertbeständige Materialien zu wählen. „Das ist letztendlich auch für den Geldbeutel gut.“ Wer zum Beispiel eine Laube in seinen Garten baut, sollte hochwertiges Holz wie Douglasie oder Lärche verwenden.

Auch wenn sich erfahrene Heimwerker fast alles zutrauen, was sollten sie doch lieber ausgebildeten Fachkräften überlassen?

Selber-machen-Experte Howest empfiehlt die Finger von allem zu lassen, was mit Elektrik zu tun hat – auch wenn klar ist, dass viele Heimwerker zumindest Lampen anschließen oder Steckdosen einbauen. Genauso sollte man Arbeiten auf dem Dach oder in großer Höhe Fachleuten überlassen. Auch bei schwierigen Wasseranschlüssen sollte man Profi-Handwerker zu Rate ziehen.

Welche anderen Bereiche neben den großen Feldern Bauen und Sanieren eignen sich fürs Selbermachen?

Zum Beispiel kann man laut Howest beim Aufarbeiten von Stühlen oder Kommoden mit wenig Aufwand gute Erfolge erzielen. In jedem Teil, das in der Garage oder im Keller rumliegt, steckt nach seiner Ansicht Potenzial. Auch in Trödelläden oder auf Flohmärkten können Hobby-Handwerker Sachen finden, mit denen sie nach etwas eigener Arbeit in der Wohnung dekorative Akzente setzen können. Möbel kann man auch selber bauen, zum Beispiel ein Regal oder ein Bett. Und all das hat einen Spareffekt, weil man Käufe von Neuwaren vermeidet.

Hier geht´s zu allen weiteren Teilen der Serie „Mach mehr mit Deinem Geld“.