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„Experiment Sozialismus – Rückkehr nach Kuba“ von Jana Kaesdorf

Jetzt im Kino : Ein marodes Land will sich aus der Krise retten

✮✮✮ Neu im Kino: „Experiment Sozialismus – Rückkehr nach Kuba“ von Jana Kaesdorf.

Der Exilkubaner Arsenio kehrt 2019 zurück in seine Heimat. Auf einer Reise durch die entlegensten Gegenden Kubas entdeckt er das von den Folgen politischer Machtspiele geplagte sozialistische Land: Fidel ist tot, der Staat ist pleite. Mit neuen Reformen, den „Lineamientos“, will sich das marode Land aus der Krise retten. Kubas Planwirtschaft öffnet sich der Welt und das Volk soll endlich mehr Freiheiten bekommen – aber der alte Kader der Partei hält am Modell des kubanischen Sozialismus fest.

In „Experiment Sozialismus – Rückkehr nach Kuba“ fungiert Arsenio Morella als fiktiver Ich-Erzähler. „Schonungslos offen“, so der Verleih, schildern Bauern, Fischer, Akademiker und Studierende Arsenio ihre Hoffnungen und Wünsche, wie sie in einer jahrzehntelangen Mangelwirtschaft täglich über die Runden kommen und was sie über den Sozialismus und die Politik in der Welt denken. Der Film sei ein Roadmovie, bei dem das Publikum Arsenio auf seiner Reise in ein authentisches Kuba Gesellschaft leisten können – schnörkellos und rau.

Hier erscheint der Glomex Player

„Die Entstehung des Films war für mich eine ganz persönliche Zeitreise. Ich war noch ein Kind, als die Mauer fiel“, sagt die in Sachsen-Anhalt aufgewachsene Autorin und Regisseurin Jana Kaesdorf. „Auf einer Privatreise nach Kuba habe ich das erste Mal gespürt, wie es gewesen sein muss, unter den Bedingungen einer Mangelwirtschaft mit allen Tricks und Raffinessen über die Runden zu kommen.“ So sei ihre Edee zu dieser Doku-Fiktion entstanden. Es sei spannend gewesen, am Ort des Geschehens zu sein, in den Diskurs der Kubaner um ihre wirtschaftliche Zukunft einzutauchen „und als Europäerin ihrer Sichtweise auf den Sozialismus objektiv gegenüberzutreten, zu verstehen was die Menschen in diesem nahezu isolierten Inselstaat bewegt.“

Deutschland 2019, 83 Min., Camera Zwo (Sb); Regie, Buch, Kamera und Schnitt: Jana Kaesdorf.