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Ausflugsziel Dinosaurierpark und Teufelsschlucht in Ernzen

Abenteuer in der Region : Dinos in der Eifel: Mit Ole durch die Erdgeschichte

Der Dinopark an der Teufelsschlucht ist für Kinder definitiv ein Abenteuer, oder nicht? Wir haben ihn mit Ole, einem dreijährigen Jungen, besucht und getestet.

Ole (3) spricht seit Stunden darüber. Er will endlich in den Dinopark. Der Dreijährige weiß, was ihn dort erwartet, weil er sich noch an den letzten Besuch im Sommer 2020 erinnern kann. Und er möchte wieder hin. Die Hinfahrt von Trier dauert durch das Sauertal etwas mehr als 30 Minuten. Die letzten Kilometer gehen in Serpentinen von der B 257 hinauf Richtung Ernzen (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Der schmale Wirtschaftsweg zum Parkplatz für den Dinopark und die Teufelsschlucht kommt etwas unvermittelt. Doch wir finden ihn. Nun steht das Auto.

Sobald er abgeschnallt ist, springt Ole aus dem Sitz. „Wir joggen“, ruft er und läuft überschwänglich los. Es geht durch ein kleines Waldstück. Nach etwa 200 Metern kommen wir zum Eingangsbereich des Parks, wo schon die ersten Dinosaurier auf die Besucher warten. Schon diese beiden Modelle sind riesig. Einer steht auf zwei Beinen und bäumt sich auf. Was den meisten Erwachsenen vielleicht Lächeln entlockt, lässt Kinderaugen glänzen. Ole staunt. Die Reise durch die Zeit beginnt.

Stopp, sorry, Ole! Zuerst treffen wir Bruno Zwank, den Geschäftsführer des Parks. „Wir haben hier ein Thema, das es weit und breit nirgends gibt – man kann hier die Erdgeschichte durchwandern“, sagt er überzeugt. Die Hauptzielgruppe seien Familien. „Kinder sind einfach total angefixt von Dinosauriern. Ab vier Jahren fängt das an, manchmal ein bisschen früher.“ Die Begeisterung reiche mindestens bis zwölf oder 13 Jahre. „Wer danach bei dem Thema bleibt, der hat gute Chancen, Paläontologe zu werden“, sagt Zwank augenzwinkernd.

Ole steht daneben und hört zu, während Zwank vom T-Rex und dem riesigen 45 Meter langen Seismosaurus erzählt. Aber der Dreijährige will endlich los. Er will den Park erkunden und beobachtet schon gespannt die anderen Menschen, die an ihm vorbeistreifen. Er schaut sich die ersten Dino-Modelle genau an. Sie bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der auch in der Autoindustrie genutzt wird. Während Zwank von der tollen Lage an der Teufelsschlucht und davon erzählt, dass er versuche, jedes Jahr Neues zu schaffen, um den Park interessant zu halten, scharrt Ole mit den Hufen.

Der O-Ton fürs Video (zu sehen unter volksfreund.de/videos) ist endlich im Kasten, und der Rundgang beginnt. Ole taucht ein in seine kindliche Vorstellung von der Urzeit mit kämpfenden Dinos, großen Vulkanen und mystischen Monstern. Er rennt von Modell zu Modell und fragt: „Was ist das denn für ein Dino?“ Ich lese vor: „Das ist ein Dicy­nodon. Das heißt zwei Hundezähne.“ Ole lacht. „Das ist lustig, Hunde!“ Er zieht weiter. „Mich fressen die Dinos“, ruft er und rennt. Spaß hat der Kleine.

Die Infotafeln sind ausführlich, enthalten aber auch kurze Steckbriefe. Zeitalter, Gewicht, Größe, und weitere Kerninformationen sind hinterlegt. So können sich Schulkinder und Erwachsene informieren. Nach kurzem Scannen der Tafeln kann man auch Kleinkindern das Wichtigste vermitteln. Vereinzelt gibt es auch kleine Rätsel mit Klauenabdrücken, Zähnen oder Unterarmknochen, die dem richtigen Dino zugeordnet werden sollen. Ole ist interessiert, aber noch zu klein für die Spielchen. Den Aufenthalt genießt er trotzdem.

„Den Saurus habe ich“, sagt er als er vor einem Stegosaurus steht und sich an seinen Spielzeugdino zu Hause erinnert. Wir passieren ein Erdzeitalter nach dem anderen, sehen Modelle von Flugsauriern, gepanzerte Saurier, Wassersaurier und eine Szene mit einem Geländewagen, die an die Jurassic-Park-Kinofilme erinnert. Beim Allosaurus können Kinder ihre Schnuller ablegen und für immer aufgeben wie an einem Schnullerbaum.

Dann kommen wir zum Seismosaurus. Der Hals des Langhalsdinos ist schon von weitem zu sehen. Ole und ich wirken winzig vor dem Modell. Um den Dino auf ein Foto zu bekommen, bedarf es schon der Panoramafunktion oder eines Weitwinkelobjektivs.

Das Staunen endet abrupt. Ole bekommt Hunger. Kein Pro­blem. Der Proviant ist im Rucksack. Wir stoßen auf eine gemütliche Bank, legen die Beine hoch, essen eine Laugenstange, trinken etwas und sprechen über die riesigen Dinos. Sitzgelegenheiten von der Wohlfühlbank, über den Klappstuhl und den Schaukelsitz bis hin zur Bierbank sind in dem Park an mehreren Stellen zu finden.

Die Erdzeitalter rauschen an uns vorbei. Es gibt etliche Informationen und auch eine Hörapp fürs Smartphone. Sie liefert Erklärungen. Einige Besucher nutzen sie. Das bekommen wir im Vorbeigehen mit. Die meisten frotzeln aber lieber miteinander herum: „Guck mal. Der heißt Pachycephalosaurus oder Dickschädelechse. Das bist du!“, sagt ein Vater zu seinem Sohn. Andere Besucher nutzen jede Gelegenheit für ein Selfie mit den Dinos.

In der Nähe der wohl bekanntesten Urzeitechsen, des Triceratops und des Tyrannosaurus Rex, folgt ein kleiner Stand. Zu kaufen gibt es dort beispielsweise Steine, aus denen man „Saurierknochen“ herausklopfen kann. Ole entscheidet sich für einen kleinen weißen Dino mit Rückenschild, einen Dimetrodon. Kostenpunkt 1,50 Euro. Der Kleine malt ihn noch vor Ort mit den bereitgestellten Farben an.

Ein kurzer Ausflug zum Klo, und wir sind schon im Zeitalter der ersten Menschen angekommen. „Papa, guck mal, ein Steinzeitmensch“, ruft Ole. Ganz zum Schluss folgt noch etwas Besonderes: ein Blick in die Zukunft, in künftige Erdzeitalter. Menschen sind kein Thema mehr. Schneeschleicher, Renngreife oder Rasselrücken bevölkern dann in der Fantasie der Ausstellungskuratoren die Erde. Der Blick ist gewagt und stößt laut Park-Geschäftsführer Zwank auch manchmal auf Kritik. „Das hat uns manchen fünften Stern bei Bewertungen im Internet gekostet“, sagt er. Doch die Vision zeigt, wie kurz die Menschheitsgeschichte im Vergleich zu den Erdzeitaltern ist. Daran will der Park-Chef festhalten.

Ole ist jedenfalls beeindruckt von der Dinoschildkröte. Wir gehen zum Kiosk hinter dem Abenteuerspielplatz mit Dino-Nestschaukel. Dann gibt es zum Abschluss Pommes und Wurst. Nach fast vier Stunden verlassen wir den Park.

Oles Fazit: Er will noch mal kommen, mit Mama, seiner Schwester und Freunden. Eigentlich könnten wir jetzt noch in die Teufelsschlucht gehen, oder Ole? Heute wird da aber nichts draus. Der Kleine ist müde. Im Auto schläft er schnell ein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ein Besuch im Dinopark an der Teufelsschlucht