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Im Notfällen wie Hochwasser sollen diese Apps die Bürger warnen.

Katastrophen-Warn-Apps : Warn-Apps für den Katastrophenfall

Diese Programme warnen vor Unglücken wie Hochwasser, Großbränden und Pandemien in Deutschland.

Bei Katastrophenfällen und Unglücken soll in Deutschland nicht nur mit Sirenen, sondern zeitgemäß auch über Smartphone-Apps Alarm ausgelöst werden. Das hat beim vergangenen Test Mitte des Monats aus technischen und organisatorischen Gründen nicht überall funktioniert. Etwa jeder fünfte Smartphone-Nutzer hat eine entsprechende Warn-App eingerichtet. Vier Programme spielen in den App Stores von Apple und Google die Hauptrollen.

NINA ist die Abkürzung für Notfall-Informations- und Nachrichten-App. Sie ist Teil des Warnsystems für die gesamte bundesdeutsche Bevölkerung, wie auch der Rundfunk. Seit 2015 ist die Software des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im Einsatz und wurde etwa neun Millionen Mal heruntergeladen. NINA funktioniert folgendermaßen: Der Nutzer wählt Ortschaften, Städte und Gemeinden aus, von denen er Gefahrenmeldungen bekommen möchte. Wenn es eine Meldung gibt, erscheint sie auf dem Handy, auch wenn es gesperrt ist. Das ist die sogenannte Push-Nachricht. Zusätzlich können alle bundesdeutschen Meldungen eingesehen werden: Die Karte von Deutschland weist verschiedene Einfärbungen auf. Mit einem Klick darauf erhält der App-Besitzer lokale Informationen. Momentan ist wegen der Corona-Pandemie jeder Ort mindestens leicht orange. NINAs größter Vorteil sind ihre Nothilfetipps. Diese sind nicht zu übersehen und können jederzeit aufgerufen werden. Die Software stellt für verschiedene Szenarien Hintergrundwissen bereit. Handlungslisten sollen in jeder Situation schnell helfen. Leider sind diese Texte etwas unübersichtlich. Positiv ist die Fülle an beschriebenen Ausnahmesituationen mit Hilfestellungen.

KATWARN – Katastrophenwarnung – ist eine App für Deutschland und Österreich. Neben den wichtigsten Notfällen werden auch Informationen der Innenministerien im Saarland, Rheinland-Pfalz, Berlin, Hamburg und Hessen verschickt sowie aus diversen Landkreisen des Bundesgebiets. Im Jahr 2017 hatte die App zweieinhalb Millionen Nutzer, seitdem haben die Entwickler des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme, keine neuen Zahlen veröffentlicht. Zudem greift KATWARN auch auf Meldungen teilnehmender Unternehmen zurück, etwa bei Chemie-Unfällen oder Großbränden. Des Weiteren können einzelne Veranstaltungen oder thematisch spezifische Warnungen wie Produktrückrufe eingestellt werden. Während die Ortsauswahl bei KATWARN eingeschränkt und nicht intuitiv ist, sind die Gefahrenmeldungen durch die benutzten Symbole schnell zu erkennen. Außerdem gibt es eine Funktion, die flexibel anzeigt, wenn im direkten Umkreis des Standortes Gefahr droht – der sogenannte Schutzengelmodus.

Die WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes sendet Push-Nachrichten für Wettergefahren. Dazu zählen Unwetter wie Gewitter, Schnee und Glätte, aber auch Naturkatastrophen wie Hochwasser, Sturmfluten und Lawinen. Push-Nachrichten bekommt der Nutzer je nach Gemeinde. Bei schweren Unwettern wird die App von bis zu einer Millionen Menschen genutzt, sagt der Deutsche Wetterdienst. Der Vorteil dieser Software ist, dass sie häufig angewendet werden kann, da jedes Unwetter verzeichnet ist. Zudem ist sie sehr genau und gibt über die ausgewählte Gemeinde einen Überblick. Die normale Wettervorhersage wird nur von der kostenpflichtigen Vollversion angeboten.

Die Bürger Info und Warn-App (BIWAPP) meldet neben bundesweiten Katastrophenfällen auch Hochwasser und Unwetterwarnungen, Bombenfunde und Polizeiberichte. Auch ein Ausfall des Schulunterrichts würde hier gemeldet werden. Damit bietet BIWAPP die größte Vielfalt an Informationen unter den Apps. Jeder Nutzer kann auch einstellen, welche Meldungen er erhält. Laut Entwickler verzeichnet die Software über 500 000 Downloads.

Ein Vorteil der BIWAPP ist das einfache System zur Absetzung eines Notrufs. Die Nummern, die benötigt werden, sind verständlich aufgeführt und es wird stichpunktartig erklärt, was man bei einem Notruf beachten und sagen muss. Nach Aktivierung des Standortes können für die Notrufe auch die Koordinaten des Handys übermittelt werden. Somit kann der Nutzer, wenn im Ernstfall der Überblick über den Ort fehlt, die Rettungskräfte ohne Probleme lotsen.