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Wie Sie in Haus oder Wohnung Energie sparen und Kosten senken

Mach mehr mit Deinem Geld –Teil 14 : So sparen Sie in den eigenen vier Wänden

Kosten für Strom und fürs Heizen machen das Wohnen teuer. Ein Energieberater gibt Tipps, wie man dafür weniger Geld ausgeben muss.

Draußen friert es, im Haus ist es wohlig und warm. Gerade im Winter freut sich jeder Mensch über ein gemütliches Zuhause. Doch das kann schnell ins Geld gehen. Bernhard Andre, Energieberater für die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, hat unserer Zeitung einige Ratschläge gegeben, wie sich Strom und Heizungskosten minimieren lassen.

Beleuchtung: In der Vergangenheit haben viele Haushalte ihre Beleuchtung auf Halogen umgestellt. „Das spart auf der einen Seite, doch durch die meist gleichzeitig erhöhte Anzahl der Leuchtstellen, haben die Verbraucher damit oft sogar aufgerüstet“, erklärt Andre. Es sei an der Zeit, Halogen durch LED zu ersetzen. Eine LED-Beleuchtung sei um etwa 75 Prozent effizienter (bessere Leistung/weniger Energieverbrauch) als Halogen-Leuchten. Es gebe heute fast für jeden Sockel die passenden LED-Leuchten.

Ein Tipp: Bei Niedervoltsystemen mit einem Trafo (der häufig sogar verbaut ist), an dem mehrere Halogen-Leuchten hängen, können auch LED zum Einsatz kommen. Wechselt man alle Halogen-Leuchten gegen LED aus, wird häufig die Mindestlast des Trafos unterschritten und nichts funktioniert. „In der Regel reicht es dann aus, eine Halogen-Leuchte drin zu lassen und den Rest durch LED zu ersetzen“, rät der Experte zu diesem gefahrlosen Trick.

Dämmung: Jedes Gebäude mit Baugenehmigung nach 1977 hat einen sogenannten Wärmeschutznachweis als Bestandteil der Baugenehmigung. Die meisten Immobilienbesitzer würden diesen Nachweis allerdings nicht kennen. Dort sind die Bauteile definiert, ihr Flächenanteil und ihre energetische Qualität. Hier könne man einfach erkennen, welches Bauteil für den Energieverlust durch die Hülle verantwortlich ist. Andre: „Dort zeigt sich, dass bei sehr vielen Gebäuden die obersten Geschossdecken ein Schwachpunkt sind. Und ein weiterer Punkt sind häufig die Fenster.“ Die oberen Geschossdecken zu dämmen, lohnt sich besonders, weil es Innenbauteile sind. Man muss sie also nicht gegen die Witterung schützen. Die Dämmung wirkt zweifach: im Winter gegen die Kälte, im Sommer gegen die Wärme. Versierte Heimwerker könnten zudem diese Dämmung sogar selbst angehen, sagt Andre. Eine gute Dämmung sei 20 Zentimeter und mehr dick. Vielfach seien es aber nur vier bis fünf oder acht Zentimeter eingebaut.

Fenster: Fast alle Gebäude, die vor 1995 gebaut wurden, haben die alte Zwei-Scheiben-Isolierverglasung. Andre: „Die heutige Zwei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung ist zweieinhalbfach besser.“ Wer Fenster habe, deren Rahmen noch top sind, könne sogar nur die Verglasung austauschen. „Das ist günstiger, bringt aber schon einen schönen Effekt.“ Wer sich dazu entschließt, sollte einen Fachmann beauftragen. Zudem rät Andre ohne Rücksprache mit dem Hersteller keine Drei-Fach-Wärmeverglasung einzubauen. „Das könnte für die Rahmen zu schwer werden.“

Photovoltaik-Anlage: Für Eigenheimbesitzer bieten Photovoltaik-Anlagen die Chance auf Rendite. „Wenn ich ein unverschattetes Süd- oder ein Ost- oder Westdach habe, kann ich über eine solche Anlage nachdenken. In der Regel sind das wirtschaftliche Investitionen, die sich mittelfristig auszahlen“, sagt der Energieberater. Es gebe auch wieder Anzeichen, dass der Bund dies wieder stärker unterstützen wolle. Hausbesitzer sollten aber mehrere Angebote einholen und vergleichen.

Heizung: Lohnenswert ist eine Heizungsoptimierung. Hier sollte man die individuelle Situation mit Experten abklären. Dabei sei es wichtig, auch den elektrischen Verbrauch der Pumpen im Blick zu behalten. Alte ineffiziente Heizungspumpen zählen häufig zu den größten Stromverbrauchern im Haus. Der Ersatz durch Hocheffizienzpumpen kann aber nicht nur den Stromverbrauch senken, sondern das Heizsystem auch besser auf wechselnde Wärmeanforderungen der einzelnen Räume reagieren, zum Beispiel, weil ein Holzofen zusätzlich betrieben wird oder die Sonne durch die Fenster scheint.

Förderung: Wer sein Haus optimieren möchte, sollte im Vorfeld einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen. Das ist eine geförderte Beratung, die mit 80 Prozent bezuschusst wird. „Für ein Ein- und Zweifamilienhaus beträgt der Eigen­anteil dann etwa ab 350 Euro. Dafür bekomme ich einen Fahrplan für die Maßnahmen, die in den kommenden Jahren sinnvoll sind“, erklärt der Experte. Was kann ich tun? Wann sollte ich es tun? Welche Fördermittel gibt es? Welche Ersparnis bringt mir die Maßnahme? Durch die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude erhöhten sich mit einem solchen Sanierungsplan die individuellen Förderungen jeweils um fünf Prozent. Für eine Heizung gebe es dann statt bis zu 45 Prozent dann 50 Prozent Zuschuss, beim Fenstertausch statt 20 Prozent, dann 25 Prozent. „Und zudem gibt es mir die Sicherheit, dass ich auf dem richtigen Weg bin“, so Andre. Für fast jede energetische Maßnahme im Haus gebe es inzwischen Förderangebote.

Bei der Gebäudehülle und Heizungsoptimierung gibt es Förderungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude von 20 Prozent und bei förderfähigen neuen Heizungsanlagen fängt es bei 30 Prozent und kann bis 45 Prozent gehen. Dabei müssten aber nicht alle Fenster gleichzeitig gemacht werden oder es könnten auch Teilfassaden saniert werden. Weitere Informationen zu den Förderprogrammen sind im Internet unter www.kfw.de und www.bafa.de erhältlich.