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Ohne Stift und Papier: So klappt die Steuererklärung im Internet

Steuererklärung im Internet : So klappt die Steuererklärung im Internet

Stift und Papier gehören der Vergangenheit an. Immer mehr Menschen machen ihre Steuererklärung online.

Immer mehr Deutsche machen ihre Steuererklärung im Internet und reichen sie online ein. Im Steuerjahr 2019 waren es 28,2 Millionen Menschen, teilt der Digitalverband Bitkom mit – ein Plus von 19 Prozent gegenüber 2018. Die Internet-Profis von Bitkom rechnen damit, dass dieses Jahr noch mehr Steuerpflichtige den Online-Weg gehen, um ihre Einkünfte gegenüber dem Finanzamt offenzulegen.

Wegen Corona hat sich die Zahl der Arbeitnehmer erhöht, die eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen. Das gilt beispielsweise für alle, die im vergangenen Jahr wegen der Pandemie Kurzarbeitergeld bezogen haben. Diese Einnahmen müssen sie ihrem Finanzamt melden.

Normalerweise können sich Arbeitnehmer, die keine weiteren Einkünfte haben, das Ganze sparen, weil der Arbeitgeber ihre fällige Lohnsteuer automatisch an das Finanzamt abführt. Allerdings sollten auch solche Menschen überlegen, ob sie eine Einkommensteuererklärung abgeben. Oft könnten sich Abgabepflichtige zu viel bezahlte Steuern zurückholen, rät der Fachdienst Finanztip.

Programme, mit denen die lästige Pflicht der Steuererklärung komfortabel erfüllt werden kann, gibt es etliche. Finanztip zufolge sind es 24 Produkte, zwischen denen der Nutzer wählen kann. Obwohl sie sich bei Kosten und Bedienkomfort stark voneinander unterscheiden, sollten sie grundsätzlichen Anforderungen erfüllen. Selbstverständlich müssen alle steuerrechtlichen Änderungen in die neuste Software-Version eingearbeitet sein. Für 2020 gilt das vor allem bei den Bestimmungen, die das Steuerleben in der Pandemie erleichtern. So ist man dieses Jahr nicht verpflichtet, die Steuererklärung 2020 bis zum 31. Juli abzugeben. Wegen Corona wurde diese Frist um drei Monate auf den 31. Oktober verlängert.

Wer in der Vergangenheit eine Online-Erklärung abgegeben hat, kann viele Daten bequem aus der Erklärung der Vorjahre übernehmen. Auch Funktionen wie das Einscannen und Verwalten der Belege gehören zum etablierten Standard. Auf diese Weise können die Unterlagen nach und nach gespeichert und gesammelt werden, damit sie zum Ausfüllen der Steuererklärung übernommen werden können.

Im Idealfall sollte die Software nicht nur auf dem PC laufen, sondern auch auf Tablets und Android-Smartphones sowie dem iPhone. Darüber hinaus sind alle Steuerpflichtigen dankbar, wenn sie mit Tipps versorgt werden, wie man die Abgaben an Vater Staat möglichst gering halten kann.

Die meisten Programme müssen nicht auf den PC geladen werden, die Software liegt in der Cloud, also auf einem externen Server. Dort werden auch die Steuerdaten gespeichert. Wer hier ein mulmiges Gefühl hat, sollte sich für eine Desktop-Variante entscheiden, bei der die Steuer-Angaben den eigenen Computer nur verlassen, wenn sie ans Finanzamt übertragen werden. Der Versand der Daten an die Steuerbehörde kann entweder mit oder ohne digitale Signatur erfolgen. Hier bieten die Steuerprogramme verschiedene Möglichkeiten an.

Ein Steuererklärungs-Klassiker ist Wiso, die Software aus dem Hause Buhl Data. In etlichen Tests hat das Paket die Nase vorn. Bestens bekannt sind zudem die Programme Smartsteuer, Quick-Steuer und
Taxman. Alle drei kommen von Lexware, ein Unternehmen der Haufe-Gruppe. Wer nicht viel Geld ausgeben will, für den ist Steuer-Easy des Herstellers Wolters Kluwer, eine Tochter-Verlagsgesellschaft Akademischen Arbeitsgemeinschaft, vielleicht die erste Wahl. Die Arbeitsgemeinschaft selbst schickt ihr Produkt „SteuerSparErklärung“ jedes Jahr ins Rennen um die Gunst der Kunden.

Wenn der Nutzer sich für einen Anbieter entschieden hat, sollte er ihm möglichst die Treue halten, raten die Experten. Der Anwender ist im Wiederholungsfall nicht nur mit der Bedienung vertraut. Auch die Übernahme der Vorjahres-Daten klappt dann reibungslos.

Eine kostenlose Alternative ist Elster, der Online-Dienst der Finanzverwaltung. Die Zeiten, in denen der Anwender die Software ohne große Umstände über das sogenannte Elster-Formular nutzen konnte, gehören jedoch der Vergangenheit an. Wer sich für das Angebot der Finanzämter entscheidet, muss sich zunächst bei elster.de registrieren – das heißt einen Nutzernamen, eine Mailadresse und ein selbst gewähltes Passwort auswählen und eintragen. In einem zweiten Schritt fordert der Nutzer ein Zertifikat an. Um diese Zertifikats-Datei herunterladen und nutzen zu können, verschickt Elster mit der Post den Aktivierungs-Code. In Kombination mit der Anmelde-Bestätigung, die per E-Mail rausging, wird das Zertifikat erstellt, das die Datei-Endung „pfx“ trägt. Nachdem diese Datei auf dem Computer gespeichert wurde, kann der Steuerpflichtige Elster für sich nutzen. Bei jeder Anmeldung sucht das Portal nur noch das Zertifikat auf dem PC und fragt nach dem Passwort. Es bietet sich an, die Mini-Datei ein zweites Mal auf einem USB-Stick zu speichern, falls der PC den Geist aufgibt.

Die Menüführung bei Elster beschränkt sich auf das Wesentliche und setzt rudimentäre Kenntnisse beim Erstellen einer Steuerklärung voraus. Doch wer sich ein erstes Mal durch die Formulare gegraben hat, empfindet das Fehlen jeglichen Schnickschnacks als angenehm. Steuerspar-Tipps sucht der Nutzer bei Elster allerdings vergebens. Denn es ist die Software der Finanzverwaltung. Diese hat bekanntlich nichts zu verschenken.