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Robo-Advisor sollen Aktienanlegern Arbeit bei Investitionen abnehmen

Robo-Advisor : So gut sind die digitalen Anlageberater

Investitionen sind vielen Sparern zu aufwendig. Genau da setzen Robo-Advisor an: Die digitalen Helfer nehmen Anlegern die Arbeit ab. Ein Test der Stiftung Warentest kommt zum Urteil: Einige Anbieter leisten gute Arbeit.

Aktien, Börse, Zinsen, Sparen — geht es um Geldanlage, vergeht vielen die Lust. Robo-Advisor sollen genau hier helfen. Die digitalen Anbieter machen Vermögensverwaltung mit dem Computer oder Smartphone für jedermann möglich.

Die Anmeldung funktioniert in der Regel bei allen Anbietern ähnlich, erklärt die Stiftung Warentest. Nachdem sich der Kunde über verschiedene Angebote informiert und eines ausgewählt hat, werden ihm vom Robo-Advisor Fragen gestellt. Damit findet der digitale Vermögensverwalter unter anderem heraus, wie risikofreudig der Kunde ist. So wählt die künstliche Intelligenz (KI) die passenden Anlagen aus und schlägt dem Kunden ein Portfolio vor. Wenn das Angebot passt, muss sich der Anleger mit seinem Ausweis authentifizieren. Das funktioniert meist mit dem Smartphone per Video-Ident-Verfahren. Dann ist der digitale Helfer wieder an der Reihe und kümmert sich um die Anlage des Kunden.

Ein Test der Stiftung Warentest von 25 Angeboten, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) überwacht werden, für die Zeitschrift Finanztest (7/2021) zeigt: Einige Robo-Advisor machen einen guten Job. Bei kleineren Geldanlagen (40 000 Euro) hat die Privatbank Quirion mit der Note gut am besten abgeschnitten. Elf Empfehlungen waren befriedigend, eine ausreichend und acht mangelhaft. Bei den größeren Geldanlagen (100 000 Euro) schnitt der Dienstleister Growney am besten ab.

Das größte Gewicht bei der Vergabe des Qualitätsurteils wurde im Test auf die Produkt- und Kosteninformation gelegt. Denn bevor Anleger ihre vollständige Identität preisgeben, sollten sie sich genau darüber informieren können, was der Robo-Advisor vorhat, wie er das Geld anlegt und das Depot aufbaut. Er soll mitteilen, wie viel die Anlage voraussichtlich bringt, wie hoch die Risiken und die Kosten sind.

Auch die Höhe der Kosten hat einen großen Einfluss auf das Qualitätsurteil, denn Kosten mindern direkt die Ertragschancen. Hier gibt es Unterschiede. Sie lagen im Test für den Robo-Advisor zwischen 0,48 Prozent und 1,19 Prozent. Hinzu kommen gegebenenfalls noch Kosten für die Fonds, in die investiert wird.

Nicht in die Bewertung eingeflossen ist die Rendite. Der Grund: Die meisten Robo-Advisor sind noch nicht lange genug am Markt, um verlässliche Aussagen treffen zu können. Allerdings hat die Stiftung Warentest geschaut, wie sich die Musterdepots 2020 im Vergleich zu einem Vergleichsmaßstab entwickelt haben.

Zwei Anbieter erreichten die Vergleichsrendite von sechs Prozent demnach annähernd, zwei andere konnten sie übertreffen. Allerdings gab es auch Verluste. In einen Fall kam ein Robo-Advisor auf ein Minus von knapp über elf Prozent.

www.test.de

(dpa)