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Wo es im Saarland Kunst, Kultur, Museum, Kino, Literatur kostenlos gibt

Mach mehr mit Deinem Geld – Teil 5 : Wo Kultur im Saarland (fast) keinen Eintritt kostet

Wer gerne in Museen geht, muss im Saarland vielerorts nichts zahlen. Doch auch Film- und Kunstfans können ohne Geld auf ihre Kosten kommen.

Gutes muss nicht teuer sein – so hieß es einst in der Werbung. Für die Kultur gilt das jedenfalls aus Genießer-Sicht: Man kann, auch hierzulande, sehr viel Kultur erleben, ohne viel Geld auszugeben. Einige unserer Tipps sind für die Zeit nach dem Lockdown, wenn etwa Museen (hoffentlich bald) wieder öffnen – aber es gibt auch Tipps für den Fall, dass der Lockdown noch länger anhalten sollte.

Kunst an der frischen Luft, coronagemäß: Warum nicht spazieren gehen oder wandern und sich gleichzeitig Kunst anschauen? Da gibt es im Saarland einiges – nicht zuletzt die „Straße der Skulpturen“ von St. Wendel bis zum Bostalsee, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feiert. 48 Künstler aus elf Ländern haben hier eine 25 Kilometer lange Freiluft-Galerie geschaffen: mit 58 großen Steinblöcken, bis zu neun Metern hoch und bis zu 65 Tonnen schwer. Einen kulturellen Spaziergang wert sind ebenso die Halde Duhamel mit dem Saarpolygon und der Erlebnisort Reden mit seinem Wassergarten vor historischer Kulisse. Industriekultur bei freiem Eintritt.

Museen mit freiem Eintritt: Viele Kunsthäuser im Saarland verlangen keinen Eintritt (viele andere auch nur einen sehr geringen). Eintritt frei gilt für die Städtische Galerie Neunkirchen, das KuBa – Kulturzentrum am Saarbrücker Eurobahnhof, die Galerie der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK) in Saarbrücken, das Stadtmuseum St. Wendel, die Ludwig Galerie und das Städtische Museum in Saarlouis und auch für die Historischen Museen in Wallerfangen und Wiebelskirchen. Kostenlos ist der Eintritt auch bei vielen heimatlichen Museen des Saarlands: im Mineralienmuseum in Freisen, in den Ausstellungsräumen des Heimatkundlichen Vereins Köllertal in Heusweiler, im Burg- und Schlossmuseum Jägersburg, im Heimat- und Burgmuseum Kirkel, im Haus der Dorfgeschichte Bliesmengen-Bolchen, im historischen Hiwwelhaus in Marpingen sowie in den Heimatmuseen von Wemmetsweiler, Quierschied, Rehlingen, St. Arnual in Saarbrücken, Gersweiler, Hassel, Oberwürzbach, Neipel und Niederlinxweiler. Auch die historische Ölmühle Wern in Ottweiler-Fürth, das Ernst-Alt-Kunstforum in Rilchingen-Hanweiler sowie das Mühlen- und Mennonitenmuseum Bettinger Mühle in Schmelz kann man sich kostenlos ansehen. Weitere Informationen zu den Museen und Orten gibt es unter www.museumsverband-saarland.de.

Manchmal freier Eintritt: Einige saarländische Museen, die üblicherweise Eintritt verlangen, haben trotzdem auch kostenlose Besuchszeiten: Im Weltkulturerbe Völklinger Hütte etwa ist der Eintritt dienstags ab 16 Uhr frei. Für Kinder, Schülerinnen, Schüler und Studierende bis 27 ist der Eintritt dort generell frei – und für alle anderen gibt es ein Jahreskarten-Schnäppchen: Das kostet mit 35 Euro nicht mal doppelt so viel wie eine Tageskarte für Erwachsene (17 Euro). Das kann sich lohnen. In Saarbrücken zahlt man im Saarlandmuseum und im Museum für Vor- und Frühgeschichte jeweils dienstags ab 15 Uhr keinen Eintritt. Beim Historischen Museum Saar am Saarbrücker Schlossplatz muss man an jedem ersten Mittwoch im Monat keinen Eintritt zahlen.

Bücherschränke: Orte kostenloser Kultur sind auch die öffentlichen Bücherschränke, bei denen man sich literarisch bedienen kann – die man aber auch wieder auffüllen sollte mit Werken aus eigenem Bestand, sodass der Bücherkreislauf in Gang bleibt. Über 20 solcher Schränke gibt es im Saarland: manchmal als Regal in Institutionen, etwa auf dem Saarbrücker Campus in der Uni-Bibliothek oder im Neunkircher Zoo – vor allem aber an der frischen Luft und manchmal gar mit bestem Ausblick: etwa das wetterfeste Bücherregal unterhalb des Schaumbergturms in Tholey. In Beckingen und Blieskastel unter anderem kann man fündig werden, in Illingen und Leitersweiler und in Saarbrücken – in einer betagten Telefonzelle am Saarbrücker Schloss. Da findet sich alles zwischen „Hochkultur“ und vergilbtem Konsalik, zwischen Kochbüchern und Bildbänden. Aber wie gesagt: nicht nur mitnehmen, sondern auch mitbringen!

Kino an der frischen Luft Wer sich kostenlos Filme unterm Sternenhimmel anschauen will, der sollte sich das St. Ingberter Nachwuchsfestival „filmreif!“ vormerken: Zwischen dem 10. und 13. Juni wird es, falls Corona es nicht noch verhindert, Open-Air-Kino auf dem Marktplatz geben.

Bibliotheken: Für Besucherinnen und Besucher nicht immer kostenlos, aber nach Kosten-Nutzen-Rechnung spottbillig, sind die städtischen Bibliotheken. Manche Jahresgebühr kostet weniger als eine Tasse Kaffee im Monat. In Saarbrücken zum Beispiel 20 Euro (ermäßigt 17) im Jahr für einen Erwachsenen. Dazu gibt es vergünstigte Familienausweise; für Kinder und Jugendliche unter 18 ist die Jahreskarte dort kostenlos, ebenfalls für Empfänger von Grundsicherung und Sozialcard-Inhaber.
Kostenlos ist auch die „onleiheSaar“ des Verbundes saarländischer öffentlicher Bibliotheken – mit Homburg, Merzig, Neunkirchen, Saarbrücken, St. Ingbert, St. Wendel, Sulzbach, Völklingen und Wadern. Über sie kann man sich digitale Medien (eBooks, ePaper, Musik, Hörbücher, Videos) ausleihen, für PC, Tablet und Handy leihen. Sogar E-Book-Lesegeräte kann man leihen. Weitere Infomationen gibt es unter www.onleihe.de/onleihesaar. Neben der „onleiheSaar“ bieten die genannten Bibliotheken auch „filmfriend Saar“ an, ein kostenloses Angebot an Spielfilmen, Serien und Dokumentationen. Mit der Bibliothekskarte kann man sich einloggen unter saarbruecken.filmfriend.de.

Ophüls-Filme kostenlos: Das Saarbrücker Filmfestival Max Ophüls führt auf seiner Internet-Seite eine Liste von Festivalfilmen früherer Jahrgänge, die zurzeit auf Streaming-Kanälen zu sehen sind. Die meisten davon, ob nun Netflix oder Amazon Prime, sind kostenpflichtig; einige Filme kann man sich aber kostenlos bei Vimeo und Youtube anschauen – das Festival liefert die Links gleich mit: www.ffmop.de/programm/mop_streamothek.

Kultur aus 2020: Im vergangenen Jahr wichen einige Festivals, Künstlerinnen und Künstler während des Corona-Lockdowns notgedrungen ins Internet aus und präsentierten Veranstaltungen und Konzerte online – die kann man sich auch heute noch kostenlos anschauen auf den betreffenden Seiten der Veranstalter: Konzerte etwa des neuen „Resonanzen“-Festivals, der digitalen Ausgabe der Musikfestspiele Saar (als „Musiknetzspiele Saar“) und der Reihe „Quasi-Live“ mit vielen Auftritten aus diesem Jahr. Viel Kulturstoff also ohne Eintrittspreise – über Online-Spenden würden sich Künstler und Veranstalter freuen. Denn kostenlos war das Ganze für sie nicht, und die Zeiten für Kulturtreibende sind im Moment ja schwer genug.