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Doxing: Angriffe auf Internet-Nutzer durch Ver?ffentlichung ihrer Daten

Doxing : Gefahr durch kriminelle Datensammler

So versuchen b?swillige Internetnutzer mit im Netz? gesammelten Daten anderen Menschen gezielt zu schaden.

Herzchen f?r sch?ne Fotos auf Instagram oder ein ?Gef?llt mir? bei Facebook sind schnell vergeben. Auch Fotos lassen sich mit wenigen Klicks in sozialen Netzwerke hochladen. Doch auch eine gutgemeinte Aktion im Internet kann irgendwann ungeahnte Nebenwirkungen haben. Wer will schon, dass die Vorliebe f?r eine Alkohol- oder Automarke, Erinnerungen an eine gescheiterte Beziehung, Fotos vom wilden Partyleben oder ein beinahe vergessenes politisches Engagement aus Jugendtagen ?ffentlich breitgetreten werden.

Es gibt b?swillige Menschen, die genau darauf aus sind. Sie sammeln akribisch Daten zu jedem Detail des Lebens einer ?Zielperson? und basteln daraus ein ?Dossier?, um ihr gezielt zu schaden. Das wird Doxing genannt ? abgeleitet vom Englischen ?Doc? f?r ?Documents?, Dokumente. T?ter b?ndeln die gesammelten Informationen und ver?ffentlichen sie, warnt das Bundesamt f?r Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Diese Masche hat 2018 ein Hacker aus Hessen in Deutschland bekannt gemacht. Der damals 20-J?hrige sammelte private Daten von Promis und Politikern und erstellte daraus ?einen ?Adventskalender? mit pers?nlichen Daten seiner Opfer. Der T?ter wurde im vergangenen Jahr?zu einer Jugendstrafe von neun Monaten auf Bew?hrung verurteilt. Das Gericht warf ihm das Aussp?hen von Daten und Datenhehlerei vor. Verurteilt wurde er auch wegen versuchter Erpressung.

Im Bundesstaat Maryland in den USA traf Doxing einen unbescholtenen Radfahrer, berichtet das Sicherheitsunternehmen Kaspersky. Er erhielt beleidigende Nachrichten von Unbekannten. Schlie?lich fand er heraus, dass eine Fitness-App seine Fahrrad-Route ver?ffentlichte. Ein Kind war entlang dieser Strecke angegriffen worden und weil der Radler am Tatort vorbeigefahren war, schlussfolgerte ein Unbekannter, dass er der T?ter sein k?nnte und ver?ffentlichte seine Adresse im Internet. Die Verleumdung verbreitete sich rasant.? Die Richtigstellung??ber den Kurznachrichtendienst Twitter und andere soziale Netzwerke erreichte hingegen nur wenige Menschen.

Das Beispiel zeige, dass es zum Doxing nur wenige Mittel brauche, warnt Kaspersky. Die meisten Werkzeuge, die sogenannte Doxer verwendeten, seien legal und ?ffentlich zug?nglich. So reiche bereits eine Suchmaschine oder ein Profil in sozialen Netzwerken aus, um erste Daten zu sammeln.

Was k?nnen Opfer tun, wenn ihre Daten ver?ffentlicht worden sind? Eva Galperin, Direktorin f?r Cybersicherheit bei der US-B?rgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation, empfiehlt Opfern, sich mit den sozialen Netzwerken in Verbindung zu setzen, auf denen die Daten ver?ffentlicht wurden. In der Regel versto?e es gegen die Nutzungsbedingungen der Plattformen, wenn Informationen ohne Einwilligung des Betroffenen verbreitet werden.

Was k?nnen Internetnutzer tun? Kaspersky empfiehlt, wenige Daten von sich selbst preiszugeben. Nur Freunde sollten Profile in sozialen Netzwerken ansehen k?nnen. Sicherheitsspezialisten raten, regelm??ig die Freundeslisten zu ?berpr?fen. Fremde k?nnten sich einschleichen. Wichtig sei es auch, darauf zu achten, dass ver?ffentlichte Fotos keine Standortdaten oder andere private Informationen preisgeben.

?ber die Verkn?pfung von Konten in sozialen Netzwerken k?nnten Daten gesammelt werden, da die Kriminellen so leichter die Online-Aktivit?t ihres Opfers verfolgen k?nnten. Ein weiteres Einfallstor f?r Datensammler sind laut Bundesamt f?r Sicherheit in der Informationstechnik ?Schadprogramme wie Trojaner, die Zugangsdaten abgreifen k?nnen?. Davor k?nnten sich Nutzer sch?tzen, indem sie die aktuellsten Versionen ihres Betriebssystems und des Browsers nutzen, empfiehlt Kaspersky. Wichtig sei auch eine Firewall, denn die blockiere unerlaubte Netzwerkzugriffe von au?en.

Wer ?berpr?fen will, welche pers?nlichen Daten im Internet kursieren, kann mit einer einfachen Google-Suche anfangen. Kaspersky r?t, bei jedem Dienst, der mehr ?ber den Nutzer preisgibt, als er m?chte, die eigenen Daten l?schen zu lassen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen stellt dazu auf seiner Internetseite Musterbriefe bereit.